Dienstag, 14. Dezember 2021

Martin Rainer Preis „Kunst und Raum“

Der Südtiroler Künstlerbund und die Familie Rainer schreiben erstmals einen mit 8900 Euro dotierten Anerkennungspreis für Kunstschaffende aus. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Wechselwirkung von Raum, Form und Inhalt gelegt.

Der ehemalige Künstler Martin Rainer.
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Der ehemalige Künstler Martin Rainer. - Foto: © Karl Gruber
Der Preis ist nicht allein auf die bildende Kunst beschränkt, sondern gilt bewusst als Disziplinendurchlässig und -übergreifend. Die Initiative zu seiner Schaffung verschreibt sich der Förderung und Sichtbarmachung jener Gestaltungsauffassungen, die im Kunstschaffen Martin Rainers verankert sind.

Martin Rainer verstand seine Kunst als räumliches und sinnbildendes Gestalten. Formal ging es ihm als Bildhauer nicht nur um das Gestalten fester Volumina, sondern im Besonderen um die Wechselwirkung von Körper und Umgebungsraum. Das Kunstwerk endet nie an den Grenzen der festen Materie, sondern wirkt in den Raum hinein. Somit formt es diesen um und definiert ihn neu. In der Form ist Martin Rainers künstlerisches Gestalten von diesem architektonischen Körper-Raum-Verständnis bestimmt, im Ausdruck von einer lyrisch-erzählerischen Grundhaltung.

Bewerber für den Preis sollten für die zentralen Gestaltungsauffassungen Martin Rainers sensibel sein und diese im eigenen Kunstschaffen bekunden. Eine bewusste Rezeption seiner Kunst wird dabei ebenso wenig vorausgesetzt wie etwaige Verwandtschaften künstlerischer Techniken oder das Erzielen ähnlicher Ergebnisse. Die intensive Auseinandersetzung mit Auffassung und Ausdruck sind die
alleinigen und entscheidenden Parameter.

Bewerben können sich Kunstschaffende im Alter von über 35 Jahren mit Berührungspunkten zum geographischen Wirkungsraum Martin Rainers. Einzureichen ist die Dokumentation dreier Werke, deren Entstehung sich über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren verteilt. Die Dokumentation ist im PDF per E-Mail an [email protected], Betreff „Martin Rainer Preis“ zu übermitteln. Einekurze berufliche Biografie ist beizulegen.

Die Dokumentation wird von einer Jury begutachtet, die im Bedarfsfall weitere Unterlagen (Modelle, Partituren, Pläne usw.) anfordern kann.
Mit der Preisverleihung verknüpft sich eine Ausstellung, der Veranstalter stellt ein Werk des Preisträgers einem Werk Martin Rainers gegenüber. Der Gewinner stellt das betreffende Werk für die Dauer der Ausstellung auf eigene Kosten zur Verfügung. Die Veranstalter fertigen von dieser Gegenüberstellung eine auf 13 Abzüge limitierte signierte Edition an.

Der Preis, initiiert von der Sommerfeld Collection und der Liquid Art Academy wird vom Südtiroler Künstlerbund ausgeschrieben. Seine Vergabe findet in zyklischer Abfolge statt.

Die Jury dieser Premierenausgabe setzt sich zusammen aus: Lisa Trockner, Geschäftsführerin des Skb, Alexander Zöggeler, Präsident des Skb, Josef Rainer, Künstler, Paulus Rainer, Kurator im Kunsthistorischen Museum in Wien und Luigi Fassi, Kurator und Kunstkritiker, Sardinien.

Richtlinien für die Jury

Die Authentizität der Werke, die Originalität der Werke, die intensive Auseinandersetzung mit den Elementen Raum und Raum-Körper als grundlegende Größe, ein Zusammenhang zum geografischen Wirkkreis oder einem vergleichbaren Berührungspunkt, etwa inhaltlicher oder thematischer Natur ist grundlegend, gefordertes Mindestalter beträgt 35 Jahre, die Entstehung der eingereichten Werke muss sich über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren verteilen, ein eingereichtes Werk sollte einen sinnvollen und nachvollziehbaren Zusammenhang zum
Werk Martin Rainers haben (eine kurze Begründung oder Bezugserklärung hierzu ist gewünscht).

Timeline

Auslobung: November 2021
Einreichtermin: 7. Jänner 2022
Juryentscheid: Innerhalb Februar 2022
Preisverleihung: 7. April 2022
Der Preisträger verpflichtet sich bei der Preisvergabe anwesend zu sein.
Die Preisverleihung ist mit einer einwöchigen Werkpräsentation in Brixen, dem Schaffensort Martin Rainers verbunden.

stol