Donnerstag, 05. März 2020

Schulen bis 15. März geschlossen: „Präventivmaßnahme für die Gesundheit“

Die landesweite Schließung der Kindergärten, Schulen und Universitäten vom heutigen Donnerstag bis 15. März ist eine Präventivmaßnahme, um ein Ausbreiten des Coronavirus zu verhindern. Sie gilt auch für Betreuungsangebote für Kinder. Indes hat die Regierung unterstützende Maßnahmen angekündigt.

Die Klassenzimmer in Italien bleiben bis 15. März leer.
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Die Klassenzimmer in Italien bleiben bis 15. März leer. - Foto: © shutterstock
Wie berichtet, bleiben alle schulischen Einrichtungen in Italien ab dem heutigen Donnerstag bis 15. März geschlossen, auch in Südtirol.

Diese Maßnahme hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte zum Schutz der Gesundheit verfügt, obwohl das Expertenteam sie nicht für zwingend notwendig erachtete.

Conte hatte am späten Mittwochabend ein entsprechendes Dekret zur Vorbeugung gegen die weitere Verbreitung des sogenannten Coronavirus (COVID-19) unterzeichnet.

Wie betont wurde, handle es sich dabei um eine Präventivmaßnahme zum Schutz der Gesundheit.

Sie betrifft alle Kleinkindbetreuungseinrichtungen (Kinderhorte, Kitas und Tagesmütter), sowie Betreuungsangebote für Kinder (Elkis, Spielgruppen und Nachmittagsbetreuung), Kindergärten, Schulen aller Stufen und die Universität, auch in Südtirol.

Schultransporte und Mensen ausgesetzt

Die Südtiroler Landesregierung hat am Nachmittag in einer außerordentlichen Sitzung getagt, um sich auf die Situation vorzubereiten und die nötigen Begleitmaßnahmen in die Wege zu leiten.

So werden auch die zugehörigen Dienste wie Schülertransporte (Sonderdienste) und Mensadienste ausgesetzt.

Am Mittwoch wurde zudem ein Notfalldienst in den Schulen organisiert, der jene abfangen soll, die noch nicht über die Schließung der Schulen informiert wurden.

Guten Morgen! Damit jetzt in der Früh niemand vor verschlossenen Kindergarten- und Schultüren steht, haben wir gestern...

Posted by Philipp Achammer on Wednesday, March 4, 2020


Für Donnerstag um 9 Uhr ist, so erklärte Bildungslandesrat Philipp Achammer, eine weitere Dringlichkeitssitzung geplant.

Auch öffentliche Veranstaltungen betroffen

Außerdem sieht das staatliche Dekret jene Maßnahmen vor, die bereits am Dienstag von einem Expertenkomitee zusammengestellt wurden.

Unter anderem müssen alle öffentlichen Veranstaltungen - sowohl öffentlicher wie privater Art - abgesagt werden müssen, sofern sie nicht einen Sicherheitsmindestabstand von mindestens einem Meter zwischen den anwesenden Personen gewährleisten.

Sportliche Wettkämpfe und Trainings dürfen nur hinter verschlossenen Türen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Die Ausübung von Breitensport und generell motorischen Aktivitäten in geschlossenen Räumen sowie im Freien ist ausschließlich dann erlaubt, wenn dabei der Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird.

Gänzlich abzusagen sind Veranstaltungen wie Kongresse, Versammlungen und Meetings, an denen Gesundheitspersonal teilnimmt - ebenso wie anderes Personal, das für die Aufrechterhaltung der Grundversorgungsdienste oder Dienste öffentlichen Interesses zuständig ist. Ebenso sollen Kinos und Theater geschlossen bleiben.

Auch in all diesen Fällen tritt die Anordnung ab dem heutigen Donnerstag in Kraft.

Allgemeine Verhaltensregeln

Zusätzlich zu den allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln, werden auch klare Regelungen für das Verhalten in der Notaufnahme oder beispielsweise bei Besuchen in Altersheimen und Pflegeeinrichtungen definiert.

Regierung hat Unterstützungsmaßnahmen angekündigt

Die römische Regierung hat am Mittwoch zudem ein Paket mit weiteren Unterstützungsmaßnahmen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer angekündigt.

Bereits am Freitag ist seitens der Landesregierung ein Treffen mit den Sozialpartnern anberaumt, um die vorhandenen Möglichkeiten und evtl. notwendige Maßnahmen zu besprechen.

Die Südtiroler Landesverwaltung hat zum Thema Coronavirus eine eigene Internetseite eingerichtet, die unter www.provinz.bz.it/coronavirus aufgerufen werden kann.

liz

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