Freitag, 15. Januar 2021

Vom Bären attackiert: Schadenersatz von der Provinz?

Angelo Metlicovec, der im Juli 2017 beim Terlago-See von der später erlegten Bärin KJ2 angegriffen und verletzt worden ist, will von der Trentiner Landesregierung Schadenersatz, wie die Tageszeitung „l'Adige“ in ihrer Online-Ausgabe schreibt: Es geht um 68.000 Euro.

Angelo Metlicovec mit seinem Hund Kira kurz nach dem Bärenangriff im Sommer 2017. Er will Schadenersatz für seine Verletzungen.
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Angelo Metlicovec mit seinem Hund Kira kurz nach dem Bärenangriff im Sommer 2017. Er will Schadenersatz für seine Verletzungen.
Nur dank seines Hundes „Kyra“ habe er den Angriff überlebt, berichtet Metlicovec. Doch er habe bleibende seelische und körperliche Schäden davongetragen.

Ein Jahr habe es gedauert, bis er sich von den Verletzungen habe erholen können, berichtet der heute 72-Jährige. Doch seit dem Angriff sei sein Leben ein anderes: Angstzustände, Schlafstörungen. Das Haus für einen Spaziergang zu verlassen, falle ihm nach wie vor schwer. Ein Gutachter, den er zugezogen hat, habe den Schaden auf 68.000 Euro beziffert.

„Ich dachte, der Bär würde mich umbringen“, schildert er dem „l'Adige“. „Einen Arm habe ich nicht mehr gespürt, beide Beine waren mit Bisswunden übersät.“

Sein Hund habe die Bärin abgelenkt und ihm so Zeit zur Flucht verschafft, erinnert sich Metlicovec.

Bärin hatte bereits einen anderen Mann angegriffen: 2017 erlegt

Nur einen knappen Kilometer von der Stelle entfernt, an der der Angriff auf Metlicovec erfolgt ist, war 2015 Wladimir Molinari von derselben Bärin angegriffen worden. Er war damals im Wald joggen, als es zu dem Zusammentreffen kam, in dessen Zuge der Maler und Anstreicher so schwer verletzt wurde, dass er heute arbeitsunfähig ist.

Beamte der Forstwache erlegten die Bärin schließlich Mitte August 2017 in der Gegend um den Bondone. Der Abschussbefehl kam vom damaligen Landeshauptmann Ugo Rossi.

Die Zivilklage von Angelo Metlicovec

Angelo Metlicovecs Zivilklage dreht sich nun um die Frage, ob die Provinz Trient für Schäden haften muss, die von so genannten Problembären, wie KJ2 es war, verursacht werden.

Metlicovecs Anwalt führt ins Feld, dass Warnschilder allein nicht genügten, um die Verwaltung aus ihrer Verantwortung zu entlassen, da diese um die Gefährlichkeit von KJ2 habe wissen müssen.

Auch die Frage der Zuständigkeit von Staat und Provinz ist für das Verfahren relevant.

stol