Montag, 11. Januar 2021

Obdachlosigkeit: Notfallzentren in Bozen bieten Schutz vor Kälte

Für obdach- und wohnungslose Menschen gibt es noch freie Plätze in den Kältenotfallzentren Bozens.

Derzeit schlafen in Bozen rund 40 Personen im Freien, sagen die Streetworker.
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Derzeit schlafen in Bozen rund 40 Personen im Freien, sagen die Streetworker. - Foto: © Ansa
Die momentan extrem niedrigen Außentemperaturen sind besonders für jene Menschen, die keine eigene Wohnung oder Unterkunft haben, schwierig zu bewältigen.

Soziallandesrätin Waltraud Deeg hat sich deshalb am Montanachmittag gemeinsam mit Ressortdirektor Luca Critelli und Abteilungsdirektorin Michela Trentini in einer Videokonferenz mit Vertretern der Stadt Bozen über die aktuelle Lage ausgetauscht.

Noch würden Plätze in den Kältenotfallzentren zur Verfügung stehen, man sei im ständigen Kontakt mit den betroffenen Personen, erklärten Stadtrat Juri Andriollo, die Direktorin des Betriebes der Sozialdienste Bozen Liliana Di Fede und Luca Lamberti vom Verein Volontarius.

13 Plätze in Bozen frei, weitere in Messe Bozen geplant

Aktuell sind in den 3 Einrichtungen in Bozen 95 Plätze in der Unterkunft „Comini“, 30 bzw. 35 Plätze in den vorübergehenden Kältenotfallzentren in der Stadthalle bzw. im Ex-Alimarket belegt.

Insgesamt 13 Plätze sind derzeit noch frei und könnten jederzeit belegt werden. Ab kommender Woche stehen dann weitere Unterkünfte in der Messe Bozen zur Verfügung, wodurch eine weitere Entspannung der Lage erwartet werde.

Parallel dazu verteilen Streetworker, koordiniert vom Verein Volontarius, Decken und Mahlzeiten auf der Straße, machen Schnelltests und informieren obdach- und wohnungslose Menschen über die freien Plätze in den Notunterkünften.

40 Personen schlafen derzeit im Freien

Laut Erhebungen der Streetworker übernachten derzeit rund 40 Personen im Freien. Stadtrat Andriollo unterstrich: „Wir sind mit den Menschen über unsere Dienste täglich in Kontakt und bieten ihnen aktiv Unterstützung an.“

Viele von ihnen würden trotz Kälte den Schlafplatz im Freien bevorzugen, auch weil dieser vielfach als persönlicher Rückzugsort empfunden werde.

Landesrätin Deeg hob hervor, dass die Rückmeldungen der Betroffenen „wichtige Inputs sind, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Diese - gepaart mit Erfahrungsberichten von Best-Practice-Modellen - sollen in eine gemeinsam getragene Strategie münden, die wir in den nächsten Wochen erarbeiten werden.“

lpa

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