<b>von Martina Hofer</b><BR /><BR />140 Tage ist die Wahl zur „Zett“-Miss-Südtirol her, also noch kein halbes Jahr. Für Araceli Auer fühlt es sich trotzdem an wie eine Ewigkeit. „Es ist einfach so viel passiert seitdem“, entschuldigt sie sich fast.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007840_image" /></div> <BR /><BR />Man trifft die 22-Jährige momentan in Meran, seit Kurzem die neue Heimat der schönen Algunderin. Doch der Umzug ihrer Familie in die Passerstadt passierte beinahe nebenbei. Denn eigentlich gibt es im Leben von Araceli momentan weit einschneiendere Veränderungen: Sie hat im Dezember nämlich die Staatsprüfung für Bautechnik bestanden, im Jänner daraufhin ihren Job in einem Ingenieurbüro gekündigt und Anfang Februar einen Modelvertrag in Mailand unterschrieben. Die vergangenen vier Wochen waren darum eng gespickt mit Castings, Lauftrainings, Fotoshootings – und sogar ein erster Job im Rahmen der „Fashion Week“ Mailand war dabei.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007843_image" /></div> <BR /><BR />„Es fühlt sich momentan natürlich sehr aufregend an für mich“, ist die junge Frau selbst noch etwas überfordert, morgens nicht in ihr geschätztes Büro zu gehen und über Baupläne zu grübeln. Aber der Zeitpunkt sei genau richtig, um ihren Mädchentraum zu verwirklichen, weiß sie. <h3>Der frühe Wunsch,ein Model zu werden</h3>„Ich wollte schon als Jugendliche ins Model-Business, doch es war mir wichtig, eine Ausbildung zu haben. Bevor ich allerdings in den Betrieb meiner Familie – dem Unternehmen Erdbau in Sinich – einsteige, nutzte ich jetzt die Chance, um es zu versuchen“, fasst sie zusammen. <BR /><BR />Aufgewachsen in Algund mit drei jüngeren Schwestern, sammelte die 1,82 Meter große Schönheit mit 16 Jahren erste Laufsteg-Erfahrungen in heimischen Gefilden – und zwar bei der Südtiroler Modelagentur „Smile & Walk“. <BR /><BR />2018 folgte die Teilnahme an der Wahl zur „Miss Mondo Italia“, bei der sie es bis ins Finale nach Gallipoli schaffte. „Seitdem nennt mich meine Familie Miss und als ich 2023 die Überlegung anstellte, an der ‚Zett‘-Miss-Südtirol-Wahl teilzunehmen, sagten sie mir sofort: Du musst mitmachen, du bist ja die Miss“, erzählt Araceli Auer mit einem Lachen. „Papa kündigte sogar an, mich einzuschreiben, wenn ich es nicht selbst machen würde.“<h3>Eine spannende Miss-Wahl mit großem Support</h3>Und so kam es, dass sich die Bautechnikerin dem Miss-Südtirol-Casting im Mai stellte und von der Jury direkt ins Finale in den Meraner Kursaal gewählt wurde. Dort zählte sie am Finalabend im Oktober nicht nur viele, sondern mit Abstand die lautesten Fans. Freunde der „Algunder Goasslschnöller“, der Volkstanzgruppe Algund und der Bauernjugend Lana waren anwesend, um ihre Vereinskollegin lautstark anzufeuern und ihr die Daumen zu drücken. <BR /><BR />„Zum Goasslschnöllen bin ich über meine beste Freundin gekommen, deren Vater den Verein gegründet hat, in die Volkstanzgruppe rutschte ich über einen Tanzkurs in der Mittelschule und bei der Bauernjugend bin ich durch meinen Partner Patrick, ein Landwirt in Lana“, fasst die ehrenamtlich Engagierte ihre Vereinstätigkeit kurz zusammen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007846_image" /></div> <BR /><BR />Bei der Miss-Wahl aber musste sie trotz immensen Supports allein auf die Bühne. Kein Einfaches für die bodenständige, junge Frau. „Im Saal zu stehen und über mich zu sprechen, das war sicher die größte Herausforderung“, erinnert sich die 22-Jährige an diese schwierige aber schöne Aufgabe zurück. Denn die vielen positiven Rückmeldungen darauf und das Gefühl, ihre Liebsten hinter sich zu wissen, ließen den Abend zu einem der schönsten in ihrem jungen Leben werden – wenngleich es am Ende nur für Platz zwei gereicht hat. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007849_image" /></div> <BR /><BR />„Klar war ich anfangs ein bisschen enttäuscht, heute sehe ich es aber fast als Vorteil, nur Zweite geworden zu sein“, erzählt Araceli Auer. Denn sie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Kontakte nach Mailand. „Es wäre als Miss Südtirol vermutlich ein Problem geworden, wenn ich in der Amtszeit für mehrere Monate weggegangen wäre“, mutmaßt sie. So aber konnte sie diese Chance nutzen – und hat große Vorhaben.<h3>Fotoshootings in Mailand und Kolumbien</h3>Auf Araceli Auers Plan steht für Frühsommer nämlich ein Model-Aufenthalt in Kolumbien. Als Südtirolerin mit mexikanischen Wurzeln könne sie dort durchaus gefragt sein, glaubt sie. <BR /><BR />Durch ihre Mutter, eine Mexikanerin, die vor 26 Jahren der Liebe wegen nach Südtirol gezogen ist, spreche sie zudem fließend Spanisch. Obendrein sei ihre jüngere Schwester Olin momentan auf Weltreise und in Südamerika unterwegs. „Ich habe vor, sie in Kolumbien zu treffen, dort zu arbeiten, aber auch etwas Urlaub mit ihr zu machen“, verrät die Halb-Mexikanerin.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007852_image" /></div> <BR /><BR />Bis es soweit ist, stehen in Mailand aber noch einige Werbe-Shootings an. „Meine Mutteragentur meinte, ich sei eine Standardschönheit und eigne mich für Schmuck-Kampagnen oder Bikini- und Unterwäschewerbung, da ich für ein Model recht kurvig bin“, erzählt Araceli Auer. Sie hat in den vergangenen Wochen das harte Diktat der Modelwelt kennengelernt. „Nicht der Typ zählt in Mailand, sondern die Maße.“ Ihre Schuhgröße 41, ihre Körpergröße über 1,80 Meter und ihr Hüftumfang über 90 Zentimetern waren bei Laufsteg-Jobs schnell ein Hindernis. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007855_image" /></div> <BR /><BR />Doch die fesche Vize-Miss-Südtirol 2024 nimmt es gelassen, nicht zu 100 Prozent den Vorgaben zu entsprechen. Der Markt sei groß und vielfältig – sie glaube darum genauso fest an sich wie ihre Familie oder Partner Patrick, der seine Liebste trotz Fernbeziehung stets unterstützt. „Er hat in Lana und am Gardasee einen Hof und dort viel zu tun. Da ich bisher abends noch in einer Pizzeria gejobbt habe, sahen wir uns meist nur am Wochenende und sind Entfernung gewohnt“, erzählt die 22-Jährige von dem Mann, dem seit fast vier Jahren ihr Herz gehört. <BR /><BR />Vier Jahre, in denen sie gelernt haben: Kilometer entfernen zwar Gesichter, aber keine Gedanken.