Dienstag, 8. Februar 2022

ANGER: „Es war bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen“

Die Sensation lag bereits in der Luft, doch auf den letzten Metern ist das Brixner Pop-Duo ANGER an einer Qualifikation für Eurovision Song Contest doch noch gescheitert. Im STOL-Interview erzählen die beiden Musiker, wie es ihnen geht, nachdem ihr ESC-Traum geplatzt ist.

Auch wenn es eine wertvolle Erfahrung war, sitzt die Enttäuschung nach dem geplatzten ESC-Traum bei ANGER tief. - Foto: © Philipp Oberhuber & Christian Popodi

Von:
Philipp Trojer
Die Hoffnung war groß, dass es für die ganz große Sensation reichen könnte: Julian Angerer und Nora Pider von ANGER galten über weite Strecken als einer der Favoriten, Österreich beim diesjährigen Eurovision Song Contest zu vertreten.

Am Dienstag hat der ORF schließlich die endgültige Entscheidung gefällt und sich gegen das Duo aus Brixen entschieden ( STOL hat berichtet).

Wie es den beiden Musikern geht, nachdem ihr ESC-Traum nun doch geplatzt ist, erzählen sie im Interview mit STOL.

STOL: Lange wurdet ihr als Favoriten für eine Teilnahme am Eurovision Song Contest gehandelt. Letztlich schickt Österreich einen anderen Musikact nach Turin. Wie groß ist die Enttäuschung?

Julian Angerer: Es war eine wertvolle Erfahrung für uns, auch wenn die Enttäuschung jetzt groß ist. Der Medienrummel ist immer noch groß und wir haben seit der Entscheidung gegen uns sehr viele liebe Nachrichten und Anrufe erhalten. Das baut uns auf. Uns wirft prinzipiell wenig aus der Bahn und nach 2 Jahren Pandemie sind wir relativ erprobt, was Absagen anbelangt. Nichtsdestotrotz wären wir gerne nach Turin gefahren. Es war bis zum Schluss ein Kopf an Kopf Rennen. Die ORF-Programmdirektion hat es sich bei der Entscheidung nicht leicht gemacht und diese deshalb auch öfters vertagt. Zum Schluss kann es nur einen Gewinner geben. Dieses Mal müssen wir mit dem 2. Platz zufrieden sein.

STOL: Wie habt ihr von der Entscheidung erfahren?
Nora Pider: Der Chef Scout von ESC-Austria, Eberhard Forcher, hat uns selbst angerufen. Wir haben dann sehr lange geredet. Er wäre gerne mit uns hingefahren. Zum Schluss haben wir ihn mehr trösten müssen als er uns (lacht). An dieser Stelle möchten wir Eberhard nochmal danken, er ist ein besonderer Mensch und hat immer an uns geglaubt. Hoffentlich führen unsere Wege in Zukunft wieder zueinander.

STOL: Was könnte am Ende den Vorteil für DJ LUM!X und Pia Maria gebracht haben?
Angerer: Ich denke, wir hätten die besseren Karten gehabt, was Live-Performance und Bühnenpräsenz anbelangt. DJ LUM!X kann aber die besseren Streaming Zahlen vorweisen und hatte Unterstützung von einem sehr großen Plattenlabel. Nicht zuletzt will die ORF-Direktion mit dieser Entscheidung auch ein Zeichen setzen für die Jugend, die wegen der Pandemie besonders gelitten hat.

STOL: Was nehmt ihr aus eurer Kandidatur für einen ESC-Startplatz mit?
Pider: Viel. Es war ein sehr intensiver Prozess mit unzähligen Herausforderungen. 30 Künstler hatten es in die engere Auswahl geschafft, ab September wurde das Feld dann immer kleiner und schließlich waren wir im Finale mit nur einem weiteren Act. Wir haben in dieser Zeit sehr viel gelernt, mit neuen, interessanten Menschen zusammengearbeitet, sowie einen Song geschrieben und produziert, auf den wir sehr stolz sind: „Das Meer“ hat von der ESC-ExpertInnen-Jury die beste Wertung bekommen. Wir freuen uns jetzt darauf euch den Song zu zeigen. Er ist in 3 Sprachen und es geht darum keine Angst zu haben.

STOL: Wie wird es nun für euch weitergehen?
Angerer: Wir arbeiten intensiv an unserem zweiten Album. Die Single „Das Meer“ wird noch im März erscheinen. Außerdem planen wir gerade wieder viele Konzerte und hoffen sehr bald auch wieder in Südtirol spielen zu können.

pho

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