Montag, 21. März 2022

Ladurner hat Doppel-Zulage kassiert

Der Stern von Jasmin Ladurner, der einstigen SVP-Nachwuchshoffnung an Südtirols Polithimmel, bekommt immer mehr Schrammen. Nach der Fahrtspesenaffäre, samt folgender Ermittlungen und Rücktritt, wurde nun bekannt, dass die 28-Jährige in Landtag und Region gleich doppelt Zulagen kassiert hat: je 800 Euro netto pro Monat. Gesetzlich zwar in Ordnung, hätte sie laut SVP-interner Regelung aber auf eine der beiden Zulagen verzichten müssen.

Inzwischen ermittlen sowohl die Staatsanwaltschaft am Rechnungshof als auch die Staatsanwaltschaft am Landesgericht in Sachen Fahrtspesen gegen Jasmin Ladurner. - Foto: © oliver oppitz photography

2018 angetreten, um einen neuen Stil in Südtirols Politik zu bringen, wurde Jasmin Ladurner nun erneut mit dem Finger im Marmeladeglas erwischt.

Wie Regionalratspräsident und Vize-Landtagspräsident Sepp Noggler gegenüber den „Dolomiten“ bestätigt, hat Ladurner nämlich sowohl als Präsidiumsmitglied des Regionalrates als auch als Präsidentin der IV. Gesetzgebungskommission des Landtages eine Funktionszulage bezogen. „Gesetzlich ist das nicht verboten. Die Richtlinie in der SVP ist aber eine andere. Mehr will ich in dieser Angelegenheit nicht sagen“, so Noggler.

800 Euro im Monat steuerfrei erhielt Ladurner als Kommissionspräsidentin im Landtag, weitere, noch zu versteuernde 1200 Euro waren es als Präsidialsekretärin im Regionalrat – zusätzlich zu ihrem Gehalt als Landtagsabgeordnete. Auf eine der beiden Zulagen hätte Ladurner laut parteiinternem Reglement aber verzichten müssen – so praktizieren es alle anderen SVP-Mandatare.

Insgesamt 14.400 Euro brutto an Zulagen wurden an Ladurner für ihre 12 Monate als Präsidialsekretärin der Region ausgezahlt. Als Präsidentin der Gesetzgebungskommission des Landtages kamen zwischen März 2019 und Dezember 2021 noch einmal 25.600 Euro steuerfrei oben drauf. Nicht zu vergessen die abgerechneten Fahrtspesen (11.000 Euro waren es allein 2019, Anm. d. Red.), die für Ladurner im Vorjahr schließlich zum Stolperstein wurden. Nachdem bekannt wurde, dass die 28-Jährige mehrere Fahrten zu Unrecht abgerechnet hatte, trat sie im Dezember zurück.

Staatsanwaltschaften ermitteln

Inzwischen ermittlen sowohl die Staatsanwaltschaft am Rechnungshof als auch die Staatsanwaltschaft am Landesgericht in Sachen Fahrtspesen gegen Ladurner. Im Raum stehen bei Letzterer derzeit die Strafbestände Betrug oder Falscherklärung. 511 Euro an Fahrtspesen hat Ladurner inzwischen laut eigenen Angaben bereits wieder an die Region zurückgezahlt.

Paula Bacher, die nun für Ladurner in Landtag und Regionalrat und in die jeweiligen entsprechenden Ämter nachgerückt ist, hatte bereits eine Verzichtserklärung auf die Zulage der Region unterschrieben. „Inzwischen hat sich aber die Gesetzeslage geändert. Man kann auf die Zulage zwar nicht mehr freiwillig verzichten, aber diese wieder an die Region zurückzahlen“, erklärt Noggler.

em

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Claudia Perathoner
21. März 2022 10:31
Von der wor a nix anderes zu erwarten....
Brigitte Zelger
21. März 2022 11:21
Sehr sehr peinlicher Versuch, vom viel größeren Skandal abzulenken!! Und Dolomiten & Co können sich gleich schämen wie die SAD Clique!
Peter Stedile
21. März 2022 12:45
Trauerspiel. Diese Art und Weise Menschen für blöd zu verkaufen, Macht auszuüben und sich daran zu ergötzen, Loyalität vorspielen, auf andere zu zeigen um eigene Schuld zu decken ist erbärmlich. Das gild für jeden der Verantwortlichen. I versteah, dass es ein geiles Gefühl sein muss im Mittelpunkt zu sein, gfrog zu sein, Macht zu haben um zu entscheiden wer schun, wer net, wer wieviel, die Ansuchenden zappeln lassen usw., es gehört zum politischen Spiel und ja es gibt Gesetze die dies alles regeln. Besser konns enk net gian und ja, wir haben euch gewählt damit ihr unser Land verwaltet und für den Wohlstand in diesem Land sorgt und eure Arbeit ist nicht immer ein Zuckerschlecken gib ich zu.
Aber dieses Theater ist eines Landesrates nicht würdig, redmor net von bestimmten Assessoren.
Bringt das glaubwürdig in Ordnung und entschuldigt euch bei eurem Volk oder dankt ab.
Hermann Zanier
21. März 2022 14:43
Ja Frau Zelger, ich weiss nicht, worauf Sie anspielen, es gibt einige Sachen, die man da anführen könnte. Das schlimmste Kapitel ist aber meiner Meinung nach, wie einige Leute im Fall Benko / Sigma die eigene Heimat verkaufen, wahrscheinlich viel zu billig, sonst würde Herr Benko nicht mitmachen.
Paul Kirchhoff
21. März 2022 16:27
Stellen wir doch mal fest, dass es formaljuristisch in Ordnung war, diese BEIDEN Zulagen zu kassieren!
Doch die Art und Weise, wie sich jetzt die Redaktion sabbernd artikuliert, ist billigster Schmierenjournalismus!