„Er ist ist ein absoluter Weltstar, der berühmteste Bergsteiger der Welt, Buchautor, Vortragender, Filmregisseur und hat mit seiner neuen Liebe das fantastische Büchlein 'Sinnbilder' geschrieben. Darin geht es um Verzicht als Inspiration für ein gelingendes Leben.“ Mit diesen Worten begrüßte Christoph Grissemann Reinhold und Diane Messner in der Sendung „Willkommen Österreich“.<BR /><BR />Zu den Klängen der Showband „Russkaja“ nahm das Ehepaar seinen Platz neben dem Schreibtisch der beiden Moderatoren ein. Noch im Stehen begann das Satiriker-Duo hingegen mit seinem Fragen-Feuerwerk. Geklärt wurde zunächst, was die Messners trinken wollen und wie der Name „Diane“ richtig ausgesprochen wird. Außerdem wollte das Moderatoren-Duo wissen, wie sich das Ehepaar kennengelernt und zueinander gefunden hat.<h3> „Grundbedingung war das Kochen“</h3> Im Anschluss legten Stermann und Grissemann mit ihren für die Sendung typischen humorvollen Fragen los. „Hätten Sie theoretisch auch eine Flachländerin heiraten können, die Höhenangst hat?“, wollte Dirk Stermann von Reinhold Messner wissen.<BR /><BR />„Grundbedingung war das kochen. Er hat jemanden gesucht, der kocht, der praktisch ist“, entgegnete Diane Messner. Der Konter von Christoph Grissemann folgte auf dem Fuß: „Dabei essen Sie doch nur einmal am Tag?“ „Gerade deshalb ist das Kochen umso wichtiger“, meinte Reinhold Messner.<h3> Klimaschutz durch Konsumverzicht</h3>In ihrem Buch „Sinnbilder“ geht es um Verzicht. Gemeint sei damit aber nicht kulinarischer Verzicht, oder Verzicht auf Touren oder Reisen. „Ich lasse mir von niemandem verbieten, was ich tue“, betont der Extrembergsteiger. Vielmehr gehe es darum das Klima durch Konsumverzicht zu schützen.<BR /><BR />Als Frage erhielt Reinhold Messner daraufhin prompt: „Würden Sie sich theoretisch an einem Berg ankleben?“ Das ginge Reinhold Messner allerdings zu weit: „Diese Aktionen sind negativ, weil sie die Bevölkerung gegen sinnvolle Diskussionen rund ums Klima aufbringen.“ In ihrem Buch liege der Fokus auf einem gelingenden Leben im Hier und Jetzt und nicht im Rückblick. „Wir sollten auf Dinge verzichten, weil das Sinn macht“, betont Reinhold Messner.<h3> „Den Everest zu besteigen ist absurd“</h3>Schlagfertig fragt Stermann: „Welchen Sinn macht es ohne Sauerstoff auf den Mount Everest zu gehen?“ Ohne Ausreden gibt der Everest-Bezwinger zu: „Das ist völlig absurd, aber gerade deswegen ist es interessant: Dort könnte man jederzeit umkommen und an der Schwelle zum Sterben ist das Leben absurd. Dem muss man etwas entgegenhalten und das ist nur der Sinn.“<BR /><BR />„Sie haben 7 Zehen beim Bergsteigen durch Erfrierungen verloren. Warum tut man sich dieses masochistische Vorhaben an?“, wollte Grissemann von Reinhold Messner wissen. Dieser entgegnete: „Masochistisch ist es nicht. Es ist sicherlich unvernünftig dorthin zu gehen, wo wir nicht hingehören, aber das ist der Stil: Wir gehen dorthin, wo wir umkommen könnten, um nicht umzukommen. Das ist die Kunst.“<h3> Verzicht als Schlüssel zum Erfolg</h3>Anschließend wollte Christoph Grissemann vom Ehepaar Messner wissen, ob es sich an die eigenen Ratschläge zum Verzicht in ihrem Buch halte.<BR /><BR />„Ich habe bereits als Kind gelernt, zu verzichten. Diane hat vor allem mit mir gelernt, diese Lebensweise – sich zurückzunehmen und Ballast abzuwerfen – in ihr Leben zu integrieren. Durch den Verzicht bin ich erst zu meinen Erfolgen gekommen. Bei meiner ersten Himalaya-Expedition als Teilnehmer hatten wir 9 Tonnen Ausrüstung dabei. 5 Jahre später habe ich zusammen mit Peter Haberle eine eigene Expedition unternommen: mit 200 Kilogramm Gepäck“, erklärte Reinhold Messner.<BR /><BR />Verzicht gebe es auch im Privatleben der Messners. „Wir beheizen zu Hause nur einen Raum und der ist nicht das Schlafzimmer. Wir teilen uns einen Schlafsack“, erzählt Diane Messner schmunzelnd. Außerdem berichtet sie noch von 2 großen Schwächen der Bergsteigerlegende: „Er kann nicht vorlesen und er kann nicht schwimmen.“ Das müsse man schließlich auch nicht können, meint Reinhold Messner daraufhin.<h3> Über Liebe und Tod</h3>In ihrem Buch gehe es aber nicht nur um Verzicht, sondern auch um Liebe, meint Moderator Christoph Grissemann. „Unsere Liebesbeziehung ist vor allem von Diane beschrieben“, unterstreicht Messner. „Weil Ihnen dafür die Worte fehlen?“, fragt Stermann. „Wir Menschen, die in den Bergen leben, sind in diesem Zusammenhang sehr zurückhaltend. Ein Bergbauer wird seiner Frau bei der Arbeit im Stall nicht nachrufen 'Ich liebe dich'“, entgegnet Messner.<BR /><BR />Auch Gedanken über den Tod finden Platz im Buch des Ehepaars Messner. „Ich hatte Perioden, wo ich keine Angst vor dem Tod hatte. Durch Nahtoderfahrungen habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich am Ende in den Tod fallen lässt. “, so Reinhold Messner. Trotz des großen Altersunterschiedes würden die beiden aber zusammenleben, wie ein junges Liebespaar.<BR /><BR /><BR />