Donnerstag, 14. Januar 2021

Südtirol impft: Alles was Sie zur Corona-Impfung wissen müssen

Noch herrscht große Unsicherheit in Bezug auf die Corona-Impfung. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat nun die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Covid-19-Impfung veröffentlicht. Hier finden Sie alle Informationen im Überblick.

Im Moment wird in Südtirol nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer verwendet.
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Im Moment wird in Südtirol nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer verwendet. - Foto: © APA/afp / PATRICK T. FALLON
Quelle: Südtiroler Sanitätsbetrieb, Stand: 12.01.2021

Welche Impfstoffe stehen zur Verfügung?

Zur Zeit steht in Italien der Impfstoff der Firma Pfizer BioNTech zur Verfügung. Auch der Impfstoff der Firma Moderna ist zugelassen worden; er ist aber noch nicht geliefert worden.


Was ist das für ein Impfstoff, der jetzt zum Einsatz kommt?
Der Impfstoff heißt Covid-19 mRNA BNT162b2 (Comirnaty). Er wurde von den Firmen Pfizer und BioNTech entwickelt.


Wie wirkt dieser Impfstoff?

Das SARS-CoV-2-Virus infiziert die Menschen durch ein Protein namens Spike, das wie ein Schlüssel funktioniert. Es ermöglicht dem Virus, in die Zellen einzudringen, wo sie sich dann vermehren. Der Impfstoff enthält ein Molekül namens mRNA, welches in der Lage ist, dieses Protein zu produzieren. Dadurch kann das Immunsystem Antikörper dagegen bilden. Wenn also eine geimpfte Person mit dem SARS-CoV-2-Virus in Kontakt kommt, blockieren die Antikörper das Spike-Protein und verhindern somit sein Eindringen in die Zellen.


Warum soll man sich impfen lassen?

Covid-19 ist eine Krankheit, die zu schweren Komplikationen führen kann. Wer sich impfen lässt, schützt sich selbst und seine Mitmenschen vor einer Ansteckung. Das Immunsystem wird so gestärkt, dass es einer Infektion standhalten kann.


Könnte diese Impfung auch Covid-19 auslösen?

Nein, denn es handelt sich nicht um einen Lebendimpfstoff. Durch die Impfung erhält der Körper einen Code, der ihm hilft, das Virus zu erkennen und zu bekämpfen. Die mRNA des Impfstoffes baut sich innerhalb weniger Tage auf natürliche Weise ab. Die Impfung enthält also nicht das Virus, sondern nur einen kleinen Teil davon.


Verändert der Impfstoff die DNA?

Abgesehen davon, dass die Boten-RNA nicht die „Anweisung“ hat, die DNA zu verändern, dringt dieses gar nicht in den Zellkern ein, wo das menschliche Genom enthalten wäre, also ist es unmöglich, die DNA zu verändern. Außerdem baut sich die Boten-RNA, sobald sie ihre „Aufgabe“ erledigt hat, innerhalb weniger Tage ab.


Wie wird die Impfung verabreicht?
Die Impfung wird zuerst verdünnt und dann durch eine Injektion in den Oberarm verabreicht.


Wer führt die Impfung durch?

Die Verabreichung muss auf jeden Fall durch geschultes ärztliches und pflegerisches Personal erfolgen. Der Impfstoff wird so verdünnt, dass aus einer Gabe sechs Dosen werden.


Wie oft muss geimpft werden?

Bei diesem Impfstoff wird man zweimal im Abstand von 21 Tagen geimpft. Etwa eine Woche nach der zweiten Dosis ist der volle Impfschutz erreicht. Bei den Impfstoffen der anderen Hersteller könnte der Ablauf anders sein.


Wie lange hält der Impfschutz an?
Da der Impfstoff neu ist, konnte die Dauer des Impfschutzes noch nicht über lange Zeit überprüft werden. Man geht davon aus, dass die Impfung wie bei anderen Impfungen gegen Coronaviren etwa 9-12 Monate lang einen wirksamen Schutz vor einer Infektion bietet.


Ist die Impfung verpflichtend?

Nein, die Teilnahme ist freiwillig.


Wieviel kostet die Impfung?
Die Impfung ist kostenlos.


Wer wird zuerst geimpft?
Den Vorrang bei den Impfungen hat besonders exponiertes Gesundheitspersonal, Haus- und Kinderärzte, Personal in den Altenheimen, Bewohner der Altenheime und Langzeitpflege-Einrichtungen, über 80-jährige Personen und Mitarbeiter der Rettungskette. Es werden nicht alle zum selben Zeitpunkt geimpft, sondern die Impfung läuft über einen längeren Zeitraum.


Welche Personen sollen nicht geimpft werden?
Vorläufig ist die Impfung nicht für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren und für Menschen mit Vorerkrankungen, die nicht stabil sind, vorgesehen. Kranke Menschen und schwangere Frauen sollen sich vor der Impfung auf jeden Fall ärztlich beraten lassen.


Können stillende Frauen sich impfen lassen?
Nein, der Impfstoff wird Frauen in der Stillzeit nicht verabreicht.


Soll man vor der Impfung einen Antikörpertest machen, um zu entscheiden, ob man sich impfen lassen soll?
Nein, das ist nicht vorgesehen.


Sollen sich Menschen mit chronischen Erkrankungen, Diabetes, Tumoren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen impfen lassen?
Genau bei diesen Personen ist das Risiko einer schweren Komplikation im Falle einer Covid-19-Erkrankung besonders groß, deshalb werden sie bei der Impfung auch anderen Personengruppen vorgezogen.


Sollen sich immungeschwächte Menschen oder Menschen mit Autoimmunerkrankungen impfen lassen?
Immungeschwächte Personen und solche mit Autoimmunerkrankungen, bei denen es keine Kontraindikationen gibt, können sich impfen lassen. Eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin ist auf jeden Fall notwendig.


Sollen Menschen, die unter Allergien leiden, sich impfen lassen?
Wie bei jeder Impfung sollen Menschen, die unter Allergien leiden, sich bezüglich der Impfung mit ihrem behandelnden Arzt/ihrer behandelnden Ärztin beraten. Menschen, die eine Allergie gegen die im Impfstoff enthaltenen Substanzen haben, müssen sich vor der Impfung unbedingt ärztlich beraten lassen.


Birgt die Impfung gegen Sars-CoV-2 ein Risiko für Personen, die an Zöliakie leiden?

Es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise, dass bei Menschen, die an Zöliakie leiden, im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein höheres Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen durch die Impfung gegen Sars-CoV-2 besteht. Für sie gelten dieselben Empfehlungen der Gesundheitsbehörden wie für die Bevölkerung im Allgemeinen.

Ist die Impfung sicher?
Der Impfstoff gegen das SARS-CoV2-Virus hat alle Überprüfungs- und Genehmigungsprozesse durchlaufen, die auch für andere Impfungen vorgesehen sind. Daran waren zehnmal so viele Personen beteiligt, wie bei vergleichbaren Studien zur Entwicklung eines Impfstoffes. So war es möglich, groß angelegte Studien für die Erprobung der Wirksamkeit und der Sicherheit durchzuführen.


Wo wird geimpft?
Die Impfung wird in den Impfzentren des Südtiroler Sanitätsbetriebes (Krankenhäuser) durchgeführt. Für die Altenheime werden mobile Impfteams eingerichtet. Die konkrete Organisation wird noch im Detail erarbeitet.


Was muss man zur Impfung mitbringen?
Bitte bringen Sie einen gültigen Ausweis und Ihre Gesundheitskarte mit. Falls Sie Medikamente nehmen, sollten Sie eine Liste der Medikamente und eventuelle Arztbriefe mitbringen. Wenn möglich, laden Sie auch den Anamnesebogen und die Einverständniserklärung herunter und bringen beides ausgefüllt mit.


Wo wird der Impfstoff aufbewahrt?
Der Impfstoff wird im Krankenhaus Bozen aufbewahrt und dort in Behältern bei -75 Grad gelagert. Er wird dann auf die 7 Krankenhäuser des Südtiroler Sanitätsbetriebes aufgeteilt. Nach dem Auftauen muss er innerhalb von 5 Tagen aufgebraucht werden.


Kann man, wenn man sich hat impfen lassen, auf die Sicherheitsmaßnahmen verzichten?
Nein, die Sicherheitsmaßnahmen müssen weiterhin eingehalten werden, bis die Situation eine Lockerung erlaubt.


Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?
Laut Studien ist mit nur leichten Nebenwirkungen zu rechnen, die nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Dazu zählen Schmerzen an der Einstichstelle, Schwindel, Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Muskelschmerzen und Schüttelfrost. Solche Nebenwirkungen sind aber ein Zeichen für ein gut arbeitendes Immunsystem. Die potenzielle Gefahr eines anaphylaktischen Schocks ist wie bei jeder Impfung bei Personen gegeben, die dazu neigen oder Vorerkrankungen haben. Diese sollten sich mit ihrem Arzt/ihrer Ärztin für Allgemeinmedizin beraten.


Was soll ich tun, wenn Nebenwirkungen auftreten?
Wenden Sie sich in diesem Fall bitte an Ihren Arzt/Ihre Ärztin für Allgemeinmedizin.


Sollen sich Menschen, die Covid-19 durchgemacht haben, auch impfen lassen? Sind sie nicht schon immun?
Auch Menschen, die die Krankheit gehabt haben und wieder genesen sind, sollten sich impfen lassen. Es ist noch nicht hinlänglich bekannt, wie stark die natürliche Immunabwehr nach der Krankheit ist und wie lange sie anhält. Organisatorisch wird man zuerst Menschen vorziehen, die die Krankheit noch nicht gehabt haben.


Können Personen trotz Impfung andere Leute anstecken?

Das ist noch Gegenstand von Untersuchungen. Geimpfte Personen sollen auf jeden Fall weiterhin die Sicherheitsmaßnahmen einhalten.


Kann man diese Impfung zusammen mit anderen Impfungen erhalten?
Nein, es wird nur diese Impfung verabreicht. Der Abstand zu einer anderen Impfung (z.B. Grippeimpfung) sollte mindestens 14 Tage betragen.


Es wurden jetzt Mutationen des SARS-CoV-2-Virus festgestellt: Hilft die Impfung auch gegen diese?

Mutationen von Viren gibt es immer wieder. Experten gehen davon aus, dass die Impfung auch gegen diese neuen Mutationen wirkt.


Bietet die Impfung einen hundertprozentigen Schutz?

Die Wirksamkeit der Impfung liegt bei 95 Prozent. Das heißt wie bei jeder Impfung, dass es Menschen geben wird, die trotz Impfung keinen ausreichenden Schutz aufbauen. Deshalb ist es wichtig, weiterhin die Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.


Werden nur italienische Staatsbürger geimpft?
Gemäß den im Impfplan festgelegten Prioritäten werden alle Personen geimpft, die sich auf dem Staatsgebiet aufhalten: jene mit Wohnsitz in Italien und jene mit oder ohne Aufenthaltsgenehmigung, im Sinne des Artikels 35 des Einheitstextes über die Einwanderung.


stol