Donnerstag, 01. April 2021

Südtirol ist laut EU „dunkelrot“ – aufgrund einer Datenpanne

Südtirol als Coronavirus-Hochrisikogebiet? Wenn es nach der EU-Berechnung geht ist dies der Fall. Die Ampeln leuchten bei der am Donnerstag aktualisierten Karte „dunkelrot“. Schuld ist aber eine Datenpanne.

Südtirol leuchtet  – wie viele andere Regionen auch –  derzeit „dunkelrot“.
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Südtirol leuchtet – wie viele andere Regionen auch – derzeit „dunkelrot“. - Foto: © ECDC
Zur Erinnerung: Aufgrund eines Übermittlungsfehlers schossen kürzlich Südtirols Corona-Zahlen in den internationalen Grafiken und Statistiken in die Höhe ( STOL hat berichtet).

Am Montag 22. März hatte Südtirol an den italienischen Zivilschutz die Antigentests, die vor dem 15. Jänner gemacht worden waren, übermittelt, damit diese den PCR-Tests hinzugefügt werden. Wie der Südtiroler Sanitätsbetrieb erklärte, habe der Zivilschutz in Rom die Erläuterung des Sanitätsbetriebs übersehen. Folglich wurden an einem Tag auch jene fast 11.000 Fälle, die vor dem 15. Jänner mit Antigen-Abstrich positiv getestet worden waren, nach Rom übermittelt. Mit der Anmerkung, dass dies Infektionen waren, die Ende 2020 bis 15. Jänner 2021 erfasst wurden. Diese Anmerkung sei jedoch übersehen worden, womit die Zahlen an jenem Tag bei den Neuinfektionen mit einflossen.

Dieses Missverständnis wirkt sich auch auf die aktuelle Landkarte des „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC) aus, wo Südtirol „dunkelrot“ leuchtet.

Mehrere Regionen in Italien „dunkelrot“

Neben Südtirol sind in Italien auch das Trentino, Friaul-Julisch-Venetien, die Lombardei, der Piemont, die Emilia Romagna, die Marken sowie Apulien „dunkelrot“. Die restlichen Regionen des Stiefelstaates – bis auf das gelbe Sardinien – sind allesamt rote Zone.

Als „dunkelrot“ werden von der EU solche Gebiete gekennzeichnet, in welchen das Virus stark verbreitet ist – mit mehr als 500 aktuell Positiven je 100.000 Personen. Die Zahlen beziehen sich dabei auf den Zeitraum von 2 Wochen – und zwar auf die Kalenderwochen 11 und 12 (15. März bis 28.März). Die 2 Wochen-Inzidenz liegt somit über 500.

Während die Inzidenzwerte üblicherweise eine Woche umfassen geht die das „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC) mit der 14-Tages-Inzidenz einen eigenen Weg.




stol

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