Noch immer haben vielen Frauen Angst, an Brustkrebs zu erkranken, schließlich sind in Südtirol 2021 rund 480 Frauen mit der Erstdiagnose Brustkrebs konfrontiert worden. Die gute Nachricht: Die Überlebenskurve ist in den vergangenen Jahren konstant gestiegen. <BR /><BR />Im Interview erläutert Sonia Prader, Primaria der Gynäkologie am Krankenhaus Brixen und Verantwortliche des Standortes Brixen des Brustgesundheitszentrums Brixen-Meran, die Arbeit des im Frühjahr erneut zertifizierten Zentrums und warum die Heilungschancen für Brustkrebs steigen. <BR /><BR /><b>Trotz guter Heilungschancen ist die Angst vieler Frauen vor einer Brustkrebserkrankung groß ...</b><BR />Dr. Sonia Prader: Ja, das ist so. Brustkrebs ist noch immer die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Am Brustgesundheitszentrum Meran-Brixen behandelten wir im Vorjahr 250 Frauen, bei denen das erste Mal Brustkrebs diagnostiziert wurde. Südtirol weit waren es 480 Fälle. Im Rahmen der Audits für eine erneute Zertifizierung als Brustgesundheitszentrum haben wir aber auch feststellen können, dass die Überlebenskurve weiter nach oben geht. <BR /><BR /><b>Die Chancen, wieder gesund zu werden, steigen also?</b><BR />Dr. Prader: Ja, die Überlebensrate der Krebspatienten nach 5 Jahren liegt bei 90 Prozent. Das ist eine gute Nachricht. Die Überlebenschancen sind in den vergangenen Jahren konstant gestiegen. Damit liegen wir in Südtirol gleichauf mit dem gesamteuropäischen Durchschnitt. <BR /><BR /><b>Woran liegt das?</b><BR />Dr. Prader: Vor allem an der großen Palette an Behandlungsmöglichkeiten: Es wird nicht nur mehr die Chemotherapie und eine Operation eingesetzt, wir behandeln die Patientinnen mit Antikörper- und Molekular- sowie verbesserten Hormontherapien, auch kommen neue Medikamente zum Einsatz. Die Wahlmöglichkeiten bei der Behandlung haben enorm zugenommen – auch dank der Forschung. <BR /><BR /><b>Wie alt sind die Frauen bei der Erstdiagnose im Durchschnitt?</b><BR />Dr. Prader: Rund ein Viertel der Frauen sind unter 50, die meisten Tumorerkrankungen in der Brust stellen wir aber bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren fest. <BR /><BR /><b>Die Empfehlungen, ab wann und wie oft Frauen zur Vorsorge gehen sollten, weichen mitunter ab. Was empfehlen Sie?</b><BR />Dr. Prader: Frauen über 50 Jahren rate ich, alle 2 Jahre zur Vorsorge zu gehen, bei Unter-50-Jährigen ist es individuell zu betrachten. Liegt eine genetische Veranlagung vor, sollten sie sich in Absprache mit dem Gynäkologen einer intensivierten Vorsorge untersuchen. Das heißt unter Umständen auch jährliche Kontrollen. Das muss man aber vorab abklären.<BR /><BR /><b>Hatte die Pandemie Auswirkungen auf die Behandlung von Tumorpatientinnen?</b><BR />Dr. Prader: Nein, Tumorpatientinnen haben Priorität. Ihre Behandlung darf nicht verschoben werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-53645750_listbox" /><BR />