So lange ist es gar nicht her, dass es in Südtirol die letzten Augenzeugenberichte über die Erscheinung einer Kreatur gibt, die man als Südtiroler Drache bezeichnen könnte.<h3> Ein Südtiroler Drache: Der Tatzelwurm</h3>Allerdings gibt es über die genaue Gestalt, genauso wie über seine Fähigkeiten diverse Berichte. Im Gebiet rund um den Gampenpass soll er noch im vergangenen Jahrhundert sein Unwesen getrieben und sich in den Viehställen der Region herumgetrieben haben. Die meisten Berichte weißen dem Tatzelwurm eine Länge zwischen einem halben bis zu zwei Metern zu. Sein Körper soll dem einer Schlange oder einem Drachen gleich sein. Der Kopf allerdings erinnert an einen Löwen oder eine andere Wildkatze. <BR /><BR />Die Heimat des Wesens seien Höhlen im Wald – die meiste Zeit zeigen sie sich scheu. Allerdings sollen sie auch nicht davor zurückschrecken Viehställe zu überfallen und notfalls auch Menschen anzugreifen. Die Legende vom Tatzelwurm ist in Südtirol weit verbreitet. In Gries fanden zwischen 1972 und 1974 sogar mehrere „Tatzelwurm-Volksmärsche“ statt. Wichtiger Teil der Legende ist zudem noch, dass vor dem Erscheinen des „Südtiroler Drachen“ jeweils ein hoher Pfeifton erklingen soll, der sein Erscheinen ankündigt. Also heißt es weiterhin die Ohren zu spitzen und die Augen offen zu halten. <h3> Der Lorgg <h3> von</h3> Mals</h3>Es sind schaurige Geschichten, die man sich im Vinschgau von dieser legendären Figur erzählt. Der Malser Lorgg wird als riesengroßer, düsterer Mann beschrieben. Auf seinem Haupt prangt ein Hut, seinen Kopf trägt der Lorgg allerdings meist in Händen. In den Abendstunden legte er sich gerne auf die Lauer und suchte jene Menschen heim, die entweder in diebischer Absicht in den Obstplantagen zugegen waren – oder aber angetrunken durch die Straßen der Stadt schwankten.<BR /> Augenzeugenberichte in der Gemeinde gab es bis ins vorherige Jahrhundert. Insbesondere die Nachtwächter trafen häufiger auf ihn. Einer von ihnen soll den Lorgg mit drei Kreuzen an den Mauern einer Gasse schließlich in die Flucht geschlagen haben. Die Gasse trägt bis heute den Namen „Lorggaßl“. <h3> Teuflisches Treiben: Die Schlernhexen</h3>Das Wetter beeinflusst das Leben der Menschen in den Bergen schon seit jeher. Wenn es dann mal wieder zu Extremwetter und Hagel kam, suchten frühere Generationen gerne nach Erklärungen. Im Schlerngebiet wurden die Schuldigen schnell ausgemacht: Die Schlernhexen waren wieder mal am Werk. Durch das Leuten der Wetterglocken konnte ihrem Treiben allerdings Einhalt geboten werden. Die Hexen zeigten sich darüber aber immer erbost und nahmen wann immer es ging Rache.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001584_image" /></div> <BR /><BR /> Einen Pfarrer, der sich auf ihre Fersen begab, sollen sie etwa zu Tode gequält haben. Am Schlern feierten sie zudem zusammen mit dem Teufel den sogenannten Hexensabbat. Die Meschen im Gebiet berichteten davon wie die Hexen auf Besen, Tieren oder dunklen Wolken auf den Schlern schwebten und dort ein rauschendes Fest feierten. Bis heute sind die Geschichte rund um die Schlernhexen weit verbreitet. Und bei einigen herrscht nach wie vor die Angst, auf eine von ihnen zu stoßen.<h3> Sage mit wahrem Kern: Pfeifer Huisele</h3>Dieses kleine Männlein soll vor Jahrhunderten das Wipptal Unsicher gemacht haben. Das Pfeifer Huisele, so erzählt man sich, habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Deshalb habe der Bauer anschließend nur noch ertragreiche Ernten einfahren können. Die Bauern im Wipptal aber auch in der Gegend rund um Lana sollen unter seinem Zauber allerdings gelitten haben. So hätte er häufig für Überflutungen gesorgt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001587_image" /></div> <BR /><BR />Das Pfeifer Huisele konnte sich zudem in jedes beliebige Tier verwandeln. So konnte er auch unbemerkt spionieren und Wertgegenstände stehlen. Am Ende allerdings musste er seinen Pakt bezahlen. Der Teufel sei gekommen und habe das Männlein mitgenommen, so die Erzählungen. <h3> Salvan: Freund oder Feind?</h3>Die Heimat der Salvane sind die Wälder rund um Gröden und da Gadertal. Sie werden dabei als wilde Gestalten beschrieben – einige von kleiner Statur, andere wiederum umso größer. Sie verstecken sich im Dickicht und beobachten die vorbeiwandernden Menschen. Ab und zu wurden sie von der Neugier gepackt und mischten sich in das Leben der Menschen ein. Dies konnte in guter oder schändlicher Absicht geschehen. So gibt es Berichte wonach Salvane Menschen verfluchten und ihnen drohten. Aber auch Erzählungen wonach Salvane die Menschen vor drohendem Unheil warnten oder ihnen verlorene Gegenstände zurückbrachten. <h3> Die Nörggelen</h3>Das Grenze zwischen Südtirol und Nordtirol soll ihre Heimat sein. Die Nörggelen waren einst vor allem im Pfitscher Tal und im Zillertal bekannt. Bei ihnen handelt es sich um kleine Plagegeister, die nur Unfug im Kopf haben. Die unangenehmen Zeitgenossen suchten vor allem Bauern in der Region heim. Dabei zogen sie etwa Melkhocker weg, damit die Menschen am Boden landeten. <BR /><BR />Aber sie schreckten auch vor direkter Gewalt nicht zurück und schlugen das ein oder andere Mal gern zu. Vor allem auf Frauen hatten sie es abgesehen. Bemerkbar machten sie sich vor allem durch schadenfrohes Gelächter, nachdem sie Unheil angerichtet hatten. Sie zu fassen war allerdings ein Ding der Unmöglichkeit. Der See in der Gansöhralm ist noch heute nach ihnen benannt, der Noggensee. <BR />