In einer Wohnung im dritten Stock eines Hauses des Trentiner Wohnbauinstituts sind die Leichen der 82-jährigen Mutter und ihrer 55-jährigen Tochter in fortgeschrittenem Verwesungszustand gefunden worden. Die Tochter wohl bereits vor 3 Wochen gestorben, wie Trentiner Medien berichten. Die Mutter starb 2 Wochen später, vermutlich an Erschöpfung und Unterernährung. <BR /><BR />Die Rettungsdienste wurden am frühen Nachmittag von Nachbarn alarmiert, die einen starken Geruch aus der Wohnung bemerkt hatten. Der Verdacht der Hausbewohner bestätigte sich, als die Freiwillige Feuerwehr von Pergine zusammen mit Beamten der örtlichen Polizei von Alta Valsugana die Wohnung betrat.<h3> Fremdverschulden sofort ausgeschlossen</h3>Sie stiegen durch die Balkontür in die Wohnung, wie der „L'Adige“ berichtet. Die Eingangstür war verschlossen und verriegelt. Ein Fremdverschulden konnte daher sofort ausgeschlossen werden. <BR /><BR />In der Wohnung wurden die Leichen von Franca Bernabè, 55, und ihrer Mutter, Filomena Antonacci, 82, gefunden. Nach den ersten Feststellungen des zum Tatort gerufenen Gerichtsmediziners waren beide eines natürlichen Todes gestorben, wobei der Tod der Tochter vor dem der Mutter eingetreten sein dürfte.<BR /><BR />Nach den Erkenntnissen der am Tatort tätigen Carabinieri aus Borgo Valsugana und Pergine starb die Tochter wahrscheinlich in den ersten 10 Märztagen, also vor mehr als 20 Tagen, an einem Herz-Kreislauf-Stillstand. <BR /><BR />Die Mutter, die schwere gesundheitliche Probleme hatte und ständige Pflege benötigte, starb 2 Wochen später, wahrscheinlich an Erschöpfung. Sie war nicht in der Lage, die Medikamente zu nehmen, die sie täglich einnehmen musste, und wurde auch nicht mit Wasser und Nahrung versorgt. <BR /><BR />Mutter und Tochter waren in der Gegend und auch bei den Sozialdiensten von Pergine bekannt. Ihre Notlage war bekannt, Hilfe von außen scheinen sie abgelehnt zu haben, wie der „L'Adige“ schreibt.<BR /><BR />Die Mutter hatte das Haus seit einiger Zeit nicht mehr verlassen, da sie aufgrund ihres Alters und verschiedener Krankheiten gezwungen war, im Bett zu bleiben. Die Tochter wurde ebenfalls nur selten gesehen; das letzte Mal laut Zeugenaussagen am 7. März. Danach sei von den beiden nichts mehr zu hören gewesen.<h3> Erst der üble Geruch im Haus löst den Alarm aus</h3>Als die Feuerwehr die Wohnung betrat, lag die Tochter nicht weit vom Eingang entfernt auf dem Boden. Die Mutter befand sich im Schlafzimmer. Offenbar war sie bei dem Versuch, aufzustehen, hingefallen. <BR /><BR />Am Abend wurde eine zweite Leichenschau durchgeführt, die die Ergebnisse des ersten Leichenschauarztes bestätigte: natürlicher Tod der beiden Frauen. Ob eine Autopsie notwendig ist oder ob der Fall nicht weiter untersucht werden muss, wird die Staatsanwaltschaft heute entscheiden. <BR /><BR />Es bleibt die Bestürzung über ein Einsamkeitsdrama, das nicht nur die Bewohner des Mehrfamilienhauses betroffen zurücklässt. Der einzige Verwandte der beiden, ein Sohn, soll in Deutschland leben.