Donnerstag, 13. Februar 2020

Es braucht ein Schulfach Glück

Diskussionsabend zum Thema Suizid. Soziales Netz entscheidend für Prävention

Am Podium v.l. Richard Santifaller, Renate Ausserbrunner, Guido Osthoff, Andreas Conca, Martin Lintner, Marcel D'Allura (Moderator) © ugc / Harald Knoflach
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Am Podium v.l. Richard Santifaller, Renate Ausserbrunner, Guido Osthoff, Andreas Conca, Martin Lintner, Marcel D'Allura (Moderator) © ugc / Harald Knoflach - Foto: © Harald Knoflach
Im Vorfeld des Maturatheaters Der wunderbare Massenselbstmord im März lud die Maturaklasse des klassischen Gymnasiums Vinzentinum Brixen am Donnerstagabend zur Diskussion unter dem Thema Leben lassen ein. Als Gäste begleiteten Andreas Conca, Primar des Zentrums für psychische Gesundheit Bozen, Guido Osthoff, Koordinator des Netzwerks Suizidprävention, Martin Lintner, Moraltheologe, Renate Ausserbrunner, Präsidentin des Vereins Ariadne, und Richard Santifaller, früher selbst suizidgefährdet, durch den Abend.



Seit einigen Jahren verzeichnet Südtirol eine leicht sinkende Zahl von Suiziden. Wir leben in einer Gesellschaft, die Selbsttötung nicht akzeptiert. Und das ist gut so , stellt Santifaller fest. Die Hintergründe für Suizid sind vielfältig, schließen oft aber nicht immer psychische Erkrankungen ein. Lintner unterstreicht, dass die Mehrheit der Suizide nicht auf den fehlenden Willen zu leben, sondern auf das Widerstreben, auf eine bestimmte Art zu leben, zurückzuführen ist. Dementsprechend groß ist der Einfluss des Umfelds auf den Gefährdeten. Sensibilität ist der zentrale Schlüssel in der Prävention: Wer etwas bemerkt, sollte vor einem konkreten Ansprechen der Thematik nicht zurückscheuen, betont Osthoff. Inzwischen fällt auch langsam die Zensur, mit der das Thema in den Medien gern belegt wird. Über die Problematik muss gesprochen werden allerdings weder effektheischend noch glorifizierend, sondern unter Betonung der Möglichkeit zur Überwindung der Krise. Ob die aufgezeigte Hilfe allerdings in Anspruch genommen wird, liegt dabei immer beim Betroffenen selbst. Freiheit sei in unserer Gesellschaft das höchste Gut, so Conca. Ausserbrunners wichtigstes Anliegen besteht allerdings darin, solche Fälle von vornherein zu verhindern. Dazu soll in der Gesellschaft mehr Raum für uns als Menschen geschaffen werden. Wir brauchen ein Schulfach Glück , findet auch Santifaller. Die soziale Komponente darf bei aller Theoretisierung des Themas nicht außer Acht gelassen werden.



Brauchen Sie Hilfe? Die Telefonseelsorge der Caritas ist rund um die Uhr erreichbar. 0471 052052



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harald knoflach