Montag, 29. März 2021

Pustertal: Spazierengehen und beten gegen Corona-Regeln

Eine nicht näher bekannte Gruppe hat in sozialen Netzwerken zu einem „Spaziergang“ als Protest gegen die Corona-Maßnahmen aufgerufen. Zahlreiche Teilnehmer sammelten sich am Samstag in Gais und am Sonntag in Bruneck und zogen, zum allergrößten Teil ohne Abstand und Maske, durch die Zentren beider Orte.

Zahlreiche Menschen zogen am Wochenende größtenteils ohne Sicherheitsabstand und Masken durch Bruneck und Gais.
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Zahlreiche Menschen zogen am Wochenende größtenteils ohne Sicherheitsabstand und Masken durch Bruneck und Gais. - Foto: © Gemeinde Gais/Ivo Battisti
In Gais, dort fand die Veranstaltung am Samstag statt, distanziert sich die Gemeinde von der nicht genehmigten und gemeldeten Veranstaltung und überlegt rechtliche Schritte. „Als wir von diesem Vorhaben erfahren haben, haben wir Carabinieri und Ortspolizei informiert“, sagt der Gaiser Bürgermeister Christian Gartner.

Die Ordnungshüter waren dann sowohl in Gais als auch in Bruneck zugegen, beschränkten sich aber aufs Beobachten.

„Wir Pustra stehen zusammen, gehen spazieren und beten“, lautete der Aufruf. Diesem Motto folgend kam es zu keinen Ansprachen – aber auch nicht zu deutlich hörbaren Gebeten.

Mit ihrem „Spaziergang“ forderten die Teilnehmer unter anderem „Freiheit für den Handel und für die Gastronomie“, einen „Schulbesuch ohne Zwang für jedes Kind“ oder ein „Ende des Lockdowns“. Die Gruppe zog durch Gais bzw. vom Rathausplatz durch die Altstadt von Bruneck.

Die Gemeindeverwaltung von Gais hat sich am Sonntag öffentlich von der Veranstaltung distanziert: „Wir möchten uns hiermit als Gemeindeverwaltung in aller Klarheit von dieser Aktion distanzieren: Auch für uns ist die Meinungsfreiheit das höchste Gut, aber derartige Kundgebungen tragen in keinster Weise dazu bei, wieder in die Normalität zurückzukehren. Wenn dann noch (teilweise kleinste) Kinder dazu instrumentalisiert werden, den Eltern mehr Gehör zu verschaffen, dann ist das mehr als verwerflich und das genaue Gegenteil der immer wieder eingeforderten Eigenverantwortung“.

Ob auch die Gemeinde Bruneck ähnlich reagiert, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen.

mt/stol