Freitag, 13. Mai 2022

Was hat die Pandemie gekostet? Ein Rechenbeispiel

Unglaubliche 338.277.775 Tage – zusammengerechnet mehr als 900 Jahre – haben Menschen in Italien vom 1. Mai 2020 bis zum 30. April 2022 in Isolation verbracht: Die Isolationstage verteilen sich auf 16.083.369 infizierte Personen: Die durchschnittliche Isolationsdauer pro Kopf lag bei 21 Tagen. Im letzten Halbjahr war sie deutlich kürzer: 17,6 Tage.

Die Berechnungen bilden freilich nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Situation ab: Aber sie vermitteln ein Gefühl dafür, welchen Belastungen das System während der Pandemie ausgesetzt war. - Foto: © ANSA / GIUSEPPE LAMI / Z66 / Z66 / Z66

Diese Zahlen sind in der Analyse von Cesare Cislaghi, dem ehemaligen Präsidenten der Italienischen Gesellschaft für Epidemiologie, enthalten und wurden im Blog „Come sta la Sanità“ der Zeitschrift „Epidemiologia & Prevenzione“ veröffentlicht, wie die Nachrichtenagentur Ansa schreibt.

In den beiden Pandemiejahren zählten Normalstationen in Italien insgesamt 8.036.105 Krankenhaustage, 866.527 waren es auf den Intensivstationen.

Die hohen sozialen Kosten der Pandemie werden an diesen Zahlen offenkundig, schreibt Cislaghi. Gehe man von Kosten in Höhe von 50 Euro für jeden verlorenen Tag aus, würde sich die Rechnung über 24 Monate auf 17 Milliarden bzw. – bis zum 1. Mai 2022 – auf 61,5 Millionen pro Tag belaufen.

Die Kosten für die vielen Krankenhausaufenthalte seien um ein Vielfaches höher, rechnet Cislaghi vor.

Am 1. Mai letzten Jahres seien 9738 Positive auf den Normalstationen und 366 auf den Intensivstationen aufgenommen worden: „Die täglichen Kosten belaufen sich auf knapp 5 Millionen Euro im medizinischen Bereich und etwas mehr als eine halbe Million Euro auf der Intensivstation.“ Wenn man die Gesamtzahl der Krankenhaustage im medizinischen Bereich (8.036.105) und auf der Intensivstation (866.527) in den beiden Jahren betrachte, lägen die geschätzten Kosten auf etwas mehr als 4 Milliarden für die Normalstation-Aufenthalte und 1,3 Milliarden für jene auf der Intensivstation. Natürlich könne den Zahlen kein echter wirtschaftlicher Wert beigemessen werden: „Aber sie dienen dazu, die mit der Pandemie verbundenen Kosten zu verstehen“, schreibt er.

stol

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden