Montag, 08. Juni 2020

Öffentlicher Zugang am Kalterer See gesperrt – Unmut bei den Grünen

Die Kalterer Bürgermeisterin Gertrud Benin Bernard hat, wie berichtet, am Freitag den öffentlichen Zugang zum Kalterer See sperren lassen, „in Anbetracht der Tatsache, dass es beim gebührenfreien Zugang zum Kalterer See immer wieder zu größeren, undisziplinierten Menschen-Ansammlungen gekommen ist“. Die Anordnung, die bis 31. Juli gelten soll, sorgt für Unmut.

Nur 2 Stunden morgens und abends (von 6.30  und 8.30 Uhr sowie von 19 bis 21 Uhr) dürfen Kalterer Bürger den freien Zugang nutzen, die restliche Zeit bleibt der öffentliche Zugang zum See gesperrt.
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Nur 2 Stunden morgens und abends (von 6.30 und 8.30 Uhr sowie von 19 bis 21 Uhr) dürfen Kalterer Bürger den freien Zugang nutzen, die restliche Zeit bleibt der öffentliche Zugang zum See gesperrt. - Foto: © jo
Nur 2 Stunden morgens und abends (von 6.30 und 8.30 Uhr sowie von 19 bis 21 Uhr) dürfen Kalterer Bürger den freien Zugang nutzen, die restliche Zeit bleibt der öffentliche Zugang zum See, der sich links des Lidos befindet, gesperrt. Von der Verordnung ausgenommen sind das Gemeinde-Freibad Lido und die privaten Badebetriebe.

„Menschenansammlungen müssen in der derzeitigen heiklen Phase unterbunden werden. Die Sperrung ist daher zwecks Reduzierung der Ansteckungsgefahr durch Covid19 an diesem sensiblen Ort für die Dauer des Notstandes nötig“, heißt es weiters in der Stellungnahme der Gemeinde. Vor Ort wird die Polizei verstärkt präsent sein. Die gebührenpflichtigen Zugänge zum See hingegen sind weiter geöffnet.

Diese Entscheidung sorgt für Unmut nicht nur bei den Badegästen, sondern auch bei den Grünen. In einer Aussendung, die von Brigitte Foppa, Unterlandler Landtagsabgeordnete und Marlene Pernstich, Co-Landesvorsitzende und Kalterer Gemeinderätin unterzeichnet ist, prangern sie erneut den viel zu kleinen öffentlichen Zugang zum Kalterer See an und fordern einen Zugang zum See für alle– auch zu Coronazeiten – und nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können, Eintritt zu bezahlen.

Die Aussendung im Wortlaut:

„Der öffentliche Zugang ist eine armselige Leiter, die am Hafen in den See führt. Der Einstieg wurde immer schon klein gehalten, um ihn so unattraktiv wie möglich zu machen. So fiel es den Gästen leichter, die gebührenpflichtigen Einrichtungen zu bevorzugen. Nun füllte sich das winzige Areal rund um den öffentlichen Einstieg an den ersten Tagen nach Ende des Lockdown im Nu mit Badegästen – und wurde prompt geschlossen. Dass jetzt die Zugänge nach Bezahlung geöffnet werden, ist eine bittere Ironie. Denn seit ewigen Zeiten haben wir Grüne und die Vertreter der Dorfliste Kaltern gefordert, dass der öffentliche Zugang zum See ausgedehnt wird und dass weitere Zugänge erschlossen werden. Damit konnten wir uns leider, auch trotz Zusage im Landtag, nie durchsetzen. Wir stützen uns in dieser Forderung seit jeher auf das Landesnaturschutzgesetz, das im Art. 2 („Recht auf Naturgenuss und Erholung“) besagt: „Jede Person hat das Recht auf den Genuss der Naturschönheiten und auf die Erholung in der freien Natur.“ Das sollte auch an unserem größten See gelten, und auch in Covid-Zeiten. Es darf auf keinen Fall passieren, dass das Recht, die Natur zu genießen, durch Corona nur mehr jenen zusteht, die es sich leisten können.„

stol