Heute befassen wir uns mit unserem faszinierenden Nachbarplaneten Venus. <BR /><BR />Wer über eine tiefe Sicht nach Osten verfügt, wird gegen 5 Uhr am Morgen unseren Nachbarplaneten Venus zu Gesicht bekommen. Venus begleitet den Beobachter bis zum Sonnenaufgang und bleibt selbst bei vorgerückter Morgendämmerung als gleisender Lichtpunkt auffindbar. Sie hat im Februar die Erde auf der Innenbahn überholt und befindet sich derzeit noch sehr nahe an unserem Planeten. Dabei ist die Höhe dieses weiß leuchtenden Planeten derzeit sehr hoch.<BR /><BR /><BR />Unser Tagesgestirn Sonne und der Satellit Mond sind die auffälligsten Himmelskörper in der Umgebung der Erde. Danach folgt schon die Venus, an deren Helligkeit kein anderer Stern oder Planet heranreicht. Von den vier festen Planeten kommt auch keiner der Planeten der Erde näher als diese innere Nachbarin mit dem Namen Venus. Mitte dieses Monats Februar war es wieder einmal so weit: Venus hat die Erde überholt und ist ihr dabei bis auf ca. 39 Millionen Kilometer nahegekommen. Im Vergleich dazu erreicht der äußere Nachbar Mars nur eine maximale Nähe zur Erde von ca. 56 Millionen Kilometer. Alle Planeten des Sonnensystems kreisen auf etwa derselben Umlaufebene um die Sonne. Bei Venus ist das geringfügig anders: Ihre Umlaufebene ist im Vergleich zur der der Erde etwa um 3,4° geneigt. Deshalb kommt es nur selten vor, dass Venus aus der Sicht der Erde vor der Sonne vorbeizieht, so genannte Sonnentransite. Sie steht einmal in unterer Konjunktion zur Sonne (wie zuletzt Mitte Februar) und einmal in oberer Konjunktion zur Sonne, sobald Venus auf deren Umlauf hinter der Sonne zurückkommt. <h3> Daten, Daten, Daten</h3>Als zweiter bekannter Planet nach Merkur kreist Venus auf durchschnittlich 108 Millionen Kilometern um die Sonne. (Erde zum Vergleich: ca. 150 Millionen Kilometer). Sie benötigt aus Sicht der Erde für einen Umlauf 225 Tage, das sind rund siebeneinhalb Monat Venus befindet sich an einem am 1.Jänner festgestellten Punkt am 13. August wieder. Und noch ein Kuriosum: Ein Tag auf unserem Nachbarplaneten (eine vollkommene Rotation) dauert wenig mehr als 243 Erd-Tage. Als Unikum im Sonnensystem dreht sich Venus in die entgegengesetzte Richtung als alle anderen Planeten. Unser Nachbar hat ansonsten auch viele Eigenschaften, die denen der Erde ähnlichsehen: 12.104 Kilometer Durchmesser (Erde: 12.742 km), 460 Millionen Quadratkilometer Oberfläche (etwa 90% von der der Erde, die ca. 510 Millionen Quadratkilometer misst) und einen ähnlichen Eisen-Nickel Kern wie unser Planet. <BR /><BR />Nicht zuletzt der zeitlich langen Ausgesetztheit der Oberfläche ist die Temperatur auf diesem Planeten so hoch. 464° C im Durchschnitt mit Spitzen bis zu über 500° C machen aus Venus eine Gluthölle, wo bereits Metalle wie etwa das giftige Blei schmelzen. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="740357_image" /></div> <h3> Die Venus Atmosphäre</h3>Unser innerer Nachbarplanet ist von einer Gashülle umhüllt, die hauptsächlich aus Kohlendioxid (96,5%) besteht. Der Rest sind Schwefeldioxid, Argon, Kohlenmonoxid, Wasserdampf, Helium und Neon. Die Wolkenschickt ist extrem dicht und reicht bis über 90 Kilometer über die Planeten Außenhülle. An der Außenhülle herrscht eine Art Jetstream, der mit ca. 400 km/h um den Planeten rast. Demnach wird die Wolkenmasse in rund vier Erd-Tagen um den Planeten getrieben. Wissenschaftler und Forscher nehmen Venus gerne als Beispiel her, um die Entwicklung der Erde darzustellen, falls der Umweltverschmutzung durch Kohlendioxyd nicht Einfalt geboten wird. Alles Wasser, was jemals auf der Oberfläche sein konnte, ist auf der Venus längst verdunstet. Die Oberfläche der Venus ist vollkommen steril und wird durch zahlreiche Gebirgszüge, ausgedehnten Calderen, Vulkankegel, ausgedehnte gewundene Lavatäler und Einschlagskrater gekennzeichnet. Auf Bodennähe ist das Wetter weitgehend windstill. Ähnlich wie auf Erden sind die höchsten Erhebungen nicht allzu hoch: Auf Erden ist der so genannte Mount Everest mit knapp 9 Kilometern der Höchste, auf Venus ist das der Vulkan Maxwell-Montes mit 11 Kilometern die höchste Erhebung.<h3>Ein Mond bei Venus?</h3>Seit kurz vor Galileo Galilei das Teleskop erfunden wurde, suchte man alle Planeten nach natürlichen Satelliten ab, wie es etwa der Mond der Erde ist. Bei Jupiter und Saturn wurde man fündig. Lang Zeit wurde bei Venus ohne Erfolg gesucht, bis ein Forscher aus den Niederlanden bei Venus tatsächlich einen Mond gefunden hatte. Allein, nicht viel später stellte sich heraus, dass es sich dabei um einen weit entfernen Fixstern handelte, den man als Mond hielt. Im November 2002 fand die NASA auf der Suche nach Asteroiden, die der Erde gefährlich nahekommen können, einen Asteroiden nahe an Venus. Wie es sich herausstellte, handelt es sich dabei tatsächlich um einen Asteroiden, der nicht weit von unserem Nachbarplaneten in derselben Zeit um die Sonne kreist. Diesem rund 500 Meter großen Steinklumpen gab man den nicht gerade attraktiven Namen 2002 VE68. <h3> Mythologie rund um diesen hellen Stern</h3>Seit jeher übte dieser helle Planet am Himmel eine besondere Faszination auf alle Völker der Erde aus. Der Strahlkraft dieses Sterns wurde vielfach eine göttliche Verehrung zuteil. Und interessanterweise sahen darin so gut wie alle ein weibliches Wesen, vornehmlich die Göttin der Liebe. Bei den Sumerern in Mesopotamien hieß der Planet Iuanna, bei den Babyloniern Ihstar, bei den Ägyptern Isis, bei den Arabern Al-Uzza, bei den Phöniziern Astarte, bei den Griechen Aphrodite und bei den Römern Venus.<BR /><BR />Die alten Germanen sahen in diesem Lichtpunkt deren Göttin Freya. Der Freitag ist in deutscher Sprache der Göttin Freiya gewidmet, gleich wir derselbe Tag in Italien, venerdì, und in Frankreich, vendredi, Tag der Venus. Nur bei den Indern wird der helle Planet zu einer männlichen Figur: Sukra, der Glänzende. <BR /><BR /><BR />