Sie präsentierte auch die Statistiken zum Jahr 2023 – warum ein Wert auf eine „schwierige wirtschaftliche Lage“ für mehrere Berufsgruppen hindeutet. <BR /><BR /><BR /><BR />Tugendhafte öffentliche Verwaltungen oder ärmere Bürger? Diese Frage stellt sich angesichts der Daten zu den Rekursen an der Autonomen Sektion Bozen des Regionalen Verwaltungsgerichts: Im Verhältnis zur intensiven Verwaltungstätigkeit im Land sei die Zahl der eingereichten Rekurse laut Präsidentin Lorenza Pantozzi-Lerjefors „eher gering“, hieß es bei der Eröffnung des Gerichtsjahres. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1003961_image" /></div> <h3> Heuer 40 Jahre Autonome Sektion Bozen</h3>Die Autonome Sektion des Regionalen Verwaltungsgerichts wird heuer 40: Bei der gestrigen Eröffnung des Gerichtsjahres zeichnete Präsidentin Lorenza Pantozzi Lerjefors die eng mit dem zweiten Autonomiestatut verflochtene Geschichte der Autonomen Sektion nach. <BR /><BR />Sie verwies vor allem auf die Umsetzung des Rechts auf Einreichung von Rekursen in der eigenen Muttersprache und die damit einhergehende Übersetzungsarbeit italienischer Rechtstexte. <h3> Neuer Kodex mit „Digitalisierungspflicht als Antriebskraft“ </h3>Eingangs äußerte sich die Präsidentin auch positiv zu den rechtlichen Neuerungen von 2023, allen voran der neue Kodex der öffentlichen Aufträge, deren „Antriebskraft die Digitalisierungspflicht“ sei. Diese ermögliche eine transparentere Durchführung von Ausschreibungen unter dem wachsamen Auge der Antikorruptionsbehörde. <BR /><BR />Sehr detailliert behandelte Pantozzi Lerjefors den „Fall Twenty“ – und bemängelte, dass die öffentlichen Verwaltungen (Land und Gemeinde Bozen) den Entscheidungen der Verwaltungsgerichte nicht Folge geleistet hätten. <h3> Novum: Platzverweis vom Stadion </h3> Nicht wenige Rekurse betrafen 2023 Aufenthaltsverbote im urbanen Raum (sog. „Daspo urbano“) und behördlich verordnete Lokalschließungen. Ein Novum nach dem Aufstieg des FC Südtirol in die Serie B waren Platzverweise vom Fußballstadion – 2 entsprechende Rekurse wurden 2023 eingereicht.<BR /><BR />Auch die Wölfe schafften es gestern in den Festsaal der Gerstburg: Im Bereich Jagd und Fischerei seien 2023 einige Rekurse behandelt worden, u. a. 2 Sicherungsbeschlüsse zur Aufhebung von Dekreten zur Entnahme von Wölfen. Von der vorgeschlagenen Senkung des Schutzstatus auf EU-Ebene erhoffe man sich „eine flexiblere Handhabung.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1003964_image" /></div> <BR /><BR />Schließlich ging die Präsidentin auf die statistischen Daten ein, die einerseits zeigen, dass die Autonome Sektion nun mit 8 Richtern – neu dazugekommen ist Andrea Sacchetti – vollzählig ist und die Zahl der behängenden Rekurse immer kleiner, jene der entschiedenen immer größer wird. Es handelt sich übrigens seit 1989 um ein neues Rekordtief an behängenden Rekursen zum Jahresende.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1003967_image" /></div> <BR /><BR />Andererseits sei die Zahl der eingereichten Rekurse angesichts der intensiven Verwaltungstätigkeit in Südtirol relativ niedrig. Grund dafür könnte die tugendhafte Arbeitsweise der öffentlichen Verwaltungen sein – oder aber „die schwierige wirtschaftliche Lage, die auch in unserem Land viele Personen und Berufsgruppen zu spüren bekommen“, so die Präsidentin.