Das Problem der touristischen Nutzung von Wohnungen ist in Bozen seit Jahren ein großes Problem. Diesem Trend Einhalt zu gebieten ist mehr als schwierig. Die Bozner Gemeindeverwaltung hat nunmehr ein Signal gesetzt. <BR /><BR />Derzeit verfügt die Stadtgemeinde Bozen über 5998 Betten, die touristisch genutzt werden. 4163 davon entfallen auf Hotels, Garnis, Pensionen, 306 haben die Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Betriebe im Angebot und 1529 die Privatzimmervermieter. <h3> Vorschlag für „Bettenschlüssel“</h3>Wer aus dem 229-Betten-Kontingent schöpfen kann, dass entscheidet die Gemeindeverwaltung. Die zuständige Stadträtin Johanna Ramoser hat dieser Tage einen Vorschlag ausgearbeitet, der im Stadtrat diskutiert und gutgeheißen wurde. Auch anlässlich einer Mehrheitssitzung gab es grünes Licht. Nun sind die zuständigen Kommissionen an der Reihe, das letzte Wort hat der Gemeinderat. <BR /><BR /><BR /><BR />Der Verteilungsschlüssel schaut folgendermaßen aus: „209 Betten bekommt die Kategorie Hotel, Garni, Pension, 20 Betten gehen an die Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Betriebe“, erklärt Ramoser. <b>Privatzimmervermieter gehen leer aus.</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1019868_image" /></div> <BR /><BR />„Letzterer Bereich hat in den vergangenen Jahren einen extremen Boom erlebt“, weiß Ramoser. Allein in 4 Jahren kamen in dieser Kategorie sage und schreibe 800 Betten dazu. Diese werden unter anderem auch über die Plattform Airbnb vermietet. „Das ist ein einträgliches Geschäfte, daher ist das Interesse natürlich groß. Zugleich werden die Wohnungen dem Mietmarkt für die ansässige Bevölkerung entzogen“, erklärt die Stadträtin. Dies hätte die seit Jahren herrschende Wohnungsnot noch weiter verschärft, sagt sie. Mit der nunmehr getroffenen Entscheidung will die Gemeinde vorerst Druck aus diesem Kessel nehmen. <BR /><BR /><BR /><BR />„Ich bin mit dieser Entscheidung absolut einverstanden“, sagt SVP-Fraktionssprecher Hannes Unterhofer. Sein politisches Steckenpferd ist das Thema Wohnen, insofern zeigt er sich besonders zufrieden damit, dass für Privatzimmervermieter kein einziges „neues“ Bett vorgesehen ist. „Es ist schon klar, dass wir damit das Wohnungsproblem nicht lösen, aber es ist ein wichtiges Signal, welches die Politik gibt“, meint er. Es könne nicht angehen, dass Ansässige keine Wohnung finden oder sich keine leisten können, weil immer mehr Wohnraum touristisch genutzt werde. „Es werden zweifelsohne weitere Maßnahmen notwendig sein, um diesem Trend einen Riegel vorzuschieben. Die nunmehr getroffene Entscheidung ist ein erster Schritt“, meint Unterhofer. <BR /><BR />Im neuen Gesetz festgeschrieben ist zudem die Regel, dass in Mehrfamilienhäuser in Zukunft keine Appartements mehr an Touristen vermietet werden dürfen.<BR /><BR />