Samstag, 26. September 2020

Kein Vertrag – Lehrer ohne Gehalt

Ohne Gehalt – und das in Corona-Zeiten: Damit müssen nun gar einige Lehrer in Südtirol zurechtkommen. Der Grund: „Uns fehlen die Arbeitsverträge“, bemängelt der Direktor einer Berufsschule.

Symbolbild Lehrerin mit Schülern
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Symbolbild Lehrerin mit Schülern - Foto: © shutterstock
„Deshalb werden bei uns mehrere Lehrer im September kein Gehalt bekommen. Das ist für mich als Direktor auch unsympathisch.“ Ursache für die fehlenden Verträge ist die Umstellung auf eine neue Software in der Personalabteilung des Landes. Betroffen davon sind Lehrer der Berufs- und Fachschulen des Landes sowie Lehrer der Musikschulen.

Aber nicht nur – die Software-Umstellung soll auch Auswirkungen auf die Gehälter des Kindergarten-Personals haben.

Doch zurück zu den Berufsschulen: Für Lehrer, die über die Rangordnung beauftragt werden und die eine Stelle gewählt haben, sind die Arbeitsverträge alle eingetroffen, berichtet der Berufsschuldirektor, der namentlich nicht genannt werden will. Diese Lehrer werden ihre September-Gehälter sehr wohl erhalten. Anders sieht es bei Lehrern aus, die von den Schulen nach der Stellenwahl erst „gesucht“ werden mussten und die dann über eine Direktberufung beauftragt wurden. Für sie fehlen die Verträge. „Betroffen sind dabei auch Lehrer, die wir relativ früh gemeldet haben“, berichtet der Berufsschuldirektor weiter. „Diese Lehrer haben am 1. September das erste Formular unterschrieben – jetzt ist der 25. September und noch ist kein Arbeitsvertrag da, und laut einem Schreiben des Personalamtes bekommen sie kein Gehalt.“

Der Direktor zitiert ein Schreiben des Landespersonalamtes an alle Berufs- und Musikschulen des Landes. Darin heißt es: „Aufgrund technischer Probleme bei der Einführung der neuen Personalsoftware bei der Personalaufnahme sowie zeitlicher Verzögerungen und Probleme bei der Erstellung der Positionen als Grundlage für die Ausarbeitung der Maßnahmen, gibt es heuer leider auch erhebliche Verzögerungen bei der Erstellung der Verträge und Maßnahmen selbst und daher auch bei der Ausbezahlung der Septembergehälter für die betroffenen Personen.“ Und weiter: „Die Maßnahmen für Direktberufungen, Versetzungen, Abordnungen, Abstellungen, Teilzeiten sowie Stundenabänderungen konnten leider größtenteils noch nicht erstellt werden. Unsere Mitarbeiter sind bemüht, sämtliche Verträge und Maßnahmen schnellstmöglich zu erstellen.“

Der Abteilungsdirektor für Personal, Albrecht Matzneller, betont: „Meine Mitarbeiter und die Mitarbeiter in den Bildungsdirektionen haben Tag und Nacht gearbeitet, um so vielen Personen wie möglich die richtigen Septembergehälter zu zahlen und auch dafür, dass so wenige Personen wie möglich das Septembergehalt nicht bekommen. Wenn einige das Gehalt nicht bekommen, so ist es nicht angenehm. Es ist in der neuen Technologie, den neuen Abläufen und Prozeduren begründet.“ Und weiter: „Die neue Software ist viel komplexer. An der Implementierung der Software arbeiten wir seit Jahren – jetzt muss sie stabil gemacht werden. 5 bis 6 Techniker sind ständig auf Abruf bereit, wenn unsere Mitarbeiter einen Vertrag nicht weiterbringen im System. Das neue System muss sich erst einpendeln.“

Es gebe auch organisatorische Schwierigkeiten: Mehr Strukturen der Landesverwaltung seien mit einbezogen worden, während vorher die Mitarbeiter der Personalabteilung den Stellenplan und die Verträge selbst gehändelt hätten. Jetzt seien auch die zuständigen Stellen in den Bildungsdirektionen mit involviert. Trotz der neuen Technologie sei es gelungen, sehr viele Gehälter zu bezahlen. „Wir arbeiten daran, dass mit den Oktober-Gehältern die gesamten Berichtigungen erfolgen“, verspricht Matzneller.

hof

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