Bei einer Gruppe von Kindern rät Dr. Messner sogar dringend zur Impfung. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="713084_image" /></div> <BR /><BR /><b>Zuerst die persönliche Frage: Wenn Ihre 3 Söhne heute klein wären – würden Sie sie impfen lassen?</b><BR />Dr. Hubert Messner: Ja, da habe ich keinen Zweifel. Weil es jetzt den spezifischen Impfstoff für diese Altersgruppe gibt und auch sehr gute Daten über den Impfschutz und das Risikoprofil, den er bietet. Ich kann guten Gewissens allen Eltern das empfehlen. Und bei klinischen Risikopatienten rate ich die dringende Impfung an.<BR /><BR /><b>Was sind solche Risikopatienten?</b><BR />Dr. Messner: Einmal sind es Kinder und Jugendliche mit chronischen Lungenerkrankungen, Herzkrankheiten und neurologischen Problemen. Dann Kinder mit Stoffwechselstörungen, wozu auch Diabetes gehört. In solchen Fällen hätte ich nicht den geringsten Zweifel, da ist die Impfung dringend empfohlen. <BR /><BR /><b>Es ist aber auch bekannt, dass Covid-19 bei Kindern meist ohne Symptome oder sehr milde verläuft. Ist da die Impfung nicht etwas übertrieben?</b><BR />Dr. Messner: Wir haben in dieser Altersgruppe zum Glück viele milde und asymptomatische Verläufe. Aber wir haben leider auch Kinder, die im Krankenhaus und sogar auf der Intensivstation landen, und auch sterben. Was aber viele nicht berücksichtigen: Auch bei einem milden Verlauf kann bei Kindern und Jugendlichen das Long-Covid-Syndrom auftreten, also extreme Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten. Dazu kommt noch das Risiko eines multisystemischen Entzündungssyndroms. Da bedeutet, dass mindestens 2 verschiedene Organe – etwa Herz, Lunge oder Niere – entzündet sind. Das ist eine schwere Erkrankung,die zu Hospitalisierung führt. Wir müssen aber auch psychosoziale Folgen dieser Pandemie berücksichtigen. Stellen Sie sich vor: Kinder, die heute 2 Jahre sind, haben andere Menschen fast nie ohne Maske gesehen. Was bewirkt das in diesen Kindern? <BR /><BR /><b>Die Angst vor Nebenwirkungen ist bei Eltern verständlicherweise sehr verbreitet: Wer setzt schon sein Kind gerne einem Risiko aus?</b><BR />Dr. Messner: Ich verstehe die Sorgen der Eltern, aber das Risiko einer Erkrankung, das auch bei Kindern gegeben ist, ist um ein Vielfaches größer als das Risiko der Impfung. Das Sicherheitsprofil dieser Impfung ist, wie gesagt, sehr gut und die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat sich aufgrund der sehr sorgfältig erhobenen Daten ganz klar für die Impfung der jüngeren Altersgrupepn ausgesprochen. In den USA sind bisher 2,5 Millionen Kinder geimpft.<BR /><BR /><embed id="dtext86-51830429_quote" /><BR /><BR /><b>Welche Nebenwirkungen wurden beobachtet?</b><BR />Dr. Messner: Es gab nach den Daten der Studie überhaupt keine besonderen Nebenwirkungen. Die Impfreaktionen wie Muskelschmerzen, Fieber oder Kopfschmerzen sind ja bekannt. Mögliche allergische Reaktionen gegen den Impfstoff lassen sich tatsächlich nicht vorhersagen. Aber bei der Frage der Nebenwirkungen muss klar sein: Diese treten in den ersten Tagen bzw. Wochen auf und nicht etwa nach einem Jahr oder Jahren. Denn der Impfstoff, der übrigens funktionell ein Totimpfstoff ist, wird im Körper sehr schnell abgebaut. Er liefert dem Körper ja nur die Anleitung zur Produktion von Spikeproteinen des Coronaviruses, gegen die dann der Körper Antikörper bildet. Das ist alles. Insgesamt wurden bei Kindern also keine besonderen und schon gar keine schweren Nebenwirkungen nachgewiesen. Daher ist der Nutzen der Impfung weitaus größer als das Risiko – es geht um den Selbstschutz der Kinder und das gilt besonders für Südtirol mit seiner ansteigenden Welle. <BR /><BR /><b>Gegner der Impfung verweisen immer wieder darauf, dass hier ein sehr schnell produzierter und in Rekordtempo zugelassener Impfstoff eingesetzt wird – wir also gewissermaßen Versuchskaninchen sind.</b><BR />Dr. Messner: Das stimmt aber nicht! Die mRNA-Technik, auf der zum Beispiel der Impfstoff von BioNTech/Pfizer und Moderna beruht, wird seit mehr als 20 Jahren besonders im Rahmen der Onkologie erforscht. Über diese Technik kann jedem Körper individuell mitgeteilt werden, welche Antikörper er gegen Tumorzellen entwickeln soll. Nach dem Auftreten der Pandemie wurde diese Technik auf die Bekämpfung des Virus angewandt, mit Erfolg. Aber sie ist keineswegs neu, sondern seit 20 Jahren erprobt. <BR /><BR /><b>Sie haben fast 40 Jahre lang als Kinderarzt gearbeitet. Wie oft mussten Sie Kinder mit den viel zitierten „Impfschäden“ behandeln?</b><BR />Dr. Messner: Ich habe selbst sehr viele Kinder geimpft, zum Beispiel gegen Masern. Aber ich habe nie schwerwiegende Nebenwirkungen gesehen, wirklich nie. Die üblichen Impfreaktionen wie Fieber, Muskelschmerz und Ähnliches, aber schwere Impfschäden – nein, damit wurde ich nie konfrontiert. <BR /><BR /><BR /><BR />