Freitag, 8. April 2022

Lanz-Rücktritt könnte Steine ins Rollen bringen

Beim Sesselrücken in der SVP herrscht nach wie vor Stillstand. Vor allem Landesrat Thomas Widmann und SVP-Vize-Obmann Karl Zeller machen keine Anstalten, den von der Parteileitung vor einer Woche beschlossenen Schritt zurück zu machen. Nach dem Rücktritt von Gert Lanz als SVP-Fraktionssprecher hofft nun der eine oder andere in der Partei, dass der Druck auf die beiden Exponenten steigt.

Krisen-Stimmung bei der SVP. - Foto: © DLife

Es bleibt dabei: Bis auf Weiteres führt Helmut Tauber als Vize-Fraktionssprecher die Geschicke der SVP im Landtag weiter. Und nachdem Magdalena Amhof, die bereits vor dem Rücktritt von Lanz als dessen Nachfolgerin gehandelt wurde, nun dankend abgelehnt hat, sucht man innerhalb der Fraktion nun händeringend nach einem neuen Sprecher. Franz Locher, der jetzt als Lanz-Nachfolger gehandelt wird, winkte gestern vorerst einmal ab.

„Fakt ist, dass wir zeitnah einen neuen Fraktionssprecher wählen müssen, denn es braucht sowohl im Landtag als auch im Regionalrat dringend einen Ansprechpartner“, sagt SVP-Obmann Philipp Achammer. Bis dahin habe er Tauber gebeten, die Fraktion interimsmäßig anzuführen.

Auch wenn die Situation in der SVP-Fraktion verfahren ist, keimt innerhalb der Partei doch die Hoffnung auf, dass durch den Rücktritt von Gert Lanz der Druck auf Zeller und Widmann steigen könnte. Bekanntlich hatte die Parteileitung vor einer Woche in einer Dringlichkeitssitzung beschlossen, dass sowohl Widmann als Landesrat als auch Zeller als Vize-Obmann der SVP zurücktreten müssen.

Ersterer weigert sich nach wie vor, diesen Schritt zu tun. Er sieht den Ball bei Landeshauptmann Arno Kompatscher, der ihm bekanntlich die Agenden entzogen hatte. Ob dieser die Entschuldigung Widmanns annimmt und dessen Bereitschaft, auch weiter in der Landesregierung mitarbeiten zu wollen (wir berichteten), zur Kenntnis genommen hat, ist nach wie vor unklar. Klar ist hingegen: Tritt Widmann nicht von sich aus zurück, liegt es an Kompatscher, dem Landtag den Vorschlag für eine Umbildung der Landesregierung vorzulegen.

Mehrheit fehlen Stimmen von Mattei und Widmann

Die laufende Landtagswoche hat Kompatscher dafür schon mal verstreichen lassen. „Der Vorschlag muss mindestens 10 Tage vorher hinterlegt werden“, so Achammer. Bleibt Widmann bei seiner Position, ist es gut möglich, dass nach Ostern ein Sonderlandtag einberufen und über eine Regierungsumbildung abgestimmt wird. Dann wäre Widmann automatisch als Landesrat abgewählt.

Der wahre Grund dafür, dass Landeshauptmann Kompatscher diese Woche seinen Vorschlag nicht in den Landtag gebracht hat, dürfte ein ganz anderer sein: Für eine Umbesetzung der Landesregierung bräuchte Kompatscher in den ersten beiden Wahlgängen die absolute Mehrheit, sprich 18 Stimmen. Die bekommt die Mehrheit derzeit aber nicht zusammen.

Es fehlt nämlich die Stimme von Landtagspräsidentin Rita Mattei, die bereits seit Wochen krankheitsbedingt abwesend ist – und es wohl auch noch länger bleiben wird. Und auch Thomas Widmann wird kaum gegen sich selbst stimmen. Erst im dritten Wahlgang würde dann eine einfache Mehrheit und die Stimmen von SVP und Lega ausreichen. Damit wäre dann zwar Widmann definitiv als Landesrat Geschichte. Angesichts von 3 nötigen Wahlgänge wäre das Bild nach außen aber alles andere als überzeugend.

Ebenfalls bei seiner Linie bleibt Karl Zeller. Nachdem ein erstes Gespräch mit Achammer ergebnislos verlaufen ist, gehen die Gespräche nun in die zweite Runde. Einen Termin dafür gab es laut Achammer zumindest gestern noch nicht. Fest steht, dass sich am Montag erneut die Parteileitung mit den einzelnen Positionen jener 3 Exponenten befassen wird, deren Rücktritt parteiintern ja schon beschlossene Sache ist. Denn auch ein Rücktrittsschreiben von Bezirkspräsident Christoph Perathoner liegt nach wie vor nicht auf.

em

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden