Die Experten erklären, was im Körper bei Kälte passiert, und verraten Tipps, wie man weniger friert. <BR /><BR />„Grundsätzlich sind immer alle Extreme, egal ob Wärme oder Kälte für den Körper belastend“, schickt Dr. Eugen Sleiter voraus. Das gilt auch für das geistige Wohlbefinden: Laut der Psychologin Sabine Cagol beeinflussen das Klima allgemein bzw. die Jahreszeiten die Psyche. Ein klassisches Beispiel dafür sei die Herbst-Winterdepression. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63028428_quote" /><BR /><BR />„Wenn man Kälte länger aushalten muss, führt das zu körperlichen Stress“, erklärt Cagol. Denn der Körper brauche viel Energie, um sich warmzuhalten. Dafür müsse er härter arbeiten, Folgen davon seien Energiemangel, Müdigkeit, verminderte Konzentration, Reizbarkeit. „Der Mensch bewertet die Kälteempfindung mental: Wie bedrohlich ist sie? Wie unangenehm?“ <BR />Je mehr der Reiz als eine Bedrohung wahrgenommen werde, je gestresster man sei, desto mehr leide man darunter. Andererseits sei auch eine psychische Adaption möglich, berichtet Sabine Cagol. Menschen könnten lernen, Kälte besser zu ertragen – eine Frage der Gewohnheit. <BR /><BR />Aber auch psychologische Faktoren könnten das Kälteempfinden verändern, etwa Angst oder Einsamkeit, so Cagol. „Wenn es mir psychisch nicht gut geht oder ich gestresst bin, kann ich anders auf Kälte reagieren und vulnerabler sein.“ <h3> Was im Körper passiert </h3>Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße. „Die wichtigen Organe haben immer eine Kerntemperatur von 37 Grad. Das ist für uns überlebensnotwendig“, erklärt Dr. Sleiter. Der Körper versuche also, diese Temperatur zu halten, jene in der Peripherie aber zu reduzieren (siehe Infografik). „Dadurch kühlt die Haut ab, es kommt zu Erfrierungserscheinungen.“ Besonders gefährdet sind Kleinkinder, wenn sie der Kälte bewegungslos ausgesetzt sind, etwa beim stundenlangen Tragen im Rucksack. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="985405_image" /></div> „Kälte bedeutet auch für Menschen mit Bluthochdruckproblemen ein größerer Stress fürs Herz“, erläutert der Arzt. „Solchen Patienten rate ich dann, den Blutdruck im Winter genauer zu messen als im Sommer.“ Denn in der kalten Jahreszeit würden viele eine Erweiterung bei der Bluthochdrucktherapie benötigen. <h3> Ein paar Tipps </h3>„Wenn sich die Leute zu viel anstrengen, machen sie oft den Fehler, nicht mehr über die Nase, sondern über den Mund einzuatmen“, weiß Dr. Sleiter. Dadurch kühle man aber noch schneller aus, da über das Einatmen in die Nase die Luft bereits vorgewärmt werde. Der Arzt rät dazu, bei Kälte eine Maske zu tragen. „Die Maske ist ein Vorfilter. Nicht nur die Nase wird automatisch warm, auch die Einatmungsluft wird durch die Maske erwärmt.“ Wenn man also nichts anderes zur Verfügung hätte, um sein Gesicht zu bedecken, sei die Maske ein guter Tipp. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63028424_quote" /><BR /><BR />Natürlich sollte man bei Minusgraden entsprechend angezogen sein – nicht nur im Gesicht: Ohren, Hände und Füße gut schützen, mehrere Schichten übereinander anziehen. <BR /><BR />Alles, was den Kreislauf aktiviere, sei auch ratsam: Viel trinken, leichte Kost zu sich nehmen. „Bei Herz-Kreislaufproblemen kann man bei extremen Temperaturen auch einen Tag zu Hause bleiben und sich gar nicht erst dem Risiko aussetzen“, empfiehlt Dr. Eugen Sleiter. <BR /><BR />Und wer sich trotzdem in die Kälte begeben hat und friert? „Sich langsam wieder aufwärmen und lauwarme Getränke trinken“, sagt der Experte. Heiße Getränke würden den Körper nämlich nur wieder abkühlen. <BR />