Freitag, 13. November 2020

Sanitätsbetrieb wehrt sich gegen Corona-Falschmeldungen

Das Phänomen von Falschmeldungen, auch Fake News genannt, in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist allseits bekannt. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb macht nun auf einen besonders eklatanten Fall aufmerksam.

Die Corona-Intensivstation im Bozner Krankenhaus.
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Die Corona-Intensivstation im Bozner Krankenhaus. - Foto: © Sanitätsbetrieb
In einem inzwischen gelöschten und auch via WhatsApp verbreiteten Post in einem sozialen Netzwerk werde behauptet, dass der Südtiroler Sanitätsbetrieb der italienischen Tageszeitung „Alto Adige“ gestellte Fotos zugespielt habe, um die Covid-19-Situation schlimmer darzustellen als diese effektiv ist.

Eine ominöse „Sabine“, angeblich eine Krankenpflegerin und „hochqualifizierte Mitarbeiterin im Krankenhaus“, behauptet sogar, dass Patienten und Patientinnen von anderen Abteilungen in die Covid-19-Intensivstation gebracht sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Intensivstation dazu aufgefordert worden wären, die Situation schlimmer darzustellen, als diese tatsächlich ist.

Nichts davon ist wahr

Nichts davon ist wahr, wie Primar Marc Kaufmann, Medizinischer Einsatzleiter und Verantwortlicher der Covid-19-Intensivstation, feststellt: „Die Anfrage zur Fotostrecke ist vom Alto Adige selbst gekommen, wie überhaupt in den letzten Tagen viele Medien diesen Wunsch geäußert haben und auch zugelassen wurden. Die Situation ist ernst genug, hier musste nichts gestellt werden.“

Die aufgestellten Behauptungen sind falsch und für Generaldirektor Florian Zerzer obendrein schwer rufschädigend: „Es wird behauptet, dass die Aktion von der Generaldirektion oder gar vom Land Südtirol in die Wege geleitet wurde, um Angst zu schüren. Es werden Namen und Vermutungen angestellt. Diese Aussagen sind komplett falsch, die Journalisten und Fotografen/Kameraleute waren vollkommen frei in der Gestaltung ihrer Motive.Wir haben den Post an unser Rechtsamt weitergeleitet, um dagegen vorzugehen, und um jene Personen ausfindig zu machen, die für solche Unwahrheiten verantwortlich sind.“

„Gegen Lügen konsequent vorgehen“


Mittlerweile wurde der Post wieder gelöscht, hat aber im Netz bereits die Runde gemacht, auch via WhatsApp. Generaldirektor Zerzer deshalb weiter: „Aus Solidarität mit den vielen Familien, die aufgrund dieser schrecklichen Pandemie Angehörige verloren haben oder immer noch um das Leben ihrer Lieben bangen, sowie zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich Unglaubliches vollbringen und in diesem Beitrag als Menschen dargestellt werden, welche die Unwahrheit sagen, wird der Südtiroler Sanitätsbetrieb jetzt und in Zukunft gegen derartige Lügen konsequent vorgehen“.

Die Covid-19-Intensivstation in Bozen arbeitet am Limit. Das war am Tag des Besuches der Medienvertreter so und ist es auch heute noch.

sabes/stol

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