Freitag, 19. Juni 2020

„Normaler Schulbetrieb im Herbst möglich“

Außergewöhnlich ging das Schuljahr zu Ende, fast wieder ganz normal könnte es am 7. September starten: „Alle wünschen sich einen Normalbetrieb, und darauf müssen wir hinarbeiten“, erklärt Bildungslandesrat Philipp Achammer. Voraussetzung dafür ist, dass die Neuinfizierungen bei null liegen, was derzeit in Südtirol der Fall sei. Laut Rom könnte dann bei der Schulorganisation auch regional differenziert werden.

Achammer: „Wenn wir als Schule verantwortungsvoll planen wollen, dann müssen wir auf alle Szenarien für den Herbst vorbereitet sein, und das sind wir.“
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Achammer: „Wenn wir als Schule verantwortungsvoll planen wollen, dann müssen wir auf alle Szenarien für den Herbst vorbereitet sein, und das sind wir.“ - Foto: © FB/Philipp Achammer
„Grün“, „Gelb“, „Rot“: Das sind die 3 Planungsvarianten für den Herbst, an denen in der Schulwelt gearbeitet wird und über die Landesrat Achammer am Dienstag auch in der Landesregierung berichten will. „Wenn wir als Schule verantwortungsvoll planen wollen, dann müssen wir auf alle Szenarien vorbereitet sein“, sagt er. „Präsenzunterricht am Vormittag in der Unterstufe und eine Kombination aus Präsenz- und Fernunterricht in der Oberstufe sind die Variante ,Gelb„, mit der wir derzeit rechnen“, erklärt er. Also ein Szenario, in dem ein Unterricht in den Schulen möglich ist, aber mit Sicherheitsmaßnahmen.



„Wir planen hier mit kleineren Klassen, Abstandsregelungen und gestaffeltem Ein- und Austritt, weil wir vermeiden wollen, dass in den Klassen Plexiglas-Abtrennungen angebracht werden müssen“, sagt Achammer.Wechsel zwischen Varianten jederzeit möglich. Derzeit sei aber auch denkbar, dass man im September zu einem vorsichtigen Normalbetrieb zurückkehre – „also Unterricht in den bestehenden Klassen, ohne Abstandsregelung, Mundschutz nur, wenn viele Schüler zusammenkommen und auch mit Nachmittagsunterricht“, erklärt der Landesrat Variante „Grün“.

Voraussetzung dafür sei – so heißt es aus Rom – dass die Zahl der Neuinfizierung stabil bei null liege. Dies gelte nicht staatsweit, sondern auch nur lokal, weshalb regional unterschiedliche Regelungen getroffen werden könnten. „Wir sind stabil bei keinen oder nur vereinzelten Neuinfizierungen, weshalb wir auch mit vorsichtigem Normalbetrieb rechnen könnten“, so Achammer. In den Oberschulen sei dafür Voraussetzung, dass auch die Regelungen bei der Schülerbeförderung angepasst werden können.



Variante 3 – „Rot“ – wird geplant für den Fall, dass ein Unterricht in der Schule nicht möglich ist. Das kann für alle Schüler gelten – bei einem neuen Lockdown – oder auch nur für einzelne Klassen oder Gruppen, wenn dort zum Beispiel ein Schüler positiv getestet wird und daraufhin Quarantänemaßnahmen folgen. Ein Wechsel zwischen den einzelnen Varianten soll und muss jederzeit und rasch möglich sein. Eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten wird deshalb fixer Bestandteil des Unterrichts sein.

Dafür ist geplant, etwa in der Oberstufe die Unterrichtsstunden um 10 Prozent zu kürzen, um bei gestaffelten Ein- und Austrittszeiten am Morgen und Nachmittag Zeitfenster für eigenverantwortliches Arbeiten zu schaffen. Diese Arbeitsphasen, die in Variante „Gelb“ und „Grün“ vorgesehen sind, dienen auch als Vorbereitung auf eventuelle Phasen neuerlicher Schließungen. Sorgen der Gewerkschaften, dass wegen der Vorbereitungen auf das Schuljahr der Urlaubsanspruch der Lehrer beschnitten wird oder sich ihre Arbeitszeiten ändern, kann der Landesrat nicht nachvollziehen.

Allfällige Änderungen würden jedenfalls mit den Gewerkschaften besprochen und seien, wenn, dann nur zeitlich befristet. „Unser Ziel ist es, den Normalzustand so schnell wie möglich wieder herzustellen“, so Achammer. Unterstützung kündigt der Landesrat für die Forderung einer Gruppe von Lehrern nach einer besseren digitalen Ausstattung an.

wib

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