Donnerstag, 20. August 2020

Zustellung von eingeschriebenen Sendungen: Unterschrift wieder erforderlich

Infolge der Covid-bedingten Einschränkungen stellte Poste Italiane seit März jene Sendungen, für die in der Regel eine direkte Zustellung mit Erfassung der Unterschrift des Empfängers vorgesehen wäre (z.B. Einschreibebriefe, Wertbriefe oder Gerichtsdokumente), mit einfacher Überprüfung der Anwesenheit des Empfängers zu. Seit 1. August ist nun das Zustellungsverfahren mit Unterschrift des Empfängers wieder eingeführt worden, wie die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) berichtet.

Seit 1. August ist nun das Zustellungsverfahren der Post mit Unterschrift des Empfängers wieder eingeführt worden.
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Seit 1. August ist nun das Zustellungsverfahren der Post mit Unterschrift des Empfängers wieder eingeführt worden. - Foto: © Shutterstock
Die vorgesehene Unterschrift zur Empfangsbestätigung wurde in diesen Monaten also nicht verlangt. In der Verbraucherzentrale trudelten hierzu zahlreiche Meldungen der Verbraucher ein: Die Bürger reklamierten, nicht ausreichend über diese neue Maßnahme informiert worden zu sein, und einige beklagten gar, dass solche Korrespondenzen „bestätigt“ worden wären, ohne dass sie tatsächlich anwesend waren.

Unterschrift seit 1. August wieder erforderlich

Seit 1. August ist nunmehr das Zustellungsverfahren mit Unterschrift des Empfängers wieder eingeführt worden. Zum Zeitpunkt der Zustellung wird der Empfänger aufgefordert, eine Maske zu tragen und den Anweisungen des Postboten zu folgen, um die Unterschrift in Sicherheit anbringen zu können. Einschreibebriefe und Wertbriefe bleiben hingegen weiterhin 60 Tage am Postamt lagernd, um den Empfängern das Abholen der Sendungen zu erleichtern.

Beschwerden für eventuelle Unregelmäßigkeiten

Eventuelle Unregelmäßigkeiten in Bezug auf diese Art der Zustellung oder in Zusammenhang mit den anderen Diensten können Verbraucher aufzeigen, indem sie eine Beschwerde bei der Post einzureichen. Die Formulare hierfür liegen in den Postämtern auf oder können online heruntergeladen werden.

Erfolgt innerhalb von 45 Tagen keine bzw. keine zufriedenstellende Antwort, kann der in allen Postämtern erhältliche Schlichtungsantrag eingereicht werden.

Falls auch dieser Schritt nicht oder nur teilweise zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen sollte, kann bei der Agcom (Behörde für Garantien in der Telekommunikation) eine Streitbeilegung angestrebt werden, indem das „CP-Formular“ eingereicht wird; auch hierfür kann man sich von einem Verbraucherverband unterstützen lassen.

Alle Streitbeilegungsverfahren lassen das Recht des Einzelnen, die Justizbehörden mit der Angelegenheit zu befassen, uneingeschränkt.

Auch von der VZS wird der Dienst der Schlichtung mit Poste Italiane zur Verfügung gestellt, an den man sich für weitere Fragen wenden kann.

stol