Jugendgewalt ist ein Phänomen, dem wir in Südtirol mittlerweile fast täglich begegnen. Welch kriminelle Energie so mancher Jugendliche an den Tag legt, zeigt ein Fall, der sich am Dienstag beim Parkhaus Bozen-Mitte ereignet hat.<BR /><BR />Ein Video, das derzeit die Runde macht, dauert zwar nur 9 Sekunden, aber was zu sehen ist, das hat es in sich: Ein Reisebus mit Jugendlichen aus Verona an Bord wird vor der Halle der Freiwilligen Feuerwehr Bozen beim Parkhaus Bozen-Mitte, von einem anderen Jugendlichen mit Steinen attackiert. Zweimal schleudert er Steine gegen das Fahrzeug, schlussendlich geht eine Scheibe zu Bruch. Es sind hysterische und schockierte Schreie zu hören.<BR /><BR />Sehen Sie hier:<BR /><BR /> <video-jw video-id="61jJzdX6"></video-jw> <BR /><BR /><BR />Wir haben unsere Leser dazu aufgerufen, uns ihre Meinung zu sagen, wie man dem Phänomen Jugendgewalt in Südtirol begegnen sollte, wie man das Problem in den Griff bekommen könnte. <a href="https://www.stol.it/tag/Gewalt%20in%20S%C3%BCdtirol" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier finden Sie mehr zum Thema.)</a><BR /><BR />Die Antworten waren sehr zahlreich und unterschiedlich. Einige haben wir bereits Anfang April veröffentlicht. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/was-unternehmen-gegen-jugendgewalt-in-suedtirol-das-sagen-die-stol-leser" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Sie finden sie hier.</a> Im Folgenden lesen Sie nun weitere eingesandte Meinungen unserer Leser.<h3> „Phänomen nicht neu“</h3>„Dieses Verhalten mancher Jugendlichen mit Migrationshintergrund gibt es nicht erst jetzt. Mein Sohn wurde schon vor 16 Jahren ohne Grund von mehreren solchen Jugendlichen in der Mittelschule arg verprügelt. Aber damals hieß es vonseiten der Schuldirektion und den Carabinieri, man müsse die Situation nicht überbewerten – obwohl mein Sohn sogar stationär im für 3 Tage im Krankenhaus war. Jetzt ist die Situation schon lange aus dem Ruder gelaufen.“<BR /><BR />Martha Reich<BR /><BR />++++++++<h3> „Militärdienst wieder einführen“</h3>„Die Ordnung fängt in der Familie an, wenn jemand gegen das Gesetz verstößt, muss man bestraft werden. Wer arbeitet, ist am Abend müde. Man sollte den Militärdienst für ein halbes Jahr wieder einführen.“<BR /><BR />Markus Marth<BR /><BR />++++++++<h3> „Eltern kümmern sich zu wenig“</h3>„Meine Meinung ist, dass sich die Eltern selbst zu wenig um die Sicherheit ihrer Kinder kümmern. Als meine Kinder zur Schule gegangen sind und es Probleme gegeben hat, habe ich es sofort mit den anderen abgeklärt, damit es nicht eskaliert, was auch immer zum Erfolg geführt hat.“<BR /><BR />Walter Rabensteiner<BR /><BR />++++++++<h3> „Auf Jugendliche einwirken“</h3>„Ich glaube, dass die Probleme in den Familien schon beginnen, und würde daher einen gewissen Druck ausüben. Auch würde ich versuchen, auf die Jugendlichen einzuwirken. Letzte Optionen wäre die Familie nach Möglichkeit auszuweisen.“<BR /><BR />Karl Küer<BR /><BR />++++++++<h3> „Etwas tun, das der Allgemeinheit nützt“</h3>„Jede Tat hat Konsequenzen, so ist das Leben! Meiner Meinung nach sollte jeder für das, was er tut, Folge leisten müssen. Egal, ob Italienisch, Deutsch, Ladinisch oder Ausländer, Männlein/Weiblein – ganz egal. Jeder!<BR /><BR />Bei der heutigen Frühreife der Kinder sollte jeder ab 9/10 Jahren, wenn er etwas Rechtswidriges tut, es sozial abarbeiten müssen: Müll von der Straße aufsammeln, Busse putzen, im Tierheim helfen... Alles, was der Allgemeinheit nützt. Und das aber ordentlich, nicht 2 bis 3 Stunden, sondern je nach Tat richtig angepasst. Ab 12 Jahren (wieder in Anbetracht der Frühreife der Jugend heutzutage) sollte dann jeder strafmündig werden. Im Alter von 12 bis 18 Jahren sollte dann die Jugendstrafmündigkeit gelten.<BR /><BR /> Im späteren Leben ist es so, dass es für alles Konsequenzen gibt, es kann nicht jeder tun, was er will, und wenn es dann – so wie es jetzt ist – immer mehr auch gegen das Wohlergehen anderer geht, dann muss das der Gesellschaft/den Menschen schon früh genug und eindeutig gezeigt werden, dass das so nicht geht! Ansonsten lernt der Mensch einfach nicht. Seien wir ehrlich, das ist so.“<BR /><BR />Melanie Weiss<BR /><BR />++++++++<h3> „Eltern bestrafen“</h3>„Ich würde die Eltern bestrafen, denn die haben etwas in der Erziehung falsch gemacht.“<BR /><BR /><BR />Patrick Mahlknecht<BR /><BR />++++++++<h3> „Sozialgeld streichen“</h3>„Meiner Meinung hat die Landesabgeordnete Ulli Mair einen super Vorschlag gemacht. Solchen Eltern, die ihren Kindern kein Benehmen beibringen, gehört das Sozialgeld gestrichen. Bevor keine strengeren Gesetze gemacht werden, werden wir keinen Respekt erhalten, was unsere Kinder noch härter treffen wird.“<BR /><BR />Rosmarie Pichler<BR /><BR />++++++++<h3> „21 Jahre bei der Stadtpolizei – würde Beruf nicht mehr wählen“</h3>„Mein Mann und ich sind im Rentenalter und können endlich mit Abo+ das eigene Auto in der Garage wochenlang stehen lassen und öffentliche Mobilität mit Zug, Bus usw. genießen: Letzten Winter im Zug von Franzensfeste saßen wir neben 4 deutschsprachigen Jungs mit den Schuhen auf den gegenüberliegenden Sesseln, welche andauernd 1,5-Liter-Plastikflaschen von Getränken durch die Luft wirbelten und dabei eine in meine Richtung warfen. Die habe ich einfach abgefangen und nicht mehr zurückgegeben mit der Begründung: So geht das nicht.<BR />Kein Schaffner weit und breit zu sehen bis Bozen, dann stiegen sie aus.<BR /><BR />Im Bus Falzeben nach Meran/Rennweg Jungs und deutschsprachige Mädchen im Alter 16/17, die sich prügelten, dort ausstiegen: Keinerlei Reaktion seitens des Fahrers. Weitere beschimpften den Fahrer, als er von der Goethestraße zum Bahnhof Meran abbog, weil die Restlichen ins Algo nach Algund wollten. Vor 2 Jahren im Mai meldete ich telefonisch Vandalenakte: Drogenumschlagplatz im Park der FOS Meran an 20 Abenden von 30, von 17 Uhr bis 24 Uhr: mit lauter Musik, Kampfhunden, teils im trunkenen Zustand. Die Carabinieri haben meine Telefonate alle aufgezeichnet, Polizei und Stadtpolizei; ich wurde vertröstet, um 22 Uhr sei Lockdown. Jetzt ist es öffentlich, weil der Topf überkocht.<BR /><BR />Habe 21 Jahre im Dienste der Stadtpolizei gedient. Würde diesen Beruf nie wieder wählen.“<BR /><BR />Annamaria Malleier<BR /><BR />++++++++<h3> „Jugendliche zur Verantwortung ziehen“</h3>„Es wird zu wenig getan bei den Jugendlichen, deswegen machen sie sowas. Sie denken: Ich bin minderjährig, mir passiert eh nix. Egal, ob minderjährig oder volljährig – sie müssen dafür gerade stehen, und nicht denken, mir passiert nix, kann tun und lassen, was ich will, sind ja die Eltern, die bezahlen. Jeder Jugendliche muss dafür verantwortlich gemacht werden.“<BR /><BR />Annemarie Holzeisen<BR /><BR />++++++++<h3> „Wo ist die Liebe geblieben?“</h3>„Die jungen Jahre sind so wichtig für unsere Kinder. Zuneigung, Verständnis, Kommunikation, Bewertungen: Es fängt schon in der Kinderstube an, bei den Eltern. Haben wir vergessen, dass wir alle mal Kinder waren? Wo ist die Liebe geblieben? Sie sind Suchende geworden und Süchtige. Ich umarme sie alle unsere Kinder.“<BR /><BR />Margarethe Telser<BR /><BR />++++++++<h3> „Beiträge streichen“</h3>„Den Eltern dieser Jugendlichen, bei wiederholter Gewaltbereitschaft, alle Beiträge streichen. Dann löst sich das Problem zu Hause von alleine.“<BR /><BR />Norbert Gerstgrasser<BR /><BR />++++++++<BR /><h3> „In Meran: Jugendliche lungern herum“</h3>„Ich selbst wohne in Meran und bin schockiert über die Vorgänge.<BR />Das im Bus war nur eine Episode. Es ist an der Tagesordnung, dass Meran von minderjährigen oder gerade volljährigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund belagert wird. Gehen Sie mal nach dem Einkaufen vom Shopping Center ,Centrum‘ raus, es wimmelt von Jugendlichen, die nur darauf warten, mit jemandem zu streiten. Vor der Schule, die kürzlich überschwemmt wurde, lungern nachmittags/abends haufenweise ausländische Jugendliche rum, wenn man sie nur falsch anschaut, kommt es zu Wortgefechten. Kann das sein? Natürlich nicht.<BR />Und solche Szenen wie letzthin im Bus auch nicht. Gehen Sie mal im Sommer ins Meraner Lido, letztes Jahr gab es einige Schlägereien und Vandalenakte/zerstörte Autos. Dass das so nicht geht, darüber sind wir uns einig, denke ich.<BR /><BR />Aber, was kann man tun? Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Sofort den Eltern dieser Jugendlichen alle Beiträge streichen, für 3 Monate; wenn nichts mehr passiert, ok, dann wieder Beiträge. Werden deren Kinder nochmals straffällig, Beiträge wieder weg, 6 Monate.<BR />Das ist die einzige Lösung. Eltern sind verantwortlich für die Kinder, deshalb muss man dort eingreifen.“<BR /><BR /><BR />Thomas Weis<BR /><BR />++++++++<h3> „Nach den Gründen fragen“</h3>„Man muss sich immer fragen: Warum tun Jugendliche so etwas? Wie sind Jugendliche so geworden? Was hat Jugendliche geprägt? Es gibt immer einen Grund! Jugendliche sind seit der Geburt im Elternhaus, Kindergarten, Schule, bei Freizeitaktivitäten. Dort wird man auch die Gründe finden. Schon Dr. Gerald Hüther sagt, dass sich Kinder und Jugendliche selbst und andere zum Objekt machen, wenn es ihnen in der Schule nicht gut ergangen ist. Es liegt an uns allen, auch an den Institutionen, sich jeden Menschen genau anzusehen. Leider wird das nicht gemacht.“<BR /><BR />K. Brunner<BR /><BR />++++++++<h3> „Auch schon früher Probleme mit Schlägern“</h3>„Ich bin Jahrgang 1958 und muss sagen dass es auch in meiner Zeit Jugendliche gab (z. B. die Obermaiser Bande), die aus unerklärlichen Gründen zugeschlagen haben (ich war auch ohne Grund betroffen). Bei Meldung bei der Quästur wurde mir gesagt, dass ich besser keine Anzeige erstatten solle, weil ich sonst mit Repressalien rechnen müsste. Ich habe nun 2 kleine Neffen in Burgstall, die früher oder später auch Busse nach Meran oder sonst wohin benutzen werden. Ich bin überzeugt, dass diese Jugendbanden nix zu befürchten haben (unsere Gesetzgebung hat diesbezüglich einige Lücken), und auch die Eltern nicht zur Verantwortung gezogen werden können, weil meistens Sozialhilfe-Empfänger und selbst erziehungsbedürftig. Mein Vorschlag: Die Jugendlichen müssten Sozialhilfe leisten unter Aufsicht kompetenter Personen.“<BR /><BR />Christine Riegler<BR /><BR />++++++++<h3> „Schon in der Grundschule präventiv eingreifen“</h3>„Es ist erschreckend, wie unsicher unser Land ist. Traurig ist es, wenn Eltern, Kinder, Teenies Angst haben müssen, in die Schule zu gehen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, abends bzw. nachts auszugehen und Spaß zu haben. All das schränkt unser aller Leben ein. Ich finde, die Polizei sollte viel präsenter sein, an Bahnhöfen, in den Bussen und Zügen, vor den Schulen und weniger in ihren Büros sitzen, was durch die ganze Bürokratie sicher nicht immer einfach ist.<BR /><BR />In den Schulen sollte dieses Thema besonders aufgegriffen werden, zu dem Thema Gewalt wird nichts bis gar nichts unternommen, es gibt keine Projekte, Vorträge usw. Die Schule ist Treffpunkt sehr vieler Kinder in den verschiedensten Altersgruppen und Gewalt beginnt schon sehr früh, leider.<BR /><BR />Es sollte schon in den Grundschulen präventiv etwas gemacht werden. Damit meine ich Projekttage mit Sozialarbeitern, die alle wichtigen Bereiche zum Thema Gewalt bearbeiten. Hier sollte schon angesetzt werden, im Jugendalter ist es viel schwieriger, solche Kinder zu erreichen.“<BR /><BR /><BR />A. D.<BR /><BR />++++++++<h3> „Nicht nur eine Seite Schuld“</h3>„In den meisten Fällen ist nicht nur eine Seite Schuld. Meine Mutter sagte bei ähnlichen Fällen: ,Auch ihr werdet schon nicht ganz unschuldig sein!‘“<BR /><BR />Martin Aichner<BR /><BR />++++++++<h3> „Filme prägen Jugendliche“</h3>„Die tägliche Infiltration von Filmen und dergleichen trägt auch dazu bei, es gibt keine Hemmschwelle mehr.“<BR /><BR />Cilli Folie<BR /><BR />++++++++<h3> „Übeltäter finden: Belohnung aussetzen“</h3>„Bezüglich <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/segantini-schule-bleibt-dieses-jahr-wohl-zu-auf-angriff-geschlossen-reagieren" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Schule unter Wasser:</a> Da müsste ein Präzedenzfall geschaffen werden, 100.000 Euro Belohnung für die Namen der Übeltäter ausloben, am nächsten Tag sind die Namen der Täter sicher bekannt, sonst ist in Kürze die nächste Schule unter Wasser. Bezüglich Gewalt in Schülerbussen: Ein Securitymann fährt jeweils in den paar Bussen mit, Männer wie sie auch vor den Diskotheken stehen, kostet nicht so viel und ist sicher wirksam.“<BR /><BR />Fritz Ohnewein <BR /><BR />++++++++<h3> „Beschäftigungstherapie ist das beste Rezept“</h3>„Ich würde die straffälligen Jugendlichen in sozialen Einrichtungen ordentlich arbeiten lassen, Beschäftigungstherapie ist das beste Rezept.“<BR /><BR />Ulrike Margesin<BR /><BR />++++++++<h3> „Kuschelpädagogik hilft leider nicht viel“</h3>„Kuschelpädagogik hilft leider nicht viel, wie wir sehen,deshalb härter durchgreifen und strafen. Wenn diese Methode in unserer Jugend funktioniert hat, warum soll das bei den Einwanderern nicht gehen?“<BR /><BR />Martin v. Pretz <BR /><BR />++++++++<h3> „Mit gutem Beispiel vorangehen“</h3>„Ich habe selbst einen erwachsenen Sohn und eine Tochter. Was mir auffällt, es sind junge Menschen, die ihre Kraft irgendwo verlieren müssen.<BR />Sie erleben sicherlich auch Gewalt und Auseinandersetzung in ihrem häuslichen Umfeld. Das spitzt die Lage zu. Das Zuhause sollte immer noch der Ort sein, wo mehr gesprochen wird als geschlagen. Viele Eltern sind überfordert mit allem, was eine gute Erziehung voraussetzt.<BR />Auch die Medien tragen ihren Beitrag dazu bei. Es werden größtenteils negative Nachrichten veröffentlicht, die dazu führen, selbst Gewalt anzuwenden und zu schüren. Was könnten gute Lösungsansätze sein?<BR /><BR />Jeder Mensch sollte nach seinem besten Wissen und Gewissen so handeln, dass wir in Zukunft Jugendliche heranziehen, die selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Das sollte in unser aller Gesellschaft mehr denn je im Vordergrund stehen. Wir werden jeden Tag dazu aufgerufen, das Bestmögliche zu tun für unsere Kinder. Denn sie sind die Zukunft.<BR />Das sollte uns allen bewusst sein.“<BR /><BR /><BR />Andreas Sandbichler<BR /><BR />++++++++<BR /><BR />„Militärdienst einführen, dann lernen die Jugendlichen Bildung, denn die Eltern haben keine Zeit mehr dafür.“<BR /><BR />Ferdinand Reiterer<BR /><BR />++++++++<h3> „Wurde Zeugin von Jugendgewalt“</h3>„Vor knapp 3 Wochen habe ich die Gewalt eines Jugendlichen erlebt: Er hat einen jüngeren Jungen an der Bushaltestelle andauernd geschlagen und gestoßen. Ich war geschockt, es passiert auch in unseren kleinen Dörfern, das darf nicht sein.<BR /><BR />Mein instinktiver Weg war, dass ich den Täter mit meinen Augen fixiert habe, ihm ohne Worte zu verstehen gegeben habe, dass er kein Recht hat, den Kleinen zu schlagen. Es hat für den Moment geklappt, er hat die Schläge sein lassen, der Kleine konnte sich aus der Gefahrenzone bringen. Der Täter wusste sicher, dass ich vom Dorf war. Er wird es wieder machen und wieder...Es fehlt eine Anlaufstelle, im Dorf, in den Städten. Es bräuchte Flyer an Bushaltestelle mit Telefonnummer, damit Kinder, Jugendliche, Erwachsene die Möglichkeit haben, über das Geschehen reden zu können, sich gleich Hilfe zu holen. Es bräuchte Vorträge in Gemeinden, Schulen, Kindergärten, um zu sensibilisieren: Was können wir Erwachsene machen?<BR /><BR />Das war mein nicht schönes Erlebnis und es macht mich traurig, aber ich werde immer daraus lernen und versuchen, es zum Positiven zu wenden, denn gemeinsam in der Gesellschaft gemeinsam finden wir einen Weg da raus.“<BR /><BR />Bernadette Lamprecht<BR /><BR />++++++++<BR /><BR />„Die Jugendlichen sollen ihre Straftaten mit gemeinnütziger Arbeit ableisten. Bei gröberen Aktionen: für eine Zeitlang ins Heim. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund sollte man für ihre Familie, die Leistungen streichen und mit Sozialstunden abdienen. Sie sollen merken, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat. Wenn es ganz gravierend wird, abschieben. Wenn keine Konsequenzen zu befürchten sind, wird sich nichts ändern.“<BR /><BR />Stephanie Kalser<BR /><BR />++++++++<h3> „Habe als Kind Mobbing erlebt“</h3>„Auch ich habe als Kind Mobbing erlebt. Sei es in der Schulklasse durch Mitschüler, die mich systematisch aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen haben. Die Lehrer haben das auch mitbekommen, aber niemals etwas unternommen. Außerhalb der Schule gab es einen Jungen, der mich über viele Jahre tyrannisiert hat, mit Einschüchterungen und Schlägen. Aber auch hat er mich über mehrere Stunden in einer verlassenen Garage eingesperrt. Hätte er mich nicht wieder herausgelassen, dann wäre ich dort geblieben. Meine Eltern haben mit dem Jungen und seinen Eltern zwar gesprochen, aber nach 2 Tagen hat er wieder von vorne angefangen. Auch Schläge von seinem Vater haben ihn nicht daran gehindert, mich zu mobben. Erst als ich 14 Jahre alt war und er mich wieder einmal geschlagen hatte, habe ich mich endlich gewehrt und zurückgeschlagen. Seit diesem Tag hat er mich in Ruhe gelassen. Also ist Gegenwehr auf jeden Fall nicht falsch.<BR /><BR />Meines Erachtens hat es immer schon böswillige Kinder gegeben, die im Notfall auch noch von den Eltern Schutz erhalten, weil die Eltern gleich doof sind. Heute gehen die gestörten Kids halt nicht mehr alleine auf die Straße und tyrannisieren andere, sondern sie machen das in Gruppen, um ihre eigentliche Schwäche zu verstecken.<BR />Die Gesellschaft war auch vor 40 Jahren nicht besser als heute. Wir hatten zwar nicht mit Menschen mit Migrationshintergrund zu tun, die sich nicht anpassen konnten oder wollten, jedoch auch unsere einheimischen Kids waren oft darauf aus andere zu verletzen.<BR /><BR />Ich bin erwachsen geworden und denke heute noch oft traurig an diese Zeit zurück, in der ich von keinem Erwachsenen Unterstützung erhalten habe. Heute wird das Thema Gewalt und Jugendliche einfach mehr thematisiert. In den 80er Jahren gab es keine Streetworker und Jugenddienste, die schwer erziehbare Kinder begleitet haben. Auch war es den Lehrern damals ziemlich egal, wie es Schülern seelisch ging. Entweder man brachte Leistung in der Schule oder man war ein Loser. Das zeigten dir die Lehrer wie die Mitschüler.“<BR /><BR />Dagmar Nicolussi<BR /><BR />++++++++<BR /><BR />„Es läuft gewaltig aus dem Ruder! Meine Meinung: Es muss hart durchgegriffen, das Umfeld aller Gewalttätigen durchleuchtet und schnelle Hilfe angeboten werden. Sonst gehen wir unter. Es ist 5 vor 12!“<BR /><BR />Rosa Maria Reich <BR /><BR />++++++++<h3> „Mit gutem Beispiel vorangehen“</h3>„Was wir als Eltern ernten, wenn wir heranwachsende Kinder haben, ist auf die vorausgegangene Erziehung zurückzuführen. Sollten tatsächlich Konflikte an der Tagesordnung sein, so bedeutet das, dass die Heranwachsenden uns was zeigen möchten. In der Familie ist demnach wichtig: gute, positive Kommunikation führen. Wertschätzung, Zuhören, den Kindern verbal oder non-verbal stets das Gefühl vermitteln, dass wir für sie da sind. Sich für sie Zeit nehmen. Und ganz wichtig: mit gutem Beispiel vorangehen.“<BR /><BR />Christine Dalvai<BR /><BR />++++++++<BR /><h3> „Berufung der Mutter bei den Kindern zu sein“</h3>„Wenn Kinder von der Geburt an nicht das Urvertrauen, die Geborgenheit, die Liebe erhalten, das Grundvertrauen, dass sie gewollt, geliebt und angenommen werden, wenn das alles fehlt, dann werden sie irgendwann kriminell, sie wollen der Gesellschaft zeigen und die Eltern spüren lassen, dass sie auch wer sind. Daher ist die Familie die Zelle, wo den Kindern die Werte mitgegeben werden, die sie für das Leben, für eine gesunde Entwicklung nötig haben, sonst können sie später sehr schwer selbst eine gesunde Zelle, eine intakte Familie für ihre Kinder sein. Wo erleben die Kinder heute wirklich Familie, Rücksicht, Teilen, füreinander Dasein? Viele Kinder werden schon sehr früh, d. h. in den wichtigsten Jahren, von der Mutter über Stunden getrennt. Diese Kinder werden später sehr darunter leiden. Eine Mutter hat bei den Kindern zu sein. Das ist das Wichtigste, um dem Kind eine gesunde Entwicklung und Entfaltung zu gewährleisten. Diese Zeit der Mutter muss vom Staat unterstützt werden. Die Gesellschaft, die gescheiterten Ehepaare,<BR />und, und, und, sind Gift für die Kinder und Jugendlichen. Es wäre noch viel mehr dazu zu sagen. Jedenfalls hat eine Mutter bei den Kindern zu sein, das ist ihre ganz einzigartige Berufung, die enorm wichtig ist.“<BR /><BR /> Notburga Gorfer<BR /><BR />++++++++<h3> „Sozialdienst für Jugendliche – Nicht alles auf Familie abwälzen“</h3>„Auch Jugendliche müssen Verantwortung tragen. Eventuell geringere Strafen wären ok: zum Beispiel Sozialdienst. Alles auf die Familie abzuwälzen, wäre auch nicht richtig, weil viele unter Umständen nichts haben und somit straffrei werden.“<BR />Helmuth Fischnaller<BR /><BR />++++++++<h3> „Schäden begleichen“</h3>„Da diese Jugendlichen zurzeit nicht strafmündig sind, manche Eltern auch mittelos und viele davon sich in unseren Sozialsystemen wiederfinden, würde ich Folgendes vorschlagen: Ab der Volljährigkeit sollte auch für die im Jugendalter getätigten schweren (nicht einfache Lausbubenstreiche gemeint), wirklich schweren, verursachten Schäden an Mensch,Tier und groben Sachbeschädigungen geradegestanden werden müssen. Und dies so: Wenn die verursachten Schäden (an Mensch,Tier und Sachen) bisher von Eltern bzw. Versicherungen nicht beglichen wurden, ein lebenslanger Ausschluss von allen Sozialleistungen, solange die verursachten Schäden nicht beglichen wurden.“<BR /><BR />Wilfried Kirchler<BR /><BR />++++++++<BR /><h3> „Oft ist das Elternhaus überfordert“</h3>„Das ganze Dorf soll Verantwortung für die Jugend übernehmen, nicht nur das Elternhaus. Denn oft ist das Elternhaus überfordert.“<BR /><BR />Konrad Maly<BR /><BR />++++++++<h3> „Freundschaften knüpfen“</h3>„Was bei uns absolut nicht funktioniert, ist die Integration. Das allererste sollte die Sprache sein: Deutsch oder Italienisch für ein Jahr für Eltern und Jugendliche mit Migrationshintergrund als Pflicht. Dadurch öffnet sich eine Tür, um Freundschaften mit Einheimischen zu knüpfen und sie fühlen sich nicht ausgeschlossen in unserem Land und bilden nicht halbstarke Gruppen.“<BR /><BR />Antonia Hofer<BR /><BR />++++++++<BR /><BR />„In erster Linie müssen die Eltern zur Rechenschaft gezogen werden, da bei der Erziehung die Eltern versagt haben oder überhaupt sich um die Kinder nicht kümmern.“<BR /><BR /> Hermann Gurschler<BR /><BR />++++++++<h3> „Prävention: Nicht jeder kann sich Sportverein leisten“</h3>„Ich würde auf Prävention setzen. Ich finde, dass Sportvereine und Musikschulen für jedes Kind zugänglich sein müssen. Dort lernen sie Dinge wie Teamgeist, Niederlagen einstecken, Respekt u.v.m., aber vor allem ist Kindern, die Sport treiben, nicht langweilig. Aber...Sport kostet und nicht jeder kann es sich leisten, seine Kinder in Sportvereine einzuschreiben. In Südtirol haben wir so viele kostspielige und unsinnige Bauten und Projekte, aber für wirklich wichtige Dinge bleibt dann meistens kein Geld übrig. <BR /><BR />Und sollte dennoch die eine oder andere Straftat geschehen, müssen diese Kinder und Jugendliche zur Verantwortung gezogen werden, indem sie in Altenheimen, im Krankenhaus, in Kindergärten usw. Sozialstunden leisten.“<BR /><BR />Tanja Bernard<BR /><BR />++++++++<h3> „Die Gesellschaft lebt es den jungen Menschen vor“</h3>„Es erschreckt mich zutiefst, dass bereits so junge Menschen gewalttätig sind. Ich frage mich, warum? Die Umwelt macht es ihnen ja vor. Fast jeden den Tag werden Femizide verübt, immer wieder gibt es Totschlag und Mord. Kinder hören und sehen ja immer wieder Gewalt; leider auch im Fernsehen. Es gibt zu viel Krimis, anstatt dass man öfters lehrreiche und interessante Filme zeigen würde; nein, Krimis überwiegen!<BR /><BR />Ich denke nicht, dass die Eltern diese Kinder misshandelt oder schlecht erzogen haben. Beide Elternteile sind gezwungen zu arbeiten, besonders jetzt aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten. Die Zeit ist für alle schwierig. Kindergewalt gegen Mitschüler und Totschlag sind eine Tragödie. Wenn sich die furchtbaren Ereignisse auf dieser Welt nicht ändern, wird es noch schlimmer werden.“<BR /><BR />Eleonora C.<BR /><BR />++++++++<h3> „Diese Jugendlichen sind nicht ausgelastet“</h3>„Eltern sind zuständig und müssen die Kinder beaufsichtigen und sich informieren, was sie in der Freizeit machen. Diese Jugendlichen sind nicht ausgelastet und bräuchten Beschäftigung, Sport, kleinere Arbeiten sollten sie verrichten dürfen, damit sie Energie abbauen können.“<BR /><BR />Paula Pichler<BR /><BR />++++++++<h3> „Mein Enkel wurde im Schulhof mit Messer bedroht“</h3>„Ich hoffe, dass diese Jugendlichen zur Verantwortung gezogen und auch bestraft werden. Es handelt sich zwar im Großteil um Minderjährige, sie wollen aber als Erwachsene betrachtet werden. Wenn diese Aktionen nicht mit Strafen geahndet werden, schrecken Gleichgesinnte nicht davor zurück, diese Taten ebenfalls anzuwenden. In jedem der veröffentlichten Artikel spricht man stets nur von den Tätern, teils wegen Migrationshintergrund, familiärer Probleme, sich vor anderen behaupten müssen usw. Was ist aber mit den Opfern? Darüber spricht niemand. Was geht in diesen Jugendlichen vor? Zuerst die Angst bei den Angriffen, dann die Angst auch nachher, denn den Tätern passiert nichts, und sie stehen sich tagtäglich gegenüber und sie wissen nicht, ob es nicht wieder passiert. Ich äußere mich als Betroffene, mein Enkel wurde vor ca. 4 Wochen im Schulhof von einem Mitschüler mit dem Messer bedroht und bestohlen. Die Medien haben darüber berichtet, aber geändert hat sich nichts, denn niemand fühlt sich verantwortlich. Mein Enkel ist seit seinem zweiten Lebensjahr gesundheitlich vorbelastet. In der Pubertät hatte sich sein Zustand zu unser aller Freude stark verbessert, die Messerattacke hat den positiven Verlauf aber um vieles zurückgeworfen und er muss wieder mehr ärztliche Betreuung in Anspruch nehmen. Vor allem die Politik und auch die Schule: Unternehmt endlich etwas dagegen, denn wenn es so weiter geht, bleibt es bald nicht mehr nur bei Verletzungen.“<BR /><BR />M. H.<BR /><BR />++++++++<h3> „Gewalttäter nur in Begleitung in den Bus“</h3>„Danke für die Möglichkeit zu den Gewalttaten Jugendlicher Stellung zu nehmen. Es ist erschreckend, was alles vorfällt!<BR />Einen Denkanstoß für Situationen im Schulbus: Ich finde, man soll nicht den bedrohten Kindern einen eigenen Bus zur Verfügung stellen<BR /> – dann haben die Gewalttäter ihr Ziel erreicht. Man soll die gewalttätigen Kinder nur in Begleitung eines Verantwortungträgers des<BR /> Jugendlichen in den Bus einsteigen lassen! Ich hoffe die Behörden bekommen diese Situationen gut in den Griff.“<BR /><BR />Paul Hainz<BR /><BR />++++++++<h3> Probleme im Unterland mit Mittelschülern</h3>„Wohlwissend, dass es bestimmt nicht ein Phänomen der heutigen Zeit ist, dass Heranwachsende ihre Grenzen austesten wollen und damit manchmal übers Ziel hinausschießen: Es nimmt immer bedenklichere, teilweise sogar beängstigendere Ausmaße an. Bei den ,Tätern‘ handelt es sich keineswegs ausschließlich um so genannte Zugezogene, sondern um Kinder von alteingesessenen Familien. Zwischenzeitlich ist es auch hier im Unterland soweit, dass einige Eltern ihre Mittelschüler zur Schule fahren, weil sich diese nicht mehr in den Schulbus getrauen. Auch die Busfahrer sind vielfach den verschiedensten herausfordernden Situationen nicht gewachsen und in den Bussen geht es zu wie in Sodom und Gomorra! Ältere Personen sind auch oftmals verängstigt und wagen sich nicht mehr in den Schulbus. Als Mutter von 3 betroffenen Kindern bzw. Jugendlichen, welche nicht nur im Schulbus, sondern auch in den Schulen und den Schulhöfen gemobbt, schikaniert, drangsaliert und ausgegrenzt wurden, könnte ich förmlich ein Buch darüber schreiben. Leider hatten wir selten den Eindruck, dass die jeweiligen Schulen bzw. deren Lehrkräfte und Direktorinnen und Direktoren angemessen gehandelt und reagiert haben. Wenn noch mehr weggeschaut, ignoriert und klein geredet wird, könnte es zu schlimmsten Auswüchsen führen, siehe die Ereignisse der letzten Tage und Wochen.“<BR /><BR />M. K. <BR /><BR />++++++++<BR /><BR />„Ich wiederhole: Es müssen schärfere Gesetze und Konsequenzen umgesetzt werden.“<BR /><BR />Hilde Maria Kuppelwieser<Frage></Frage><BR /><BR /><b> <a href="https://www.stol.it/tag/Jugendgewalt" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Alle Berichte zur Jugendgewalt in Südtirol lesen Sie hier. </a></b><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />