Denn schließlich hat der Pusterer den Chinesen ein ganz besonderes Freizeitvergnügen beschert: das Teppich-Skifahren. Wie bitte? <BR /><BR /><BR />Es handelt sich dabei um eine regulierbare Anlage in der Art eines überdimensionalen Laufbandes, auf dem mehrere Skifahrer gleichzeitig und spielerisch die Technik erlernen können.<BR /><BR />„Viele Chinesen entdecken nun immer stärker Sport- und Gesundheitstrends für sich, was unsere Aktivitäten natürlich beflügelt“, erläutert Winkler diesen in Holland entwickelten Indoor-Sport. Bereits an die 20 solcher Teppichanlagen hat die von Winkler mitbegründete Firma „Snow51“ in mehreren chinesischen Metropolen wie Shanghai, Peking oder Shenzhen eröffnet. Die Idee dazu kam vom weltgewandten Pusterer.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="740402_image" /></div> <h3> Von China fasziniert</h3>Kein Wunder, denn schließlich hat er nach über 15 Jahren China-Erfahrung ein feines Gespür für Land und Leute bekommen. Bereits 2005 verschlug es den studierten Betriebs- und Wirtschaftswissenschaftler (Jahrgang 1977) nach Hongkong, 3 Jahre später begann sein langjähriges berufliches Kapitel für die Tiroler Unternehmensgruppe Swarovski in Asien. Winkler erklärt seine Faszination für China: „Viele Dinge des täglichen Lebens funktionieren in China völlig anders als im Rest der Welt. Denken wir nur an die Sprache, die Gewohnheiten oder die gesellschaftliche Ordnung.“ So werde beispielsweise der Drang nach Selbstverwirklichung stärker dem Funktionieren der Gemeinschaft untergeordnet. Die Harmonie des großen Ganzen sei wichtiger als persönliche Befindlichkeiten. Ihm imponiere auch, mit welcher Konsequenz und welchem Tempo in China viele Dinge durchgezogen werden. In der oftmals aufgeheizten Debatte rund um die aufsteigende Weltmacht wünscht er sich indessen mehr Tiefgang und Sensibilität.<BR /><BR />Hermann Winkler ist also selbst ein Brückenbauer, ein Jongleur zwischen den Welten. Vor der Pandemie reiste er monatlich nach Shanghai, dank neuer Kommunikationstechnologien kann er vieles auch von Zuhause aus vorantreiben. So kann er viel Zeit bei seiner Familie in Pfalzen verbringen; die beiden Kinder (8 und 6 Jahre) besuchen bereits die Schule.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="740405_image" /></div> <BR /><BR />In seiner Freizeit liest er sehr gerne, seine eigenen literarischen Ambitionen hat er vor mehreren Jahren aber auf Eis gelegt. Bevor es ihn ins Reich der Mitte verschlug, ergründete er mit Vorliebe das Reich der Sprache, veröffentlichte Prosa und Lyrik, wurde dafür auch mehrfach prämiert. Das sei alles lange her. Stattdessen nutzt er heute die freie Zeit für Ausflüge mit der Familie, schnallt sich auch gerne die Skischuhe an.<BR /> Seit knapp 5 Jahren ist der Kosmopolit wieder in Pfalzen ansässig. Dabei wurde ihm auch das Präsidentenamt von „Südstern“, dem Netzwerk der Südtirolerinnen und Südtiroler im Ausland, angetragen. „Das konnte ich nicht ausschlagen. Schließlich bin ich selbst einer der Mitbegründer, und dieser Austausch hat mich von Anfang an bereichert“, sagt er dazu.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="740408_image" /></div> <h3> Der große Netzwerker</h3>Über 3000 Südtirolerinnen und Südtiroler in mehr als 70 Ländern gehören der Plattform an. Gemeinsam mit den vielen Mitstreitern will er sie weiter voranbringen und den Südtirolern in aller Welt und ihren tollen Geschichten eine Bühne bieten.<BR /><BR />Winkler hat das Netzwerken im Blut. Das verdeutlichen auch die Aktivitäten seines Start-Ups „SnowHowChina“. „Mit unserem Know-how unterstützen wir Unternehmen aus dem alpinen Raum in China“, erklärt er. So werden etwa auch chinesische Influencer in alpine Wintersportdestinationen gebracht. Ihre Erlebnisse verbreiten sie dann auf dem großen chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo und erreichen so Millionen von Followern. Man darf gespannt sein, was der versierte Pusterer künftig noch alles auf die Beine stellt. An großartigen Ideen mangelt es gewiss nicht.