Samstag, 24. April 2021

Mitgliederversammlung der Lebenshilfe – „Das soziale Netz darf nicht reißen“

Am 23. April fand die heurige Mitgliederversammlung der Lebenshilfe statt. In Zusammenarbeit mit der Eurac war eine Plattform eingerichtet worden, um die Veranstaltung online abwickeln zu können. Als Ehrengäste schalteten sich Landeshauptmann Arno Kompatscher und Soziallandesrätin Waltraud Deeg zu.

Am gestrigen Freitag fand die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe statt, auch Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrätin Waltraud Deeg waren dabei.
Badge Local
Am gestrigen Freitag fand die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe statt, auch Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrätin Waltraud Deeg waren dabei. - Foto: © Lebenshilfe
In seiner Begrüßungsrede nahm Präsident Hans Widmann auf die Corona-Krise und ihre Auswirkungen auf die Tätigkeiten der Lebenshilfe im vergangenen Jahr Bezug. Betroffen war vor allem der Freizeitbereich, in dem im Vergleich zu normalen Jahren deutlich weniger Angebote bereitgestellt werden konnten. Den politischen Vertretern sprach er seine Solidarität aus, da sie trotz fehlender Erfahrung mit einer Pandemie ihre Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen und unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen hätten.

Bezogen auf die nahe Zukunft forderte Hans Widmann, dass der Corona-Krise keine soziale Krise erwachsen dürfe: „Wir müssen den Sozialstaat verteidigen. Das soziale Netz darf nicht reißen. Es darf keine Leistungskürzungen geben.“ Er erwartet sich, „dass uns die Politik konsequent zur Seite steht und sich gemeinsam mit uns für ein stabiles sozialstaatliches Fundament einsetzt.“

Obwohl die Krise unser Leben seit bereits geraumer Zeit prägt, sieht Hans Widmann eine Reihe positiver Entwicklungen im Gang. Neben den guten Beziehungen mit der Landesregierung sei auch die verstärkte konstruktive Zusammenarbeit mit anderen sozialen Organisationen hervorzuheben. Dies verspreche eine relativ zeitnahe Umsetzung der in der „UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ festgesetzten Richtlinien, gegenwärtig vor allem in Bezug auf Wohnfragen, für die kürzlich die Durchführungsbestimmungen erlassen wurden.

Mit viel Optimismus blickt Hans Widmann außerdem auf die Arbeit der Dienststelle für Innovation in der Lebenshilfe sowie auf die von Jahr zu Jahr professioneller werdende Tätigkeit der Selbstvertretungsgruppe People First.

Geschäftsleiter Obwexer: Blick mit Zuversicht nach vorne richten

Auch Geschäftsleiter Wolfgang Obwexer nahm in seiner Tätigkeitsrückschau auf die Corona-Krise Bezug und stellte seinen Bericht unter das Motto „Auch und vor allem in Krisenzeiten: die Gesundheit schützen – das Soziale schützen“. Selbst Teilnehmer an der „Task Force Soziales“, berichtete er vom Umgang mit der Notlage in den einzelnen Einrichtungen und Diensten. Dabei hätten die Mitarbeitenden immer und überall größte Sorgfalt walten lassen.

Neben der durchgängigen Einhaltung aller notwendigen Hygienemaßnahmen war in den Einrichtungen auch für die medizinische Versorgung gesorgt. Außerhalb der Einrichtungen wurde nach dem Muster einer grünen Nummer eine Telefonberatung eingerichtet. Die Krise mündete ferner in einen Digitalisierungsschub, und zahlreiche Menschen mit Beeinträchtigung wurden in den Umgang mit den verschiedensten Online-Plattformen eingeführt und dabei begleitet, was dazu führte, dass der Austausch trotz physischer Distanz zunahm.

In der Zeit des Lockdowns wurden auch Betreuungen zu Hause organisiert. Als große Errungenschaft ist zu werten, dass nach den Lockdown-Monaten ein großer Teil der Sommerurlaube unter präzisen Auflagen stattfinden konnte. Insgesamt, so Wolfgang Obwexer, sei das Krisenjahr dank dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeitenden bestens bewältigt worden. Jetzt gehe es darum, den Blick mit Zuversicht nach vorne zu richten.

Passend zur verbandsinternen Aufbruchstimmung präsentierte Vorstandsmitglied Roland Schroffenegger einen von ihm in Zusammenarbeit mit hauptamtlichen Mitarbeitenden entworfenen Fragebogen zum Thema „Freizeitgestaltung und Freizeitangebote“. Mit Hilfe einer Umfrage will die Lebenshilfe Wünsche von Menschen mit Beeinträchtigung erfahren und deren Anregungen aufnehmen, um ihre Freizeitangebote entsprechend zu gestalten. Ein gelungenes Beispiel dafür, was es bedeutet, personenzentriert zu denken und zu handeln.

stol