Künftig werden diese Stipendien um mindestens 20 Prozent angehoben, also auf 1392 Euro oder mehr. Offen ist allerdings noch, ob auch Studierende, die seit 2020 nicht mehr zum Zuge gekommen sind und ihr Studium bereits abgeschlossen haben, 2024 dann noch ansuchen können.<BR /><BR />An der vorübergehenden Aussetzung der Leistungsstipendien hatte es einige Kritik gegeben – etwa vom Team K. Es sei fragwürdig, genau im Bildungsbereich wegen der Corona-Krise zu sparen. Und kürzlich meinte Irmgard Larcher, Mutter einer Uni-Absolventin, in einem Schreiben an Landesrat Achammer: „Ich appelliere an Sie als Verantwortlicher für das Bildungswesen in Südtirol. Meine Tochter hat letztes Jahr ein Universitätsstudium mit 110 Punkten und Auszeichnung abgeschlossen und auch der Notendurchschnitt ist sehr hoch. Mit Enttäuschung muss ich feststellen, dass das Leistungsstipendium ausgesetzt wurde. Immer wieder beklagen sich die Wirtschaftsverbände, dass es zu wenig Fachkräfte gibt. Glauben Sie, hier an der richtigen Stelle zu sparen?“<BR /><BR />Die Wiedereinführung der Leistungsstipendien wird seit einiger Zeit vorbereitet. Laut der Abteilungsdirektorin für Bildungsförderung, Rolanda Tschugguel, wird eine Arbeitsgruppe Vorschläge für den Hochschulbeirat ausarbeiten. In dieser Arbeitsgruppe sitzen neben Studentenvertretern von sh.asus und MUA auch Vertreter der Uni sowie Mitarbeiter der Abteilung Bildungsförderung. Ziel sei es, so schnell wie möglich voranzukommen – „das ist auch im Interesse der Studierenden“, meint Tschugguel. <BR /><BR />Das Leistungsstipendium wird auch künftig unabhängig von Einkommen und Vermögen einer Familie ausbezahlt. Ansuchen können nicht nur Uni-Absolventen, sondern auch Studenten, die sich mitten im Studium befinden. Noch heuer will die Landesregierung den Beschluss fassen. Angesucht werden kann dann ab 2024 – für Leistungen, die 2023 erbracht wurden, erklärt Achammer. Es werde zumindest eine 20-prozentige Erhöhung des bisherigen Betrages (1160 Euro) geben (auf mindestens 1392 Euro). Zuletzt hatte das Land im Jahr 2020 genau 265 Leistungsstipendien vergeben – 134 für Studierende im Ausland, 131 für Studierende in Italien. Auch in Zukunft sollen zumindest 265 Stipendien ausbezahlt werden, so Achammer.<BR /><BR /><b>„Wichtiges Signal für Studierende“<BR /></b><BR />Die Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus) zeigt sich erfreut über die Ankündigung von Landesrat Achammer. „Es ist höchste Zeit, dass die Leistungsstipendien wieder ausbezahlt werden. Gerade nach diesen schwierigen zwei Jahren der Online-Lehre ist das ein wichtiges Signal für Studierende, dass ihre universitären Bemühungen wertgeschätzt werden“, so die Vorsitzende der sh.asus Ariane Benedikter. <BR /><BR />Der Vizevorsitzende Alexander von Walther fügt hinzu: „Auch im Hinblick auf den Brain-Drain in Südtirol sind die Leistungsstipendien ein wichtiges Zeichen der Anerkennung. Die Politik zeigt hier, dass die universitäre Bildung einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert einnimmt.“<BR /><BR /><b>Wiedereinführung schon länger gefordert<BR /></b><BR />Die SH habe, so die Vorsitzende Benedikter, schon in den letzten beiden Jahren immer wieder gefordert, die Leistungsstipendien wieder einzuführen. Man war sich zwar mit Landesrat Achammer einig, dass die Ermöglichung des Studiums mit der Auszahlung und der anschließenden Erhöhung der Studienbeihilfe Priorität habe. Dennoch: „Die Aussetzung der Stipendien über Jahre zu verlängern und diese in ihrer bisherigen Form somit quasi abzuschaffen, wäre ein fataler Schritt gewesen“, unterstreicht die Vorsitzende. <BR /><BR />Dass diese nun zurecht um 20% erhöht werden sollen, ist eine weitere wichtige Maßnahme in Zeiten der massiven Teuerung, sagt Benedikter.<BR />Im letzten Jahr wurden bereits die Studienbeihilfen auf Forderung der Südtiroler HochschülerInnenschaft hin um 20% erhöht und somit erstmals seit 10 Jahren an die Inflation angepasst. <BR /><BR /><b>Nachträgliche Bewerbung ermöglichen<BR /></b><BR />Unklar ist bis dato, ob man sich auch nachträglich für das Stipendium bewerben kann, auch wenn man das Studium während der Pandemie bereits abgeschlossen hat und sich in den letzten Jahren nicht bewerben konnte. Essentiell sei vor allen Dingen, so die HochschülerInnenschaft, dass man Studierenden, denen aufgrund der Aussetzung eine Bewerbung um ein Leistungsstipendium verwehrt geblieben ist, diese Chance nachträglich noch ermöglicht.