Montag, 07. Dezember 2020

Lidia Menapace im Alter von 96 Jahren gestorben

Die Frauenrechtlerin und Südtiroler Politpionierin Lidia Menapace ist in der Nacht auf Montag im Alter von 96 Jahren auf der Covid-Station des Bozner Krankenhauses gestorben.

Die „Grande Dame“ des italienischen Feminismus und eine der ersten Frauen im Südtiroler Landtag, Lidia Menapace, ist gestorben.
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Die „Grande Dame“ des italienischen Feminismus und eine der ersten Frauen im Südtiroler Landtag, Lidia Menapace, ist gestorben. - Foto: © DLife/Multari
Das teilte der Südtiroler Sanitätsbetrieb mit, der gleichzeitig sein tiefstes Beileid an Familie und Freunde der Verstorbenen aussprach.

Mit 18 Jahren war Lidia Menapace in der Zeit der „Resistenza“, dem Widerstand gegen den italienischen Faschismus, als Verbindungsfrau der Partisanen mit dem Namen „Unterleutnant Bruna“ im Einsatz.

In den 1950er Jahren zog die aus Novara stammende Menapace nach Bozen.

1964 zog sie als erste Frau – neben Waltraud Gebert Deeg – für die Democrazia Cristiana in den Südtiroler Landtag ein.

Sie war Landesrätin für soziale Fürsorge und Gesundheit, von 2006 bis 2008 saß die „Grande Dame“ des italienischen Feminismus für Rifondazione Comunista im Senat.

Nach ihrem Austreten aus der Democrazia Cristiana 1972 war sie unter den Gründern der Tageszeitung „Il Manifesto“.

Kurz nach ihrem 95. Geburtstag war Menapace von der Südtiroler Gesellschaft für Politikwissenschaft für ihr Lebenswerk geehrt und zur politischen Persönlichkeit des Jahres 2018 gekürt worden.

Auf die Frage, was sie sich bei der Nachricht über ihre Ehrung gedacht habe, meinte Menapace mit der ihr eigenen Schlagfertigkeit bloß: „Endlich!“

Anfang Dezember war die aus Novara stammende Politikerin an Covid-19 erkrankt, ihr Gesundheitszustand war bereits seit mehreren Tagen äußerst schlecht. In der Nacht auf Montag schloss Lidia Menapace für immer ihre Augen.

liz

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