Mittwoch, 16. Juni 2021

Fahrradbrücke offiziell nach Alexander Langer benannt

Heute Vormittag wurde die Fahrradbrücke über den Eisack, die den Fahrradweg in der Triester Straße hinter dem Schwimmbad mit der Trienter Straße verbindet, offiziell nach Alexander Langer (1946-1995) benannt. An der Benennungsfeier nahmen am heutigen Mittwoch neben den offiziellen Vertretern auch Angehörige, Freunde und Wegbegleiter Langers teil.

Eine Gedenktafel für Alexander Langer wurde am Mittwoch in Bozen eingeweiht.
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Eine Gedenktafel für Alexander Langer wurde am Mittwoch in Bozen eingeweiht. - Foto: © Grüne Bozen
So waren Bürgermeister Renzo Caramaschi und den Vertretern der Stadt und der Landesregierung dabei und auch Langers Witwe Valeria Malcontenti, seine Brüder Martin und Peter sowie viele Freunde und Weggefährten bei der Feier dabei.

Obwohl der Name „Alexander-Langer-Brücke“ schon seit vielen Jahren gebräuchlich ist, wurde die offizielle Benennung erst vor wenigen Wochen auf Vorschlag von Kulturstadträtin Chiara Rabini einstimmig vom Stadtrat beschlossen. Erstmals verwendet wurde diese Bezeichnung im Jahr 1996 von Schülern und Lehrkräften der Berufsschule im benachbarten St.-Gertraud-Weg, die sich regelmäßig an der Brücke trafen, um über Frieden und Pazifismus zu diskutieren. In diesem Rahmen gaben sie der Brücke den Namen „Alexander-Langer-Brücke“. Einige dieser Personen waren bei der offiziellen Benennungsfeier dabei.

Am Zugang zur Brücke auf der rechten Flussseite wurde am Mittwoch außerdem eine Gedenktafel enthüllt, die einen kurzen Auszug aus Langers „Zehn Punkten für das Zusammenleben“ in 4 Sprachen enthält. In diesem Auszug geht es um den Stellenwert von Vermittlern, Brückenbauern und Grenzgängern in seiner Gesellschaft: „Wo immer Volksgruppen, Ethnien, Konfessionen und dergleichen auf demselben Raum zusammenleben, gibt es eine Ausgangssituation mit geringer gegenseitiger Kenntnis und Vertrautheit. Eine enorm wichtige Rolle können da Personen, Gruppen, Institutionen spielen, die sich bewusst entlang der Grenze zwischen den zusammenlebenden Gruppen bewegen und sich insbesondere der Aufgabe widmen, gegenseitiges Kennenlernen, Dialog und Zusammenarbeit zu fördern.“



Bürgermeister Renzo Caramaschi betonte in seiner Rede, dass Gefühle, Leidenschaften, Freuden und Sorgen immer mehr verblassten, je weiter sie zurücklägen. „Wahre Prinzipien und Werte aber bleiben in der Erinnerung der Menschen präsent. Dies sieht man nicht zuletzt am Beispiel von Alexander Langer. Der Wert seiner Ideen ist bis heute geblieben.“

Natürlich könne man darüber diskutieren, man könne sie teilen oder auch nicht, so Caramaschi weiter, aber: „Mit seinen Analysen, seinem Gespür und seinen Visionen hat er uns ein wertvolles Erbe hinterlassen.“ Zwar sei diese Widmung nur eine kleine Geste, „aber als Bürgermeister und als Vertreter dieser Stadt bin ich stolz darauf, diese Brücke, die von Tausenden Menschen genutzt wird, ganz offiziell nach Alexander Langer benennen zu dürfen. Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die hier innehalten und die ihrerseits etwas Positives hinterlassen werden.“

Die Witwe von Alexander Langer, Valeria Malcontenti, zeigte sich erfreut von dieser Geste und von dem Umstand, dass die Stadtvertretung auf die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger eingegangen sei. „Die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt haben es vermocht, den Menschen zuzuhören. Dafür gebührt ihnen Anerkennung. Diese Brücke steht sinnbildlich für Begegnung, Dialog und Austausch und damit für viele Themen, die Alex am Herzen lagen“.

Grünen: „Langer-Lektion als ehrende Verpflichtung“

In einer Aussendung betonen die Bozner Grünen, dass hiermit „Langers Einsatz als Brückenbauer und Vermittler zwischen Sprachen, Kulturen und unterschiedlichen sozialen Gruppen in Südtirol wie auf der europäischen Bühne“ gewürdigt werde und dass Langer den Wert von Diversität früh erkannt habe und mit aller Kraft für Dialog und Überwindung von Grenzen eingetreten sei.

„Heute, über 25 Jahre nach seinem Tod, steht diese grundlegende Langer-Lektion weiter im Vordergrund, als eine Agenda, die wir Grüne als ehrende Verpflichtung begreifen“, heißt es in der Aussendung. Umso größer sei die Freude über die verdiente Würdigung in Anwesenheit von Vertretern der Stadt Bozen, seiner Familie und Freunde.

stol