Montag, 12. Juli 2021

So wird das neue Schuljahr

Rückblick auf das Schuljahr 2020/21 unter Corona-Bedingungen haben die Landesräte Philipp Achammer, Giuliano Vettorato und Daniel Alfreider am Montag gehalten und dabei auch auf den Schulbeginn im Herbst geblickt.

Bildungslandesrat Philipp Achammer hat am Montag Bilanz über das abgelaufene Schuljahr gezogen. - Foto: © lpa
Mit den Maturaprüfungen an den deutschen, italienischen und ladinischen Oberschulen ist Ende Juli das Schuljahr 2020/21 abgeschlossen worden. Insgesamt 4086 Jugendliche haben in diesem Jahr die Prüfung bestanden, davon 2778 an deutschsprachigen, 1216 an italienischsprachigen und 92 an ladinischsprachigen Schulen.

Die Mittelschule haben hingegen 5722 Schülerinnen und Schüler abgeschlossen, davon 4040 eine deutsche, 1446 eine italienische und 236 eine ladinische. Bilanz über ein Bildungsjahr, das stark von den Maßnahmen gegen das Coronavirus geprägt war, haben heute (12. Juli) im Landhaus 1 in Bozen die drei Landesräte Philipp Achammer, Giuliano Vettorato und Daniel Alfreider gemeinsam mit Bildungsdirektor Gustav Tschenett, Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner, dem italienischen Bildungsdirektor Vincenzo Gullotta und der ladinischen Bildungsdirektorin Edith Ploner gezogen.

Schuljahr der Unsicherheiten

Als „Schuljahr der Unsicherheiten“ bezeichnete Landesrat Achammer das abgeschlossene Bildungsjahr, das eines „enormen Kraftaufwands“ bedurft habe. Landesrat Vettorato sprach von einem „besonderen und schwierigen Jahr“, während das Jahr laut Landesrat Alfreider wegen der ständigen Änderungen alle an Schule Beteiligten immer wieder herausgefordert habe.

Ein Stimmungsbild des Schuljahrs 2020/21 liefern die Erhebungen der Evaluationsstellen aller drei Bildungsdirektionen, die dazu Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern befragt haben. Die Evaluationsstelle für das deutsche Bildungssystem hat im Rahmen der externen Evaluation über 12.700 Personen befragt, um unter anderem ein Bild der Handhabe der Hygienemaßnahmen, der Organisation von Präsenz- und Fernunterricht, des selbstorganisierten Lernens und des Einsatzes der digitalen Medien bewerten zu können.

Über 6800 Personen wurden von der italienischen Evaluationsstelle zu den Erfahrungen mit der Pandemie, negativen und positiven Aspekten, Veränderungen und Schwierigkeiten im Unterricht befragt, 1270 von der ladinischen. Als positiv wurde dabei vor allem die Stärkung und Entwicklung der digitalen Kompetenzen bewertet, als negativ die geringeren sozialen Kontakte, die langen Zeiten vor dem Bildschirm und - besonders bei den Lehrpersonen - die Schwierigkeit, Privates und Berufliches zu trennen.

Abschlussprüfungen und Versetzungen

Eine durchwegs gute Bilanz der Abschlussprüfungen und des Lernerfolgs präsentierten Landesschuldirektorin Falkensteiner, die Bildungsdirektoren Tschenett und Gullotta und Bildungsdirektorin Ploner. Die Führungsriege der drei Bildungsdirektionen betonte einhellig, dass es win gemeinsames Anliegen gewesen sei, soviel Schule wie möglich in Anwesenheit zu gewährleisten und dabei möglichst alle Schülerinnen und Schüler mitzunehmen.

An den Grund- und Mittelschulen aller drei Sprachgruppen wurden nahezu alle Schülerinnen und Schüler in die nächste Klasse versetzt. An den Oberschulen sind die Versetzungsquoten nach wie vor in den ersten beiden Klassen etwas niedriger und nehmen dann zu. Zur Oberschulabschlussprüfung wurden an den deutschen und italienischen Schulen über 98 Prozent der Schüler zugelassen, an den ladinischen waren es sogar hundert Prozent. Anerkennung zollten Landesschuldirektorin Falkensteiner und Bildungsdirektor Tschenett den Abgängern von Mittel- und Oberschulen. Sie hätten trotz des schwierigen Schuljahrs und des veränderten Prüfungsformats erfreuliche Ergebnisse und ihr fächerübergreifendes Wissen auch rhetorisch gewandt zum Ausdruck gebracht.

Schuljahr 2021/22 möglichst in Anwesenheit


Intensiv wird derzeit das kommende Schuljahr vorbereitet. Vorgesehen ist Präsenzunterricht an allen Schulen und allen Schulstufen sowie eine Rückkehr zur Stundentafel laut Rahmenrichtlinien. Um dies zu ermöglichen, soll die Unterrichtszeit auf Vormittage und Nachmittage verteilt werden. Weiter werden Ein- und Austritt geregelt, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Neben Hygienemaßnahmen, Mindestabständen und dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (mit Ausnahme der Kindergartenkinder) entsprechend den Bestimmungen für öffentliche Räumlichkeiten, werden wahrscheinlich wieder flächendeckende Screenings (Selbsttests) vorgesehen.

„Unser absolutes Ziel ist es, im Herbst flächendeckend zu hundert Prozent mit Präsenzunterricht zu starten“, kündigte heute Landesrat Achammer an. Gemeinsam mit Landesrat Vettorato und Landesrat Alfreider rief er zu Verantwortung, zu Eigenverantwortung und kollektiver Verantwortung auf: „Der Schulstart im Herbst hängt von unserem Verhalten im Sommer ab und von der Impfquote.“ Einen Impfzwang für die Lehrerschaft werde es nicht geben, aber eine starke Empfehlung, sich impfen zu lassen.

lpa/stol

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