Was ist geschehen?<BR /><BR />Wer für stille Töne empfänglich ist, hat ihn auf den Brixner Weihnachtsmärkten der vergangenen Jahre schon wahrgenommen, ist stehen geblieben und hat den Liedern gelauscht, die Bernhard Maier mit gleichmäßigen Kurbelbewegungen seiner Drehorgel entlockte. Besonders Kinder waren davon fasziniert. Jetzt steht wieder ein Weihnachtsmarkt vor der Tür, und Bernhard Maier hofft wieder dabei sein zu können. <BR /><BR />Am Ostermontag dieses Jahres hatte ihn nämlich der Schlag getroffen. Die Symptome waren nicht sehr ausgeprägt. Er glaubte an die Auswirkung einer kurz zuvor überstandenen Grippe. Eine Blutprobe war für erst für Mitte Mai terminiert.<BR /><BR />Einem ehemaligen Kollegen kam die Sache komisch vor. Am 4. Mai brachte er Bernhard Maier in die Notaufnahme ins Krankenhaus Brixen. Erste Tests bestätigten den Verdacht auf einen, wenn auch leichten, Schlaganfall. <BR /><BR />In den folgenden 5 Tagen Krankenhaus plagten den Mann weniger die Geh- und Sprechtherapien, als vielmehr die sorgenvollen Gedanken an seine geliebte Drehorgel. Mit starkem Willen hatte Bernhard Maier in seinem Leben schon so manches Unbill überstanden, jetzt galt es mit gleicher Energie wieder schnell gesund zu werden.<BR /><BR />Drehorgeln hatten ihn bereits in frühen Jahren fasziniert. Als er 2007 einen Drehorgelspieler auf dem Brixner Weihnachtsmarkt traf, musste es sein. Obwohl die Familie darüber nicht gerade begeistert war, machte er seinen Traum war. Für knapp 12.000 Euro wurde er 2009 stolzer Besitzer einer Drehorgel. Seitdem spielte er vor dankbaren Publikum in ganz Südtirol.<h3> Heimat in Brixen gefunden</h3><BR />Wer sich für seine Lebensgeschichte interessiert, dem erzählt er voller Stolz, dass er sogar samt seiner Drehorgel in einer Fernsehwerbung des Tourismusvereins zum Brixner Weihnachtsmarkt zu sehen war – und das in Australien. <BR /><BR />Bernhard Maier ist 1943 in Kurtatsch geboren. Viel Schulwissen hat er sich nicht aneignen können. Schon nach wenigen Schuljahren ging es zum Arbeiten auf die Pachtfelder seiner Eltern. Verschiedene Tätigkeiten schlossen sich an. Auch ein 2-jähriger Aufenthalt in Muri/Schweiz, wo Bernhard Maier als Kirchendiener arbeitete. Eine ordentliche Berufsausbildung war nie möglich. <BR /><BR />In Brixen war Bernhard Maier 25 Jahre Gartengehilfe in der Gärtnerei „Elefant“ und danach 12 Jahre Hausdiener im Hotel „Goldene Krone“ beschäftigt. Dort ging er 2007 in Pension.<BR /><BR />Neben seinen musikalischen Darbietungen auf den vergangenen Weihnachtsmärkten, dürfte der Mann manchen Brixnern aus seiner Zeit als engagierten Theaterspieler bekannt sein. Legendär zum Beispiel sein Auftritt als Papst in der Revue „Mill and Ka(o)s“ der Heimatbühne Brixen-Milland, dem heutigen Theater Brilland.<h3> Der Wunsch, wieder dabei zu sein</h3><h3> </h3>Bernhard Maiers ganz fester Wunsch ist es nun, wieder auf dem Weihnachtsmarkt spielen zu können. Mit den entsprechenden Medikamenten, seinen diszipliniert durchgeführten Geh- und Sprachübungen und einem festen Willen, hat er sich dafür wieder fit gemacht. In den nächsten Tagen möchte er deshalb einmal bei der Tourismusgenossenschaft Brixen nachfragen.<h3> Stichwort: Schlaganfall</h3>Ein Schlaganfall tritt plötzlich auf, meistens durch ein verstopftes Blutgefäß im Gehirn verursacht. Auf der Internetseite des Dachverbands für Soziales und Gesundheit ist zu erfahren, dass in Südtirol jährlich 1000 Personen einen Schlaganfall erleiden. Die Symptome: Taubheitsgefühlen in einer Körperhälfte, Seh- oder Sprachstörungen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Um medizinisch schnell reagieren zu können und um Dauerschäden zu vermeiden, ist dann Eile angesagt.<BR />