Dienstag, 02. Februar 2021

Noch kein harter Lockdown in Südtirol

Die Südtiroler Landesregierung will die Corona-Regeln (noch) nicht verschärfen: Die Situation in den Krankenhäusern sei unter Kontrolle und ein harter Lockdown nicht notwendig. Die Lage müsse aber weiter streng überwacht werden. Wenn die Zahlen weiter steigen, wird ein harter Lockdown nicht ausgeschlossen.

Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Thomas Widmann erklärten: "Es braucht die Mithilfe aller, um massive Einschränkungen zu vermeiden." - Foto: © LPA/Fabio Brucculeri
Wie Landeshauptmann Arno Kompatscher auf einer Pressekonferenz mitteilte, wurde am Dienstagvormittag die Spitze des Sanitätsbetriebes, vertreten von Florian Zerzer, Pierpaolo Bertoli und Marc Kaufmann, in einer Sitzung der Landesregierung angehört. Sie informierten über das Infektionsgeschehen, die Teststrategie und die Situation in Südtirols Krankenhäusern.

Landesrat Thomas Widmann betonte, dass aus diesem Gespräch hervorging, dass die aktuelle Corona-Lage in Südtirol unter Kontrolle sei. Das obwohl am gestrigen Montag der höchste Stand bei den Intensivpatienten seit Anfang Dezember gemeldet worden war.

„Die Situation ist seit einigen Wochen auf einem hohem Niveau konstant. Der Druck auf die Krankenhäuser und die Intensivstationen stellt momentan keinen Grund dar, um Alarm zu schlagen, auch wenn die Zahlen in den letzten Tagen leicht gestiegen sind“, so Widmann.

„Niemand weiß, wie sich die Situation in den kommenden Tagen und Wochen weiter entwickeln wird. Deshalb gilt es jedes Frühwarnzeichen ernst zu nehmen, weiter viel zu testen und das Infektionsgeschehen weiter zu monitorieren. Dann kann man die Situation etwa gleichbleibend weiter laufen lassen“, erklärte Widmann weiter. Sollte das nicht gelingen, dann komme laut dem Landesrat unweigerlich der schnelle harte Lockdown.

Am morgigen Mittwoch will sich die Landesregierung mit den Sozialpartnern treffen, um zu erörtern, welche Maßnahmen getroffen werden können, um das Infektionsgeschehen auch abseits vom „Zusperren“ einzudämmen.

Noch mehr Anstrengungen in Schulen, Betrieben und im Privatbereich


Landeshauptmann Kompatscher informierte darüber, dass sich die Ansteckungen zunehmend in den privaten Bereich verlagert hätten: „Es braucht die Mithilfe wirklich aller, sonst nützen uns die Maßnahmen herzlich wenig. Der harte Lockdown kommt unweigerlich, wenn es nicht gelingt, die Infektionen durch unser aller Verhalten nach unten zu drücken. Wir müssen uns alle weiterhin mit aller Kraft anstrengen, um durch vorsichtiges Verhalten in den Schulen, in den Betrieben und auch zu Hause die Zahl der Infektionen möglichst zu senken.“

Sowohl Kompatscher als auch Widmann rufen deshalb alle Menschen in Südtirol auf, sich streng an die Anti-Corona-Regeln zu halten. „Ohne Mithilfe der Menschen geht es nicht – jeder sollte seine sozialen Kontakte gering halten und möglichst FFP2-Masken tragen, damit die Situation gleich bleibt und nicht harte, scharfe und weitreichende Maßnahmen ergriffen werden müssen“, betont Widmann.

Mit Rom wurden laut Kompatscher viele Fragen zu den Einstufungen Südtirols aufgrund der Infektionslage geklärt, auf europäischer Ebene gebe es unterschiedliche Testniveaus. „Wir wollen unsere Lage nicht schönreden: Klinisch ist die Lage zwar unter Kontrolle, wir stellen aber viele Infektionen fest. Daher brauchen wir jetzt einen möglichst breiten Schulterschluss, um massive Einschränkungen möglichst abzuwenden“, unterstreicht der Landeshauptmann.



pho