Mittwoch, 27. April 2022

Jetzt wird’s teuer: GIS-Erhöhung für leerstehende Wohnungen kommt

Bereits am Freitag tritt das Landesgesetz Nr. 3 dieses Jahres in Kraft: Es erhöht die Besteuerung für leerstehende Wohnungen und ungenützte Baugrundstücke in Gemeinden mit Wohnungsnot. Am morgigen Donnerstag wird der Text im Amtsblatt veröffentlicht.

Das Gesetz sieht für längerfristig leerstehende Wohnungen in Gemeinden mit Wohnungsnot eine höhere Besteuerung von bis zu 3,5 Prozent vor. Höher besteuert werden auch ungenützte Baugrundstücke und langjährige Baustellen. - Foto: © Shutterstock

Das neue Landesgesetz „Leerstandsregelung und andere Bestimmungen zur Gemeindeimmobiliensteuer (GIS)“ wird nach der Genehmigung durch den Landtag am 8. April und nach der Ausfertigung durch den Landeshauptmann am morgigen Donnerstag im Amtsblatt der Region Nr. 17 veröffentlicht. Die so genannte GIS-Reform tritt am Tag nach Veröffentlichung, am Freitag, 29. April, in Kraft.


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Besteuerung von bis zu 3,5 Prozent für Wohnungen

Das neue Gesetz sieht für längerfristig leerstehende Wohnungen in Gemeinden mit Wohnungsnot eine höhere Besteuerung von bis zu 3,5 Prozent vor. Höher besteuert werden auch ungenützte Baugrundstücke und langjährige Baustellen. Parallel dazu wird die Bereitstellung von Wohnungen an die ansässige Bevölkerung steuerlich begünstigt.

„Seit 2015 kann das Land auf der Grundlage des Finanzabkommens mit dem Staat von 2014 die Besteuerung von Immobilien regeln“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. „Wir wollen diese Zuständigkeit verstärkt dazu nutzen, um Entwicklungen zu lenken. Die Gemeindeimmobiliensteuer ist eine der Schrauben, an denen wir drehen, um den Leerbestand an Wohnraum zu verringern, das Wohnen für die ansässige Bevölkerung möglichst leistbar zu machen und auch sparsam mit dem Baugrund umzugehen.“

lpa/stol

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Hermann Zanier
27. April 2022 13:26
Es kann doch nicht sein, dass der Eigentümer einer Wohnung sie leer stehen lässt (also sein Kapital nicht nutzt, die Wohnung verkommen lässt weil er sie nicht wartet oder sie wartet und dafür aufkommt) weil es keine wirtschaftlichere Lösung gibt. Angelpunkt sind die viel zu hohen Immobilienpreise, die immer weiter steigen, wo also die Preissteigerung mehr ausmacht als der erzielbare Mietzins. Die Hindernisse werden von den Spekulanten nur ausgenutzt, um die Preise noch weiter nach oben zu schrauben. Kürzlich verlangte ein Makler nach höheren Waldpreisen: dabei besteht kaum der Wille, Wald zu verkaufen (s. Anzeigen). Vor Jahren wurde für schlechten, unerschlossenen Wald ein Preis von 2 € als "viel zu niedrig" bezeichnet: wieviel soll man für einen Wald hinblättern müssen, der nichts abwirft?