Freitag, 09. Oktober 2020

Oberlandesgericht bestätigt Freispruch für Rechtsanwalt Thomas Ladurner

Das Berufungsverfahren gegen Rechtsanwalt Thomas Ladurner, der in erster Instanz vom Vorwurf der Übervorteilung voll freigesprochen worden ist, ging am Freitag ohne die „Kronzeugin“ Olga Barisheva in die Schlussrunde. Während sie selbst verschwunden bleibt, bestätigte das Oberlandesgericht den Freispruch für Thomas Ladurner.

„Kronzeugin“ Olga Barisheva bleibt verschwunden.
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„Kronzeugin“ Olga Barisheva bleibt verschwunden. - Foto: © DLife/LO
Wie berichtet, hatte Richter Emilio Schönsberg im September die Einleitung des Hauptverfahrens gegen die Pflegerin verfügt – wegen falscher Anschuldigungen. Ihr wird vorgehalten, diese gegen Rechtsanwalt Ladurner erhoben zu haben, was ihn dann vor Gericht gebracht hatte.

Barisheva hatte ihn beschuldigt, als Sachwalter eine 92-Jährige übervorteilt zu haben – eine Frau, die von Barisheva gepflegt wurde. Die Rentnerin hatte ihr 400.000 Euro vermacht. Barisheva behauptete, Ladurner habe über sie an das Geld kommen wollen. Im Strafverfahren am Bozner Landesgericht kam Richter Carlo Busato aber zum Schluss, dass Ladurner die Straftat nicht begangen hat bzw. keine Straftat vorliegt: Er wurde freigesprochen.

Während die Staatsanwaltschaft noch prüfte, ob Barishevas Aussagen strafrechtlich relevant waren, handelte sich die Pflegerin – die inzwischen untergetaucht war – 10 Monate Haft wegen Hausfriedensbruch und Falschangaben ein. Auch erließ Richter Walter Pelino eine Verfügung, derzufolge gegen die Frau Anklage zu erheben sei: Sie sei „eine geschickte Manipulatorin, die gewohnheitsmäßig lügt“. Davon unabhängig hielt die Generalanwaltschaft an ihrem Ansinnen, die Pflegerin im Berufungsverfahren gegen Ladurner erneut als „Kronzeugin“ anzuhören, fest. Doch Interpol konnte sie nicht aufspüren. Heute endete der Prozess am Oberlandesgericht ohne Barisheva mit der Bestätigung des Freispruchs für Ladurner.

rc/stol