Die Reaktionen auf die – im ersten Moment – vielleicht kuriose s+-Frage könnten unterschiedlicher nicht sein. „Nein, die Anfragen hinsichtlich Prävention häufen sich derzeit nicht“, heißt es aus den Reihen der „Südtiroler Krebshilfe“. <BR /><BR />Ganz anders ist die Reaktion bei der Südtiroler Regionalgruppe von „mamazone“, die sich mit Forschung und Prävention gegen Brustkrebs befasst. „Ja, wenn prominente Frauen ihre Tumorerkrankung ganz offen thematisieren, hat das auch eine spürbare Auswirkung auf unsere Arbeit“, sagt Martina Ladurner. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017954_image" /></div> <BR /><BR />Die Initiatorin von „mamazone“ in Südtirol etwa hatte diesen – in der Vorsorgearbeit so bezeichneten – „Jolie-Effekt“ bereits beobachtet: „Als sich die Schauspielerin Angelina Jolie 2013 aus Angst vor einer Krebserkrankung beide Brüste abnehmen ließ, beobachteten wir dieses globale Phänomen auch hierzulande. Aufgrund eines Gendefekts war Jolies Erkrankungsrisiko enorm hoch, und das verstärkte Interesse an Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsmethoden gegen Brustkrebs hat sich auch bei uns bemerkbar gemacht.“<h3> Vorsorge: Noch Luft nach oben</h3>Dieses „Reden wir darüber“ ist es auch, das „mamazone“ in der diesjährigen Kampagne zur Früherkennung von Brustkrebs wieder forciert hat, etwa mit dem Kunstprojekt „A Matter of Nipples“ von Vivian Manzardo und dem Videospot „Aktiv gegen Brustkrebs“ in Südtirols Kinosälen. <BR /><BR />Und das nicht ohne Grund, wie Ladurner erinnert: „Brustkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen, aber auch Männer können daran erkranken. Allein in Südtirol erkranken jährlich etwa 450 Personen an Brustkrebs. Die Inzidenz steigt zwar, die Mortalität aber sinkt. Gegenüber 2018 ist die Wahrscheinlichkeit, an ei<?TrVer> nem Mammakarzinom zu sterben, um sechs Prozent gesunken. Brustkrebs ist heute kein Todesurteil mehr, vorausgesetzt, dass er rechtzeitig erkannt wird.“ <BR /><BR />Hier sei noch Luft nach oben, wie Ladurner weiß: „In Südtirol liegt die Teilnahme am kostenlosen Mammographie-Screening zwischen 60 und 65 Prozent, zu dem Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eingeladen werden. Ebenso können hierzulande Frauen ab dem 45. Lebensjahr – ohne Einladungsschreiben – in zweijährigem Abstand eine unentgeltliche Mammographie durchführen lassen.“ <BR /><BR /><h3> „Generationsübergreifendes Beispiel mit Folgewirkung“</h3>Weshalb die jüngsten Promi-Beispiele zumindest aus Ladurners Sicht hier wieder etwas bewirken könnten: „Bei der Princess of Wales, Kate Middleton, ist die genaue Krebsdiagnose ja nicht bekannt. Ganz anders hingegen bei der Schauspielerin Shannen Doherty (52), die erneut an Brustkrebs erkrankt ist. Nun scheint sie ihren Kampf zu verlieren und geht damit genauso offen um wie bisher mit ihrer Erkrankung.“<BR /><BR />Ein „generationsübergreifendes Beispiel mit Folgewirkung“, wie Ladurner meint. Denn die TV-Ikone ist das Idol einer ganzen Generation, war in Kultserien von „Unsere kleine Farm“, über „Beverly Hills 90210“ bis „Charmed“ zu sehen. „Und wenn jemand wie sie mit ihrem Sterben so offen umgeht, dann enttabuisiert dies auch die letzte Konsequenz etwa von Brustkrebs“, ist sie überzeugt.