Damit konnte man Alessandro Impagnatiello nun nachweisen: Er hat den Mord an Giulia geplant, auch wenn die Umsetzung der Tat dann eine ganz andere war.<BR /><BR />„Mäusegift“, „Wirkung auf den Menschen“: Die Auswertung Alessandro Impagnatiellos Suchchronologie brachte bereits wertvolle Hinweise. Und das Giftpäckchen, das gestern in der gemeinsamen Wohnung in der Via Novella in Senago gefunden wurde, bestätigt, was die Staatsanwältin Alessia Menegazzo und die ermittelnden Carabinieri von Anfang an vermutet hatten: Dass der Mord an Giulia geplant war. Alles deutet darauf hin, dass Alessandro Giulia und das ungeborene Kind schleichend vergiften wollte. Dass er schlussendlich seinen ursprünglichen Plan verwarf und zum Messer griff, könnte damit zu tun haben – so berichtet es „La Repubblica“, dass er keinen anderen Ausweg mehr sah, da Giulia und seine 2. Freundin A. ihn wegen des aufgedeckten doppelten Betrugs und der ganzen Lügengeschichten zur Rede stellen wollten. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mord-an-giulia-tramontano-schockierende-aussagen-der-2-frau" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier erfahren Sie mehr dazu)</a><BR /><BR />Mord unter Vorbedacht (geplanter Mord) hatte Untersuchungsrichterin Angela Laura Minerva zunächst ausgeschlossen. Die neuen Erkenntnisse sprechen nun aber eine ganz andere, sehr klare Sprache. <h3> Blutflecken und die sichergestellte Tatwaffe</h3>Wie berichtet, wurde gestern das Haus genauestens unter die Lupe genommen. Der deutlichsten Blutflecken befanden sich laut einem Bericht von „La Repubblica“ an der rechten Wand im Wohnzimmer, gleich nach dem Eingang und neben einem Foto des letzten gemeinsamen Urlaubs auf Ibiza und auf der Küchentür. Weitere Blutspuren fand man auf der Treppe zur Garage, die nun untersucht werden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="904981_image" /></div> <BR /><BR />In der Küche auf dem Regal über dem Backofen stand jener Messerblock, in dem sich laut Impagnatiello auch die Mordwaffe befindet – ein Messer, das er nach der Tat gewaschen und in den Block zurückgesteckt hatte. Die Carabinieri beschlagnahmten auch mehrere Packungen Folie, die Alessandro Giulias verbrannte Leiche eingewickelt hatte.<h3> Asche überall</h3>Indes wurden weitere Zeugen befragt: Die Reinigungskraft des Wohnhauses, in dem Giulia und Alessandro wohnten, sagte aus,dass sie viel Asche im Treppenhaus gesehen und ein Geräusch gehört habe, das wie ein Schleifen klang. Auch die Nachbarn des Paars, die direkt im Stockwerk darüber wohnen, hatten am Sonntag (28. Mai Anm. d. Red.) Asche vor Impagnatiellos Wohnung und entlang der Treppe auf dem Treppenabsatz bis zu den Garagen gesehen. <BR /><BR />Im Rahmen der gestrigen Untersuchungen fand man auch Giulias Kreditkarte, Führerschein und Bankomatkarte. Sie wurden in einem Gully in der Tiefgarage Comasina in Mailand entdeckt, in den Alessandro laut eigenen Aussagen auch das Handy der Frau geworfen hatte. Dieses konnte bis dato nicht gefunden werden. Giulias Pass hatte er zuvor verbrannt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-59915771_gallery" /><BR /><BR />Nach Giulias Verschwinden hatte Alessandro am Sonntag, den 28. Mai, den Carabinieri noch mitgeteilt: „Giulia ist verschwunden, sie hat die Wohnung verlassen und hat ihre Dokumente und ihre Bankomatkarte mitgenommen.“Doch da hatte er Giulia bereits getötet und ihre Dokumente entsorgt.<h3> Alessandro erkundigt sich nach Videoaufnahmen</h3>Dass die Ermittler Zweifel daran haben, dass Alessandro alleine gehandelt hat, ist bekannt. Die Staatsanwaltschaft untersucht weiterhin, ob jemand Impagnatiello in der Phase nach dem Mord an Giulia geholfen hat, den Tatort aufzuräumen und die Leiche verschwinden zu lassen. Seit Tagen kursiert in den Medien die Aussage eines Barbesitzers: Alessandro und seine Mutter seien zwischen dem Mord und der Entdeckung der Leiche in seine Bar gekommen, um sich zu erkundigen, ob die Überwachungskameras aktiv seien und ob diese etwas aufgezeichnet hätten. Die für Freitag angesetzte Autopsie wird die mögliche Existenz einer Person klären, die Alessandro beim Transport der Leiche Giulias geholfen hat.<BR /><BR />