Samstag, 02. Mai 2020

Grüne fordern eine sofortige finanzielle Unterstützung für Eltern

Die Co-Sprecher der Grünen, Marlene Pernstich und Felix von Wohlgemuth, fordern die sofortige Unterstützung für Eltern, die am Montag wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren.

Was passiert mit den Kindern, wenn die Eltern wieder zur Arbeit müssen?
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Was passiert mit den Kindern, wenn die Eltern wieder zur Arbeit müssen? - Foto: © APA/dpa / Karl-Josef Hildenbrand
Seit Anfang März sind nun die Schulen, Kindergärten und Kitas geschlossen, Tagesmütter mussten ihre Tätigkeit aussetzen und Kinder müssen zu Hause betreut werden.

„Wann Betreuung oder auch Unterricht zumindest in Kleingruppen wieder aufgenommen werden kann, steht derzeit in den Sternen und ob der angekündigte Südtiroler Sonderweg zum Erfolg führt, kann heute noch keiner sagen“, schreiben die Co-Sprecher der Grünen.

Berufstätige Eltern stelle diese Situation vor eine enorme Herausforderung. Kinderbetreuung, Homeschooling und Beruf unter einen Hut zu bringen, sei fast unmöglich.

„Eltern müssen kreativ sein, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Wer konnte, musste (bezahlten oder unbezahlten) Urlaub nehmen oder noch nicht aufgebrauchte (meist unbezahlte) ordentliche Elternzeit in Anspruch nehmen.“

Die italienische Regierung versucht, die Eltern in dieser Zeit dahingehend zu unterstützen, dass sie um einen 600 Euro Babysitter-Voucher ansuchen können.

„Auch eine COVID-19 Elternzeit von 15 Tagen (wird vermutlich in Kürze verlängert) wurde eingeführt. Diese Elternzeit wird aber nur mit 50 Prozent des Normalgehaltes vergütet und bringt daher viele Eltern, welche darauf angewiesen sind, in finanzielle Schwierigkeiten“, beklagen die Co-Sprecher.

„Wenn die Südtiroler Landesregierung nun schon angekündigt hat, einen eigenen, schnelleren Weg bei der Öffnung einzelner Sektoren gehen zu wollen, fordern wir, dass zeitgleich mit dieser Öffnung unverzüglich eine Ausweitung der staatlichen COVID-19 Elternzeit auf Landesebene eingeführt wird; eine Landes-Elternzeit“, so Pernstich und von Wohlgemuth.

Diese müsse möglich sein, solange die öffentlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen geschlossen und es keine Alternativangebote für alle Kinder gibt.

Auch die staatliche Begrenzung auf 50 Prozent des Normallohnes sei unzumutbar. Ein Abdriften in die Armut sei absehbar.

„Wir fordern daher, dass das Land hier den Verdienstausfall ausgleicht, um die Familien wirklich zu fördern. Zugleich ist es uns ein Anliegen, dass nicht, wie bereits festzustellen, die Frauen an den Herd zurückgedrängt werden. So sollten die Zusatzförderungen nur dann in vollem Ausmaß greifen, wenn sie zu gleichen Teilen von beiden Eltern angewandt werden“, betonten die Co-Sprecher der Grünen.

Die grüne Landtagsfraktion werde den Landesgesetzentwurf begutachten und entsprechende Vorschläge, die in die genannte Richtung gehen, vorlegen.

stol

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