Donnerstag, 11. Juni 2020

Keine Kaufprämie für Radmobilität: Dachverband fordert Alternativen

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz hat mit Verwunderung auf die Ablehnung einer Kaufprämie für Fahrräder im Landtag reagiert.

Das Land hat große Pläne für die Radmobilität in Südtirol.
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Das Land hat große Pläne für die Radmobilität in Südtirol. - Foto: © shutterstock
„Noch vor wenigen Wochen hat Mobilitätslandesrat Alfreider in einer Aussendung die Eckpfeiler der neuen Radmobilität in Südtirol vorgestellt. Dort war von einer 'Potenzierung der Radmobilität' zu lesen, von einem ganzen Maßnahmen-Paket und einem mehrstufigen Aktionsplan und dem Aufruf, mutig zu sein. Nun können wir bei der ersten konkreten Maßnahme dieser Rad-Revolution, für die sich offensichtlich keine Mehrheit finden lässt, eben diesen Mut nirgendwo erkennen“, schreibt der Vorsitzende des Dachverbands Klauspeter Dissinger.

„Wir vermissen hier ganz konkret die aus der Sicht des Landtags besseren Alternativen zur vorgeschlagenen Kaufprämie. Mit welchen alternativen Maßnahmen lassen sich dieselben Wirkungen und Zielsetzungen mit demselben Mitteleinsatz in derselben Zeit erreichen - ohne die von Ihnen vorgebrachten unerwünschten Begleiterscheinungen?“

Der Landtag solle die Radmobilität mit konkreten und zeitnah umzusetzenden Maßnahmen auf allen Ebenen bestmöglich zu unterstützen.



Alfreider: „Förderung der Radmobilität weiter zentral für die Zukunft“

Im Ressort für Infrastrukturen und Mobilität hatte man seit Anfang der Lockdown-Phase für das Fahrrad als Alternative in der Krise und darüber hinaus plädiert.

Leider findet der Vorschlag für einen zeitlich befristeten Rad-Bonus, von dem alle Menschen in Südtirol profitieren können, im Moment wenig Zustimmung“, sagt Alfreider. Entgegen anderslautenden Aussagen wäre der Bonus außerdem für Fahrräder der Alltagsmobilität beschränkt gewesen. „Wir hatten nie im Sinn, teure Freizeitfahrräder zu fördern, denn die Zielsetzung bleibt die Vermeidung des motorisierten Individualverkehrs“, sagt der Landesrat.

Der Fahrradbonus sei allerdings nur ein kleiner Teil eines gesamten Fahrradmobilitätskonzepts. Das Ressort werde weiter, gemeinsam mit den vielen Rad-Begeisterten, der GreenMobility, der IDM, den Gemeinden, den Unternehmen und vielen Stakeholdern für die Fahrradmobilität daran arbeiten, ein umfassendes Paket für mehr Fahrradfahren auf den Weg zu bringen.

„Trotz der Streichung des Fahrradbonus heute im Landtag hoffe ich, dass viele auf das Fahrrad umsteigen werden und somit trotzdem ihren Beitrag für eine alternative Mobilität geben. Wir arbeiten weiter dafür“, so der Landesrat.

So wird der Verleih von Elektrofahrräder zu günstigen Tarifen am morgigen Freitag in Bozen vorgestellt. Ein landesweiter Plan für die Radmobilität ist laut Alfreider in Ausarbeitung, der eine wichtige Grundlage für ein funktionstüchtiges Radwegenetz sei.

liz

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