Dienstag, 14. September 2021

Mordfall Barbara Rauch: Verhandlung beginnt mit Beweisaufnahme

Eineinhalb Jahre nach dem Mord an Barbara Rauch hat am heutigen Dienstag die Beweisaufnahme vor dem Schwurgericht begonnen. Der Versuch der Verteidiger von Lukas Oberhauser, ein verkürztes Verfahren zu erwirken, wurde am Freitag abgelehnt.

Am 9. März 2020 wurde Barbara Rauch im „Bordeauxkeller“ in Eppan ermordet. Am Dienstag sagen im Schwurgerichtsprozess die ersten Zeugen aus – vorerst geht es um Stalking.
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Am 9. März 2020 wurde Barbara Rauch im „Bordeauxkeller“ in Eppan ermordet. Am Dienstag sagen im Schwurgerichtsprozess die ersten Zeugen aus – vorerst geht es um Stalking. - Foto: © DLife/DF
Zum Prozessauftakt am Freitag hatte die Verteidigung von Lukas Oberhauser den Vertretern der Familie von Barbara Rauch mehrere Zirkularschecks über insgesamt 600.000 Euro als Schadenersatzzahlung überreicht.

Die Rechtsanwälte der Nebenkläger, Flavio Moccia und Angelo Polo, nahmen die Schecks entgegen – allerdings nur als Vorschuss. Sie hatten für die Hinterbliebenen eine Gesamtsumme von 1.780.000 Euro gefordert.

Abgewiesen wurden hingegen sämtliche Einwände der Verteidigung. Diese hatte versucht, das Gericht davon zu überzeugen, dass über Lukas Oberhauser doch in einem verkürzten Verfahren geurteilt werden könnte – was bei einem Schuldspruch eine automatische Reduzierung des Strafmaßes um ein Drittel ergeben hätte.
Doch aufgrund der vorgehaltenen erschwerenden Umstände wie Stalking und Handlung mit Vorbedacht droht Oberhauser bei einer Verurteilung lebenslange Haft, und unter diesen Vorzeichen sieht der Gesetzgeber kein verkürztes Verfahren, sondern eine Verhandlung vor einem Schwurgericht vor.

Am heutigen Dienstag hat dieses nun mit der Beweisaufnahme begonnen.

Dabei wird die Vorhaltung, Lukas Oberhauser habe Barbara Rauch vor dem Mord am 9. März 2020 über einen längeren Zeitraum gestalkt, zuerst behandelt. Zum Punkt werden Ermittler, Barbara Rauchs Partner, ihre Schwester und Freunde angehört.

Erst in der Folge wird die Oberhauser angelastete Bluttat im „Bordeauxkeller“ in Eppan aufs Tapet kommen. Die Verteidigung beantragte auch die Niederschrift der Gespräche von Lukas Oberhauser mit dem psychiatrischen Amtsgutachter, der Oberhauser als voll einsichts- und willensfähig eingestuft hatte und sprach sich zugleich für ein neues psychiatrisches Gutachten aus.

Über letzteres hat sich das Gericht die Entscheidung vorbehalten.

rc/liz