Donnerstag, 11. Februar 2021

Sozialberufe: „Gestern Helden, heute wieder fast vergessen“

Wenn es um Covid-Intensivpatienten geht, müsse man nicht nur die Anzahl der verfügbaren Betten einkalkulieren, sondern auch das Personal, betont Marta von Wohlgemuth vom Landesverband der Sozialberufe (LVS).

Das Personal in den verschiedenen Sozialdiensten sei an der Grenze der Belastbarkeit angelangt, sagt Marta von Wohlgemuth (LVS).
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Das Personal in den verschiedenen Sozialdiensten sei an der Grenze der Belastbarkeit angelangt, sagt Marta von Wohlgemuth (LVS). - Foto: © shutterstock
Die Auslastung der Covid-Intensivbetten bzw. wie viele Intensivpatienten gepflegt und versorgt werden können und wie viele Menschen mit einer Covid-Erkrankung derzeit in den Krankenhäusern gepflegt werden müssen, sei sicher ein wichtiger Gradmesser für Entscheidungen, die getroffen werden müssen.

Der Landesverband der Sozialberufe weist in diesem Zusammenhang jedoch auch auf die Anforderungen und Belastungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Sozialen Diensten und in den Seniorenwohnheimen des Landes hin. Auch dies müsse mit in die Entscheidungen einberechnet werden.

„Einige haben bereits das Handtuch geworfen“

„Nach 11 Monaten der Pandemie sehen wir erschöpftes Betreuungspersonal, das in den verschiedenen Sozialdiensten und Seniorenwohnheimen des Landes die Betreuung und Versorgungen der anspruchsberechtigten Menschen gewährleistet. Einige haben bereits das Handtuch geworfen, weil sie Belastungsgrenze erreicht haben“, schreibt Marta von Wohlgemuth vom LVS in einer Aussendung.

Es stelle sich die Frage, wie lange das Personal diesem Druck noch standhalten könne und wann es an die Grenze der Belastbarkeit gelange.

„Kann es sich die Gesellschaft leisten, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der genannten Dienste 'ausbrennen' zu lassen?“

„Zu Beginn der Pandemie im Vorjahr gab es viel Applaus, wir wurden zu Helden und Heldinnen stigmatisiert, dann ist es aber wieder still geworden. Und außer der Auszahlung der Covid-Prämie im November des Vorjahres hat sich nicht viel getan...“, so von Wohlgemuth.

Deshalb fordere der Landesverband der Sozialberufe, es auch hier nicht zum Extremfall kommen zu lassen.

„Denn auch hier gibt es Belastungsgrenzen und diese betreffen derzeit alle Sozialberufe mit Fachausbildungen. Ja so ist es: Gestern Heldinnen und heute schon wieder fast vergessen“, schließt von Wohlgemuth.

stol