Sonntag, 22. März 2020

Bischof richtet Appell der Achtsamkeit an die Gläubigen

Im leeren Bozner Dom hat Bischof Ivo Muser am 4. Fastensonntag die Eucharistie gefeiert. Dank Radioübertragung und Videostream konnten die Gläubigen den Gottesdienst mitfeiern.

„Andere zu lieben bedeutet, sie zu respektieren und zu schützen“.
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„Andere zu lieben bedeutet, sie zu respektieren und zu schützen“. - Foto: © Diözese Bozen Brixen
Bei dem Gottesdienst, der via Radio, Internet und TV in die Haushalte der Diözese übertragen wurde, bezeichnete der Bischof die Coronakrise als einen „verlängerten Karfreitag“. In seiner Predigt forderte der Bischof die Gläubigen auch dazu auf, besondern die am meisten gefährdeten Menschen zu schützen: „Diese müssen wir durch verantwortungsvolles Verhalten schützen. Andere zu lieben bedeutet, sie zu respektieren und zu schützen.“

„Brüder und Schwestern, wir durchleben schwierige Tage, eine beispiellose Situation. Diese Situation fordert uns heraus, macht uns sogar Angst. Aber gerade diese Erfahrung kann uns die Augen für das Wesentliche öffnen: für das Geschenk des Lebens, für die Bedeutung der Gemeinschaft, für den Sinn für Solidarität, für die Aufmerksamkeit für das Gemeinwohl“, sagte Bischof Muser in seiner Predigt. Und weiter: „Die Erfahrung, die wir in diesen Tagen und Wochen machen müssen, fordert uns menschlich und geistlich heraus. Ich kann nur hoffen, dass diese einschneidende Erfahrung wieder vielen Menschen das Beten beibringt, nicht aus Angst und auch nicht aus schlechtem Gewissen, sondern weil das Gebet die Augen öffnet, weil das Gebet befreit, ermutigt, entlastet, einfach guttut.“

Auch die Kirche reagiert mit Verantwortungsbewusstsein

Bischof Muser sagte, dass auch die Kirche in diesen schwierigen Tagen auf den Coronavirus-Notstand mit großem Verantwortungsbewusstsein und Nähe reagiert habe: „Nächstenliebe und Liebe werden in dieser Zeit, die man auch einen verlängerten Karfreitag nennen könnte, nicht unterbrochen.“ Die Liebe zur Zeit des Coronavirus zeige sich gerade in der Aufmerksamkeit für andere, beginnend mit den kostbaren und konkreten Gesten vieler Freiwilliger und Vereine, sagte der Bischof.


„Andere zu lieben bedeutet, sie zu respektieren und zu schützen

„Die Seelsorger stehen den Gläubigen zum Zuhören und zum Dialog zur Verfügung, auch auf sehr kreative, bisher nicht gekannte Art und Weise. Und selbst wenn sie die Eucharistie allein feiern, feiern sie immer in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche und begleiten das Volk Gottes in dieser Fastenzeit der Brüderlichkeit. Meine Gedanken gehen insbesondere an die älteren und am stärksten gefährdeten Menschen, denen wir jederzeit mit Gebet nahe sind und die wir durch verantwortungsvolles Verhalten schützen müssen. Andere zu lieben bedeutet, sie zu respektieren und zu schützen, und in diesen schwierigen Tagen bedeutet es, jedem einzelnen Menschen und der ganzen Gemeinschaft noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, richtete der Bischof schließlich einen Appell der Achtsamkeit an die Gläubigen.

jot

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