Interview: Barbara Varesco<b><BR /><BR />Herr Plangger, über die Niederlage gegen Dieter Steger geschlafen: Sieht die Welt jetzt besser aus?</b><BR />Albrecht Plangger: Ich werde es überleben. Wir Jäger sagen, nicht geschossen ist auch gefehlt. Jetzt habe ich zwar geschossen, aber doch gefehlt. Ich kann am 12. Oktober in Pension gehen und werde es überleben. <BR /><BR /><b>Wo sehen Sie die Gründe für Ihre Niederlage?</b><BR />Plangger: Bis auf einige Bürgermeister hatte ich keine Verbände oder sonst wen, der für mich gelaufen ist. Ich war 5 Tage von Ulten, Brenner bis Prettau unterwegs, doch es war fast unmöglich, an die Leute heranzukommen. Viele Ortsobleute sind neu und nach 2 Jahren Pandemie ohne Versammlungen kenne ich fast niemanden mehr. Aber ich habe ein ruhiges Gewissen. Ich habe mein Bestes getan und kann mich nicht verdoppeln.<BR /><BR /><b>Wie wird das Ergebnis im Vinschgau aufgenommen?</b><BR />Plangger: Für den Vinschgau ist das Ergebnis eine Katastrophe. Mit der Neueinteilung der Kammerwahlkreise ist der Vinschgau nur mehr ein Anhängsel in einem großen Wahlkreis, der vom Eisacktal und Pustertal dominiert wird. Im Senat werden wir auch keine Rolle mehr spielen. Wir sind nur 5 Hansel, weshalb sich Meran immer den Platz des Senators behalten wird. Wir haben nichts mehr zu melden.<BR /><BR /><b>Bleiben Sie weiterhin SVP-Bezirksobmann?</b><BR />Plangger: Wegen einer Niederlage bin ich der Letzte, der zurücktritt. Solange die Leute sagen, der Abi kann etwas für uns bewegen, mache ich weiter. Freilich wird alles schwieriger. Wir stellen keinen Vertreter in der Landesregierung, und einziger Ansprechpartner ist nur mehr Sepp Noggler, an dem alles hängen bleibt. Als Bezirksobmann kann ich im Vinschgau arbeiten, darüber hinaus kann ich halt jetzt nur mehr wenig tun. Es war schon jetzt schwierig, als ich noch Bezirksobmann und Abgeordneter war. Wir Vinschger müssen bis nach Bozen 100 Kilometer hin- und 100 zurückfahren.<BR /><BR /><b>Bezirksobfrau Pamer hat im Vorfeld der Wahl gedroht: Keine Stimmen aus dem Burggrafenamt für Plangger, wenn Vinschger Exponenten mit Julia Unterbergers Herausforderer Martin Ganner unterwegs sind...</b><BR />Plangger: Der Vinschgau war loyal, wir haben zu 100 Prozent Julia Unterberger und Renate Gebhard nominiert. Die Kandidatur Ganner war ein Meraner Problem. Er wurde dort nominiert. Wir sind nur die Leidtragenden, denen man einen Strick gedreht hat, nur weil er heraufgekommen ist, um zu reden. <BR /><BR /><b>Die Vinschger schicken mit der Laaser Bürgermeisterin eine Kandidatin für das Amt der Vizeobfrau ins Rennen. Damit stehen Waltraud Deeg aus dem Osten 2 Anwärterinnen aus dem Westen gegenüber. Eine zu viel?</b><BR />Plangger: Ja, wir werden jetzt mit Meran reden, ob Verena Tröger oder Sonja Plank bessere Chancen hat. Allerdings sind auch hier die Rollen klar verteilt. Der Vinschgau hat nur 45, das Burggrafenamt 95 Stimmrechte.