Samstag, 23. April 2022

Italien: Weitere Hürden für Leihmutterschaft

Italien will weitere Schritte zur Bekämpfung der Leihmutterschaft unternehmen. Der Justizausschuss der Abgeordnetenkammer hat am Donnerstag den Grundtext eines Gesetzes angenommen, in dem vorgeschlagen wird, Leihmutterschaft dem Universalitätsprinzip zu unterziehen. Damit soll Leihmutterschaft als Verbrechen eingestuft werden, das verfolgt werden soll, selbst wenn es von italienischen Staatsbürgern im Ausland verübt wurde.

Carfagna: „Schwangerschaft ist keine Ware.“ - Foto: © shutterstock

Leihmutterschaft soll künftig als „Verbrechen gegen die Menschheit“ betrachtet werden.

Der Grundtext stammt von Giorgia Meloni, Oppositionschefin und Vorsitzende der Rechtspartei „Fratelli d´Italia“. Die Frist für die Einreichung etwaiger Abänderungsanträge wird in den nächsten Tagen festgelegt. Die italienische Gesetzgebung verbietet Leihmutterschaft, die bereits im Gesetz 40 von 2006 als Straftat definiert worden ist. Vorgesehen sind Freiheitsstrafen von 3 Monaten bis zu 2 Jahren sowie Geldstrafen zwischen 600.000 Euro und einer Million Euro. Mara Carfagna, Ministerin für territorialen Zusammenhalt, kommentierte: „Denjenigen, die sagen, dass dieses Gesetz die LGBT-Gemeinschaft diskriminiert, möchte ich in Erinnerung rufen, dass eine Schwangerschaft keine Ware ist und dass der Körper einer Frau, wie der eines jeden anderen, kein Objekt ist, über das man frei verfügen kann.“

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