Montag, 07. Oktober 2019

Willkommen in Mals: Perspektivenwechsel hilft

Während Deutschland den Tag der Einheit feierte, ging es auch hierzulande um Verbindendes. Genau genommen in der Region Trentino-Südtirol.

v.l. Zita Ziernhöld, Barbara Romaniani, Felix Oduro, Miriam L. Weiß (Eurac Research), Magdalena Gschnitzer (Foto: Gemeinde Mals/Heinrich Zoderer) © ugc / Josef Bernhart
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v.l. Zita Ziernhöld, Barbara Romaniani, Felix Oduro, Miriam L. Weiß (Eurac Research), Magdalena Gschnitzer (Foto: Gemeinde Mals/Heinrich Zoderer) © ugc / Josef Bernhart - Foto: © Josef Bernhart

Konkret in der Woche vom 28. September bis zum 6. Oktober 2019. Willkommenswoche heißt das bereits etablierte Projekt. Und genau in dieser Woche Anfang Oktober wurde in Mals der Eurac-Film Aus einem anderen Blickwinkel da un altro punto di vista von Magdalena Gschnitzer präsentiert. An die vierzig Interessierte waren am Abend des 3. Oktober zur Uraufführung in das Martinsheim von Mals gekommen. Politiker, Vertreter aus Kirche und Vereinen, Geflüchtete und viele Einheimische mit unterschiedlichen Funktionen und Interessen.

Der Hintergrund ist ein EU-gefördertes Projekt mit dem Titel PlurAlps , das die Eurac Research in Bozen mit Partnern aus sechs Ländern seit 2016 umgesetzt hat. Vielfalt in Gemeinden, also Pluralismus, ist der Leitgedanke und die Willkommenskultur das zentrale Thema.

Wie man sich Zugewanderten mehr hinwenden und ihnen bei der Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse hin zu mehr Lebensqualität besser helfen kann, darum geht es den Projektpartnern. Und um gute internationale Beispiele.


Ein solches Beispiel ist hierzulande Mals im Vinschgau. Eine Gemeinde mit Tradition im Umgang von Einheimischen mit Flüchtlingen. An die vierzig Geflüchtete sind derzeit in Mals. Ihnen zu helfen, ist dort Chefsache. Bürgermeister Ulrich Veith verweist auf die Vinschger Geschichte, selbst auf der Suche nach Arbeit und Wohnung gewesen zu sein.

So ist das Wohnungsproblem bei den Flüchtlingen auch heute zentral. Viele haben zwar Arbeit gefunden und sich gut in die Gemeinde integriert, aber sie finden kaum eine Wohnung. Ein Wohnungscoach versucht hier zu helfen, eine Mietenvorschussstelle könnte eine weitere Idee sein.


Zentraler Erfolgsfaktor ist die Arbeit und Hilfe vieler Freiwilliger vor Ort. Gertrud Telser, selbst ehrenamtlich im KVW Bezirk engagiert und Vorsitzende der KVW-Frauen, weiß, wovon sie spricht, wenn sie als zuständige Gemeindereferentin für Soziales allen freiwilligen Helferinnen und Helfern einen großen Dank für die vielfältige Unterstützung ausspricht. Nur so kann Willkommenskultur auch in Zukunft konkret vor Ort gelebt werden.

josef bernhart