Bei der Eröffnung informierte Irene Kacandes, Professorin vom Dartmouth College aus den USA, über den neuesten Forschungsstand zu Gewaltforschung und Posttraumatischen Belastungsstörungen. Über die Folgen kollektiver Traumata, beigebracht durch sexualisierte Gewalt in Kriegen und kriegerischen Konflikten, sprach Marietta Schwarz vom Deutschlandradio mit der Gynäkologin Dr. Monika Hauser, Gründerin von Medica Mondiale. Diese erhielt 2008 den alternativen Nobelpreis „für ihren unermüdlichen Einsatz für Frauen, die in Krisenregionen schrecklichste sexualisierte Gewalt erfahren haben“. <BR /><BR />Hauser betonte, dass es nicht den Blick nach Afghanistan oder Bosnien brauche, jeder sollte sich seiner Umgebung, der eigenen Ängste und Sorgen bewusst sein und solidarisch handeln. „Wir sind Mitwissende“, sagte Hauser, die sich seit 1992 in Kriegs- und Krisengebieten engagiert. Sie erklärte die Zielsetzungen von Medica Mondiale: „Wir vertreten ein feministisches und soziopolitisches Trauma-Verständnis. Im Gegensatz zu einer rein klinisch orientierten Perspektive bedeutet das, dass nicht nur das Trauma der einzelnen Frau und ihre Traumasymptome in den Blick genommen werden, sondern Gewalt immer auch als Ursache dieser Traumatisierungen thematisiert wird.“ <BR /><BR />So werden posttraumatische Belastungsreaktionen als Überlebens- und Verteidigungsstrategien angesichts von Gewalt, Bedrohung und Unterdrückung gewertet. „Wir wirken darauf hin, auf allen Ebenen einen Beitrag zur Traumabewältigung und Gewaltprävention und damit zum gesellschaftlichen Wandel zu leisten“, erklärte die Ärztin. „Wir leben in privilegierten Situationen und sollten hinschauen auf Situationen von Gewalt. Wir müssen uns ständig aufs Neue hinterfragen, ob wir unserer Verantwortung gerecht werden. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass sich in unserem Umfeld gewalttätige Beziehungen abspielen.“<BR /><BR />Am Dienstag sprachen bei der „Summer School“ Barbara Plagg und Gabriela Mair am Tinkhof über den Anfang und das Ende: „Die Traum(a) Geburt“ und „Was Sterben bedeutet“. <BR />Am Mittwoch ging es um die Epigenetik – einen Mechanismus zur Weitergabe von Traumata an nachfolgende Generationen, Molekularbiologin Jennifer Berger informiert darüber. Im Anschluss referiert Prof. Paulo Ricardo Berton über das Trauma im Drama.