Die alarmierenden Zahlen der Suizidopfer in Italiens Gefängnissen steigt weiter an: Während es im Vorjahr -und bisherigem Rekordjahr- insgesamt 85 Suizidopfer waren, waren es heuer, bis 5. Juli, bereits 50. Im Durchschnitt nimmt sich alle 4 Tage ein Sträfling in Italien das Leben.<h3> Im Schnitt waren Suizidopfer 39 Jahre alt</h3>Insgesamt 48 Männer und 2 Frauen haben sich bisher hinter Gittern das Leben genommen. 27 von ihnen stammen aus Italien, der Rest aus 14 verschiedenen Herkunftsländern. Im Durchschnitt waren sie 39 Jahre alt und fast 40 Prozent von ihnen warteten noch auf ihr Urteil. <BR /><BR />Diese Zahlen zeichnen den Notstand und die Überfüllung in den italienischen Strafanstalten ab: Mit 61.000 Inhaftierten sprengt dies die eigentliche Kapazität der italienischen Einrichtungen um 13.500 Plätze, wie die italienische Nachrichtenagentur „Ansa“ berichtet.<h3> Neues Dekret zum Entlasten der Gefängnisse</h3>Nun will die Regierung handeln; Als Antwort auf die Notstände in den Gefängnissen hat der Ministerrat vor Kurzem ein Dekret zur Entlastung der Gefängnisse genehmigt. „Es soll die Strafanstalten menschlicher gestalten und stellt einen umfassenden Eingriff in das Strafvollzugssystem dar“, erklärt Justizminister Carlo Nordio.<h3> Vorzeitige Entlassung ohne Strafnachlass</h3>Die Verordnung soll zum Einen die „vorzeitige Entlassung von Häftlingen, die ein Recht darauf haben, vereinfachen und beschleunigen; Strafnachlasse sind dabei keine vorgesehen“, erklärt Nordio. Für Insassen mit weniger schwerwiegenden Vergehen, die sich angemessen verhalten, wird es zum Beispiel einfacher, den letzten Teil ihrer Strafe im Hausarrest zu verbringen. Mit dieser Maßnahme sollen gleichzeitig die Überwachungsgerichte entlastet werden: Mit 200.000 zu bearbeitenden Anträgen pro Jahr seien diese völlig überlastet.<h3> Gemeinschaftliche Einrichtungen zur Überstellung in den Hausarrest</h3>Auch ein Register mit gemeinschaftlichen Einrichtungen, welche für die frühzeitige Entlassung in Frage kommen, ist vorgesehen. Diese Einrichtungen, die besonders für Häftlinge ohne festen Wohnsitz gedacht sind, sollen sie gleichzeitig wieder sozial integrieren. Zudem soll mehr Telefonzeit die Häftlinge entlasten. „Das ist eine psychologische Unterstützung für sie und soll das Leben hinter Gittern menschlicher gestalten“, betont Nordio gegenüber der italienischen Nachrichtensender „ Sky TG24“.<h3> Bis zu Tausend neue Wärter innerhalb 2026</h3>Um dem Überschuss an Häftlingen gerecht zu werden, ist außerdem innerhalb 2026 die Anstellung von Tausend neue Gefängniswärtern geplant. Auch die Verwaltung der Gefängnisse soll mit 20 neuen Angestellten Verstärkung bekommen.<BR /><BR />-------------------------------------------------------------------------------<BR /><BR /><b>Wenn Sie Suizid-Gedanken haben, zögern Sie nicht, diese Nummern zu kontaktieren:<BR /></b><BR />Betroffene sowie Angehörige können sich an verschiedene Anlaufstellen wenden: Im akuten Notfall an die Notaufnahmen eines Krankenhauses, den Hausarzt oder den Notruf 112.<BR /><BR />Anonyme Beratungen bieten die Caritas-Telefonseelsorge (rund um die Uhr, Telnr. 0471/052 052) und Young+Direct (Tel. 0471/155 1551 oder Mail: online@young-direct.it.<BR /><BR />Das Psychologische Krisentelefon ist unter der Grünen Nummer 800 101 800 rund um die Uhr erreichbar.<BR /><BR />Allgemeine Info im Internet:<BR /> <a href="https://www.suizid-praevention.it/de/netzwerk-suizidpraevention-1231.html" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">www.suizid-praevention.it</a>